Nutella und der Regenwald

Dass Nutella so lecker ist, liegt vor allem daran, dass es in erster Linie aus Zucker und Fett — eine unschlagbare Kombination — besteht. Fett meint in diesem Fall: Palmöl. Abgesehen von Fleisch hat wohl kein anderer Grundstoff der Lebensmittelproduktion unter Klimaschützern ein solch mieses Ansehen. Denn für Palmöl-Plantagen werden riesige Regenwald-Flächen gerodet. In Italien (und auch bei uns) verbannen viele Lebensmittelhersteller das Palmöl daher aus ihren Produkten.

Nicht jedoch Nutella-Produzent Ferrero. Das Unternehmen betont, an Palmöl festhalten zu wollen.

Bettelt da etwa jemand um einen Shitstorm, wie ihn Nestlé für die Verwendung von Palmöl in seinen Kitkat-Riegeln erleben musste? Könnte man meinen. Ulrike Sauer zeichnet in der Süddeutschen Zeitung aber ein differenzierteres Bild: Ferrero glaubt, dass eine nachhaltige, klimafreundliche und sozial verträgliche Produktion von Palmöl möglich ist — und bekommt dafür Unterstützung von Greenpeace.

Sauers Stück macht zwei Dinge deutlich: Dass es in der Palmöl-Frage keine einfachen Wahrheiten gibt. Und dass öffentlicher Druck eine immense Wirkung hat.

Zum Artikel: Italien ringt ums Palmöl


Der piq “Nutella und der Regenwald” von Ralph Diermann erschien zuerst auf piqd. Auf piqd empfehlen über 100 Kuratoren aus den Bereichen Journalismus, Politik und Wissenschaft einmal wöchentlich einen besonders herausragenden Inhalt. In Kurzkritiken wie der hier oben, beantworten sie die Frage “warum ist dieser Link die wertvolle Zeit der Leser wert?”

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