Selbstvermarktung für Freelancer (1/10) — Ein Überblick über die Werkzeuge

Viele Freelancer verlassen sich darauf, dass genügend Aufträge von existierenden Kunden kommen. Darüber hinaus verlassen sich Freelancer oft darauf, dass Sie schon von potentiellen Auftraggebern oder Vermittlern in den entsprechenden Datenbanken gefunden zu werden. Weit weniger Freelancer sind wirklich selber aktiv und versuchen, direkt neue Kunden zu gewinnen.

Dabei ist es für Dich hilfreich, die Möglichkeiten und Spielregeln zu kennen, nach denen eine passive Selektion oder der aktive Eigenvertrieb funktioniert. So kannst Du gezielt auswählen, welche Mittel Du einsetzen möchtest und wie Du deine bisherigen Materialien optimieren kannst.

In diesem kurzen Artikel liste ich einige der wichtigsten Möglichkeiten auf. Jedes der neun Themen wird in den nächsten Wochen in einer Artikelreihe in einem noch folgenden eigenen Artikel vertieft.

Wie kannst Du Dich vermarkten?

Basiswerkzeug — Das eigene Profil und Online-Datenbanken

1. Das eigene Freelancer Profil (PDF, .doc) — Logisch sortiert, aussagekräftig, klar strukturiert, nett anzusehen und am besten für Vermittler per copy & paste verlustfrei übertragbar sein. Dieses Profil wird noch zu oft mit dem Lebenslauf verwechselt. Leider geschieht es noch allzu oft, dass ein qualifizierter Freelancer aufgrund eines suboptimalen Profils in der Vorselektion nicht berücksichtigt wird.

2. Allgemeine Business Netzwerke
 — Xing ist nicht auf Freelancer ausgelegt. Der Dienst hat es schon seit Jahren verschlafen, entsprechende Felder hinzuzufügen. Er kann aber trotzdem zielgerichtet für Deine Marketingzwecke genutzt werden. Unter xing.com/projects findest Du auch Projekte für Freelancer. Weitere Projekte findest Du in der Xing-Community Freiberufler Projektmarkt. (Leider noch wenige) Ausschreibungen nach Open Book Prinzip bzw. direkte Ausschreibungen von Endauftraggebern findest Du in der Xing Community Projektakquisition für Freelancer.
 — Bei LinkedIn ist es durch die fehlende Gruppierungsmöglichkeit als Freelancer noch schwerer, sich zu vermarkten. Aber auch hier kann man zielgerichtet auf sich aufmerksam machen.

3. Freelancer Datenbanken wie freelance.de, projektwerk.de, freelancermap.de: Diese sind speziell für Freelancer ausgelegt worden. Hier kannst Du sehr strukturiert Deine Fähigkeiten und Projekte anlegen und Rahmendaten zu räumlicher und zeitlicher Verfügbarkeit angeben. Außerdem kannst Du nach für Dich passenden Projekten suchen und Dir teilweise auch automatisierte Benachrichtigungen zu für Dich relevanten Projekten zuschicken lassen.

Ich habe in diesem Artikel nur wenige Freelancer-Datenbanken genannt. Es gibt noch viele andere, teilweise spezialisierte. In dem Artikel „Freelancer Datenbanken“ habe ich vor, auch weitere Datenbanken (zumindest) zu nennen und nehme hierfür gerne noch Anregungen an.

Erweiterte Möglichkeiten

1. Feste Zusammenarbeit mit einigen Vermittlern — Dies hat den Vorteil, dass der Vermittler den Freelancer weit besser kennt. So kann er besser einschätzen, für welche Projekte der Freelancer tatsächlich passt. Im positivsten Fall verkauft der Vermittler den Freelancer sogar aktiv.

2. Spezialdatenbanken für technische Beiträge wie github.com und stackoverflow.com. Hier geht es um Deine technischen Beiträge, Deinen Software Code. Auch diese Plattform kann, wenn auch weniger gut, für die eigene Vermarktung genutzt werden.

3. Die eigene Webseite. Es erstaunt mich immer wieder, wie wenig Freelancer von dieser Möglichkeit Gebrauch machen. Für Frontend-Spezialisten ist sie ein Muss, um ihre Fertigkeiten zu präsentieren. Aber auch für Spezialisten aus anderen Fachbereichen ist sie eine Bereicherung.

4. Empfehlungsmarketing — Die eleganteste Art, Deine Services zu verkaufen, ist es von begeisterten Kunden weiter empfohlen zu werden. Im besten Fall hast Du mehr Anfragen als Kapazität und kannst Dir Deine Projekt aussuchen und dafür auch noch einen höheren Stundensatz verlangen.

5. Content Marketing — Um Expertenstatus zu erlangen, ist es sehr hilfreich, das eigene Wissen nicht nur in Projektgesprächen einzusetzen, sondern es öffentlich zu machen.

6. Kaltakquise — Der direkte Weg und der aufwendigste und anstrengendste. Selbst wenn Du eine „spitze“ Ansprache hast, wirst Du mit viel Ablehnung leben müssen. Die fünf großen Fragen, die sich hier stellen sind:
 a) Welcher potentielle Auftraggeber (Unternehmen) hat mit einer höheren Wahrscheinlichkeit Interesse an meiner Leistung?
 b) Wie kann ich herausfinden, welcher Auftraggeber gerade jetzt ein Interesse an meinen Services haben könnte?
 c) Beauftragt dieses Unternehmen direkt Freelancer oder nur über Agenturen?
 d) Wer (Funktion bzw. Person) entscheidet in dem für Dich relevanten Fachbereich bei diesem potentiellen Kunden darüber, welcher Freelancer eingestellt wird?
 e) Wie sprichst Du diese Person so an, dass Sie Dich zu einem Gespräch einlädt und Dir die Chance gibt, Dich zu präsentieren?

Diese Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit aber schon darauf, die wichtigsten Bereiche abzudecken.

Nutze das Kommentarfeld: Welche Möglichkeiten habe ich vergessen? Welche weiteren Freelancer Datenbanken sollten dringend genannt werden? Ergänze Ideen und kommentiere den Artikel.

Viele Grüße

Peter

Dieser Artikel ist der erste von zehn aus der Reihe „Selbstvermarktung für Freelancer“.

… zuerst veröffentlicht auf www.4freelance.de

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