Konventionelles Blockbohlenhaus oder Passiv-Blockbohlenhaus: Was sind die Unterschiede?

Bei konventionellen bewohnten Blockbohlenhäusern zählen die Energiekosten, insbesondere die Heizkosten regelmäßig zu den größten Ausgabenposten. Selbst das natürliche Isolationsmaterial Holz als Baustoff entbindet den Blockbohlenhaus-Besitzer nicht von zusätzlichen Dämmungs- und Energiesparmaßnahmen.

Ein Blockbohlenhaus als Niedrigenergiehaus oder gar als Passivhaus zu konzipieren oder im Nachhinein auszubauen ist mit relativ einfachen Maßnahmen möglich. Ein Passivhaus verbraucht im Schnitt 90 Prozent weniger Energie als ein konventionelles Haus. Sein Heizenergieverbrauch liegt bei nur 1,5 l Heizölgleichwert pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr und damit bleiben die laufenden Kosten für Energie und besonders Heizen nach den ursprünglichen Investitionen so günstig, dass sich die Investitionen in vielen Fällen im Laufe von 5 bis 10 Jahren bezahlt gemacht haben.

Der Passivhausstandard wird nicht nur bei Wohngebäuden, sondern auch bei Bürogebäuden, Schulen, Sporthallen, Pflegeheimen, Fabriken — kurz bei Gebäuden aller Arten — erreicht. Auch die Art des Bauwerks spielt keine Rolle. Mauerwerk, Stahlkonstruktionen, Holzhäuser oder Mischbauten — alle Bauweisen wurden schon zu Passivhäusern umgebaut oder von Anfang an als solche entworfen, was oft die einfachere und kostengünstigere Variante ist.

Im folgenden Artikel werden wir einmal die Hauptunterschiede zwischen einem konventionellen Blockbohlenhaus und einem Passiv-Blockbohlenhaus beleuchten.

Die Isolierung ist auch beim Blockbohlenhaus das A und O der Energieersparnis

Dass sich zusätzliche Isolierung beim Blockbohlenhaus immer lohnt, haben wir ja schon öfter betont. Das Passivhaus treibt dieses Prinzip auf die Spitze. Nicht nur Wände und Dach kommen in den Genuss einer erstklassigen Isolierung, sondern das ganze Haus wird inklusive Bodenplatte in Isolierung eingepackt. Dabei entstehen derartig abgeschlossenen Räume, dass eine künstliche Belüftung nötig wird, die — wie wir noch sehen werden — eine besondere Funktion bei Passivhäusern hat.

Das Dach kann zu einem Doppeldach umgebaut werden und die entstehenden Hohlkammern mit Isolationsmaterial, etwa Zellulosfasergemisch gefüllt.

Ein weiteres wichtiges Konstruktionsprinzip ist die Vermeidung von Wärmebrücken. Fenster und Türen sind nach höchsten Wärmedämmungsstandards ausgelegt und besitzen Dreifachverglasung.

Alle Maßnahmen lassen sich relativ einfach und kostengünstig verwirklichen. Als Resultat liegen die monatlichen Heizkosten hinterher bei nur noch 10–25 Euro pro Monat. Hier unterscheidet sich das Passivhaus vom Nullheizenergiehaus, welches gar keine Heizkosten mehr hat aber doch nur durch noch wesentlich kostenintensivere Maßnahmen erreicht werden kann.

Das Passiv-Blockbohlenhaus braucht gar keine Heizung mehr

Zudem ist der Wohnkomfort in Ihrem als Passivhaus ausgebauten Blockbohlenhaus deutlich besser. Im Passivhaus wird alles, was im Inneren Wärme erzeugt, sei es Sonneneinstrahlung, Körperwärme, Wärme vom Kochen, Duschen, Glühbirnen oder anderen Stromverbrauchern bewahrt. Das Passivhaus braucht keine Heizung mehr. Deren Funktion übernimmt die Lüftung, die über einen Wärmetauscher 90% der Wärme in der Abluft zum Aufheizen der Frischluft nutzt. Die restlichen 10% werden über eine Mini-Luftwärmepumpe einem Pufferspeicher zugeführt. Dadurch spart man dann bei Warmwasserbereitung Energie.

Warmwasser wird beispielsweise durch Sonnenkollektoren erzeugt oder durch eine Erdwärmepumpe. Mithilfe des Warmwasserspeichers kann die Frischluft auch bei Bedarf noch zusätzlich erwärmt werden.

Die Architektur berücksichtigt gerne die Lage. So werden an der Süd- bis Westseite gerne große Fenster eingebaut, die die Sonneneinstrahlung optimal zum Heizen nutzen. Auch Wintergärten sind beliebt. An heißen Tagen dient die Lüftung dann ohne Wärmetauscher als Wärmeableitung. Fensterflächen werden dann abgedeckt.

Ein Passiv-Blockbohlenhaus spart viel Geld im Vergleich zu einem konventionellen Blockbohlenhaus

Das Baukonzept eines Blockbohlenhauses als Passivhaus benötigt eine exakte Analyse der Gegebenheiten Ihres Bauplatzes. Die Gebäudehülle ist so gedämmt, dass die intern und solar entstehende Wärme in der Regel ausreichen, um behagliche Temperaturen zu jeder Jahreszeit zu erzeugen.

Einige Ziele, die mit einem solchen Konzept erreicht werden können:

·Der Heizwärmebedarf liegt unter 15 kWh/(m²a)

·Die Heizlast liegt unter 10 W/m2

·Der Primärenergiebedarf überschreitet 120 kWh/(m²a) nicht

·Die Luftdichtigkeit erreicht mindestens n50 = 0,6/h

·Die Übertemperaturhäufigkeit bleibt im Sommer unter 10 %.

Ein Passivhaus wird auch oft als Faktor-10-Haus bezeichnet, weil es im Vergleich mit konventionell gebauten Häusern nur ein Zehntel des durchschnittlich üblichen Heizenergieverbrauchs hat.

Für die Wassererwärmung werden Energiequellen benutzt, die mit niedrigen Temperaturen arbeiten. Neben Solaranlagen kann man Gas=Brennwertkessel oder auch Strom verwenden. Aber auch Stroh- oder Holzpellets werden verwendet oder wasserführende Kaminöfen. Unnötig zu erwähnen, dass Haushaltsgeräte, die mit Warmwasser laufen, wie Wasch- oder Spülmaschinen dann ebenfalls mit Warmwasser aus dem zentralen Warmwasserspeicher betrieben werden.

Am Ende kann man in einem Passiv-Blockbohlenhaus mit einer Energiekostenersparnis von mindestens € 2000.- pro Jahr verglichen mit einem konventionellen Blockbohlenhaus rechnen.