Warum recyclen so schön sein kann.

H&M lädt ein

Katastrophale Arbeitsbedingungen. Verachtung der Menschenrechte. Der Weltkonzern H&M schmückt sich mit vielen negativen Schlagzeilen. Nichts destotrotz ist H&M Marktführer im Segment der Mode für einen fairen Preis. Die Zahlen bestätigen den Erfolg: Alleine in Deutschland wurde im Jahr 2015 ein Umsatz von über 36 Millionen Euro erwirtschaftet. Es gibt kaum einen deutschen Kleiderschrank, indem kein Teil von Hennes & Mauritz hängt. Als Konsument kommt man kaum um den schwedischen Konzern herum. Deswegen hat man zwei Möglichkeiten: Entweder man hasst die bösen Schweden für alles was sie falsch gemacht haben oder man liebt sie, für alles was sie zukünftig richtig anstellen möchten.

World Recycle Week vom 18. — 24. April 2016

Reyclen sollte sich als Trend in den Köpfen der Menschheit etablieren. Auch wenn manch einem bei dem Wort recyclen Mülltonnen in drei unterschiedlichen Farben, Plastikflaschen und Pfand in den Sinn kommen, bestätige ich euch, dass recyceln wunderschön und modisch sein kann.

Im September erschien zum ersten Mal die “Close the loop” Kampagne von H&M mit Jeanshosen, die den Schriftzug “Reborn” trugen. Die Jungshosen waren trendy, komfortable und vertreten in unterschiedlichen Looks: Von Rockstar bis hin zu Business. 
Die Kampagne scheiterte und niemand wusste so recht, was eine wiedergeborene Jeans sein sollte. Dabei ist die Geschichte die dahinter steckt ganz schön viel wert und ich spreche nicht vom Umsatz für H&M.
In jeder Hose befanden sich 20 % recycelte Fasern. Die Fasern wurden aus gespendeten Altkleider gezogen um den Verbrauch von Baumwolle zu reduzieren. Warum das so wertvoll ist?
Ganz einfach: Für den Anbau von Baumwolle einer Jeans werden circa 8.500 Liter Wasser verbraucht. Für einzig und allein eine Jeanshose. 
Baumwolle ist eine der wichtigsten landwirtschaftlichen Waren dieser Welt. Damit der Anbau allerdings dem schnellen, westlichen Verbrauch gerecht werden kann, muss die Baumwolle, welches auch als “weißes Gold” bezeichnet wird, mit Pestiziden behandelt werden. Daraus ergehen Schäden und Krankheiten für den Boden, Wasser und ebenfalls Bauern. Hier findet bereits der erste Verstoß gegen die Menschenrechte statt, nur wollen wir nicht einsehen, dass wir zu diesem besagten Verstoß beitragen.

Spendet eure Altkleider bei H&M

H&M macht es uns diese Woche einfach und versucht gemeinsam mit uns, das Problem an der Wurzel anzufassen. Genau das ist der Punkt, den viele Käufer nicht sehen:
H&M boykottieren hilft den Kindern in Bangladesh nicht. Gar keine Baumwollprodukte zu kaufen, schadet den Bauern in Usbekistan. Die Ursache der kranken Pflückerinnen, Kinder, die weder lesen noch schreiben lernen, weil sie bis tief in die Nacht Etiketten in T-Shirts nähen müssen, liegt nicht im Kauf der Kleidung. Es liegt in der Denkweise der Käufer. Es liegt in der Faulheit der Konsumenten. Wie viele werden wohl sagen “Ich bin zu faul meine Altkleider in einem überfüllten H&M Store abzugeben?” Wie viele denken sich “Ich habe keine Lust zwei Wochen auf mein neues Oberteil zu warten!”, auch wenn es nachhaltige Mode ist, hergestellt unter fairen Arbeitsbedingungen in Australien.Wie viele haben bereits über die Politik in den Entwicklungsländern nachgedacht? Wie könnte man dort Mindestlöhne einführen? Wie helfen wir der Umfeld?
Wir dürfen uns nicht vor dem Problem verstecken und müssen realisieren, dass wir einen großen Teil dieses Problems ausmachen.
Ändere etwas, wenn du kannst. Gib deiner Kleidung ein neues Leben und entdecke selbst, wie stylisch recyclen sein kann.

Erfahre mehr auf https://www.hm.com/de/world-recycle-week

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