Erwachen

Nur deswegen gibt es den Verstand: damit sich Wunsch und Erinnerung zu einem tieferen Sinn vereinen können.

… und als ich die Dunkelheit satt hatte, beginnen wollte, der Sonne nachzujagen; als ich das Blau des Himmels einfangen wollte, weil ich Regen und Wolken und Sturm nicht mehr sehen konnte; als ich die Wärme und das Feuer immer bei mir haben wollte, da erwachte ich im Sommer an einem menschenleeren Strand. Ich erwachte und erkannte: weil wir die Zeit, weil wir den Moment, den vielleicht perfekten Augenblick nicht einfrieren, die Welt nicht anhalten können — nur deswegen gibt es den Verstand, in dem sich Wunsch und Erinnerung zu einem tieferen Sinn vereinen können.

Wer dies für eine banale Erkenntnis hält, versteht nicht, dass es gar nicht um die Erkenntnis, sondern um das Erwachen geht. Wer den Sinn des Träumens und jeden einzelnen Moment des Gedankens daran für träumerisch naiv hält, der sollte endlich beginnen, aus dem eigenen traumlosen Dahinleben zu erwachen.