180906-Inseltagebuch

Kameraperspektiven

Peter Killert
Sep 7, 2018 · 3 min read

Amrum bedeutet immer: Fotos machen. Viele Fotos. Letztes Jahr war ich mit einer fetten Kameraausrüstung, inklusive Objektiven aller Art und Stativ, auf der Insel und habe mich durch die Züge gekämpft. Jetzt also, mal wieder nach längerer Zeit, ein Beitrag zum Thema Fotografie.

Heute habe ich “nur” eine Canon Kamera dabei, die einen eingebauten Telezoom hat. Für Schnappschüsse und Zoom Aufnahmen ist diese bestens geeignet — geht es um RAW Fotos flexiblen Einstellungen (offene Blenden, Zeitautomatik), dann fehlen einige wichtige Dinge bei dieser Kompaktkamera.

Viele meiner Fotos mache ich in diesem Urlaub aber mit meinem Smartphone. Das ist ein Huawei Mate 10, welches die gleiche Kamera hat, wie das P20. Das P20 gilt derzeit als das beste Kamerasmartphone. Das Mate10 hat allerdings nur zwei der drei Linsen, die das P20 hat, kann also keinen 3-fach optischen Zoom erzeugen.

Öffnet man die Kameraanwendung des P20 wird man von vielen Möglichkeiten erschlagen. Nahezu alles, was man vom Display einer Spiegelreflexkamera kennt, findet sich in der Software wieder. Und obwohl es keine optische Blende gibt, wird eine Blende als “große Blende” simuliert, was einen durchaus ansprechenden Bokeh-Effekt bei Nahaufnahmen erlaubt. Das Mate10 speichert bei Bedarf auch im RAW Format, was eine geile Nachbearbeitung ermöglicht.

Lange Rede, kurzer Sinn: An meine Nikon mit dem Sigma Weitwinkel kommt das Mate10 nicht ran. Wohl aber an die Canon Kompaktkamera. Das Mate 10 braucht jedoch viel Licht. Ist es zu dunkel, wobei ich mit dunkel nicht Dämmerung meine — es reichen ein paar Wolken, die das Sonnenlicht wegnehmen — dann hat das Mate 10 große Probleme. Stimmen die Lichtverhältnisse, dann sind die Ergebnisse grandios.

Hier ein paar Beispiele:

Hell
Hell
Mate10 Foto — Die Lichtverhältnisse sind noch OK … .
Hell
Hell
… aber wenn die Wolken Überhand nehmen, wird das Foto zu dunkel
Hell
Hell
Stimmen die Lichtverhältnisse, dann sind die Bilder sehr brauchbar.

Diese Erfahrung ist insofern wichtig, als das ich beim nächsten Urlaub hier im Dezember nur noch mein Smartphone zum Fotografieren mitnehmen werde. Natürlich ist man ohne Zoom eingeschränkt und irgendwie wirkt das nicht mehr so professionell. Aber das ist egal. Ich habe hier schon tausende Fotos gemacht. Es wird sicher Momente geben, wo ich gerne eine “richtige” Kamera dabei hätte — aber solche Momente gibt es jetzt auch schon. Ach hätte ich doch jetzt mein Stativ dabei … . Man kann nicht alles haben. Die Technik kommt der eierlegenden Wollmilchsau zwar näher, aber noch müssten wir drei oder vier Fotorucksäcke mitnehmen, um alle Eventualitäten abzudecken. Soviel ist mir dieses Hobby dann doch nicht wert — weder logistisch noch finanziell.

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