Machen wir uns nichts vor

Wir suchen doch alle unseren Platz. Dann sind wir an einem Ort. So schön beschaffen, so ruhig, so beschaulich. Wir haben ihn gefunden. Den Ort, der uns in uns hineinhören lässt. Und haben wir ihn gefunden und müssen wir ihn wieder verlassen, dann wissen wir nicht, ob die Gewissheit, den passenden Ort gefunden zu haben oder ob es einfach nur das sich Zurückwünschen schöner Momente ist, was uns weiter antreiben wird. Wir wollen zurück. Wir wollen immer wieder zurück.

Die Fragen des “Wo?” und des “Wann?” werden mit diesem Ort und mit “am liebsten immer” beantwortet — aber wir machen uns eines vor: wir glauben auch das “Wie?” wird durch die Beschaffenheit, die Schönheit, die Beschaulichkeit des Ortes beantwortet. Beinahe übergehen wir das “Wie?” und sehen nicht nur die Frage, ja wir sehen die Antwort auf das “Warum?”. Wir überspringen sogar dies und die Antwort auf das universale “Weshalb?” scheint uns zu erwarten.

Aber machen wir uns nichts vor.

Die wirklich wichtigen Fragen, werden wir nur unabhängig von dem Ort, an dem wir am liebsten sind, beantworten. Ich, der ich zurückkehren musste, behaupte sogar, dass wir sie gar zu allererst beantworten müssen, um an diesen Ort zu gelangen. Alles andere ist ein Leckerli der Natur. Eine Kostprobe auf den Lohn der Mühe, die wir uns machen müssen.

Machen wir uns nichts vor.

Nichts gibt es, ohne sich zu finden. Und nur allzu gerne erliegen wir der Illusion, uns finden zu wollen. Am schönsten Ort. Wir wünschen uns dort entsprungen zu sein. Es würde so schön passen. Schönheit, Beschaffenheit, Beschaulichkeit — sind Illusion, solange bis wir sie gefunden haben. Der schönste Ort ist in uns.