Image for post
Image for post
Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Vorbehalte auf Unternehmensseite gegenüber sozialer und ökologischer Transformation sind keine Seltenheit. Ohne die Argumente kleinreden zu wollen: Aber eigentlich ist es doch etwas merkwürdig, dass ausgerechnet diese epochale Veränderung häufig verweigert und in die CSR-Ecke gestellt wird. Denn: Unternehmen haben sich immer schon radikal verändert. Innovationen und veränderte Kundenanforderungen wurden oft in funktionierende Geschäftsmodelle verwandelt. Weitreichende Transformationen in den Betriebssystemen von Unternehmen sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel:

Die Autoindustrie ist so entstanden und hat Pferdekutschen abgelöst. Nach den Segelschiffen kam die Dampfschiffahrt. Stückgutfrachtern folgten Containerriesen. Schreibmaschinen wurden durch Computer ersetzt, Festnetztelefonie durch mobile Geräte. Stationäre Geschäfte wurden in den Online-Handel verlegt. …


One year ago: Goodbye Stuggi. Hallo Hamburg.
One year ago: Goodbye Stuggi. Hallo Hamburg.

Facebook erinnert mich daran, dass ich heute vor einem Jahr wieder in Hamburg angekommen bin. Wenn ich so drüber nachdenke: What a ride.

Damals: Nach 5 Jahren toller Stiftungszeit in Stuttgart/Würzburg wieder zurück in der Stadt, die ich für mich zur Heimat erklärt hatte. Und wieder neu entdecken wollte. Den Aufbau der Heldenrat GmbH und die Wiederbelebung vieler alter Kontakte vor Augen. Statt Wohnung nun erstmals ein Haus mit Garten, von dessen Pflege ich keine Ahnung hatte.

Seitdem: Die ersten Monate gesundheitlich angeschlagen, trotzdem mit vielen großartigen (Wieder)Begegnungen und Ideen. Der Garten musste noch warten. Zum Herbst dann ging es los: Schöne Projekte für Unternehmen, Stiftungen, Gründungslabore, Demokratie-/Engagementprojekte und Frauenhäuser. Die Mischung so bunt wie die Themen: Change Management, Digitalisierung, Wirkung, Strategieentwicklung, Leadership, Lean Management. Lehraufträge zu Change Management und unternehmerischer Verantwortung. Unsere Veranstaltungsformate: Wine & Talk, Breakfast & Talk, Coffee & Talk. Wir reden gern und mögen’s dabei kulinarisch. …


Image for post
Image for post

DB Lounge in Berlin, gestern abend. Ein Berater geht mit unbeteiligter Stimme am Telefon die „slides für morgen“ mit Kollegen durch. Es geht offensichtlich um diverse Massnahmen zur Personaleinsparung. „Da machen wir best guess und kürzen pauschal um 20%“. Ich sitze da und frage mich innerlich „Junge. Ist es das, was Du wirklich, WIRKLICH tun willst?“. Und weiss, warum ich genau den Job nicht mehr mache.

Mein Tag in Berlin gestern stattdessen: Austausch mit der tollen Akademie für Ehrenamtlichkeit Deutschland zu Organisationsmodellen der Zukunft. Dann Coaching eines hochinnovativen sozialen Tech-Startups zu Geschäftsmodell und strategischer Ausrichtung Und zum Schluss noch Beratung einer wunderbaren Stiftung im Digitalumfeld zum Spannungsfeld zwischen Selbstorganisation und Governance. Dazwischen viele Telefonate zur Stellenbesetzung in einer grossartigen trisektoral arbeitenden Social Profit-Organisation. …


Image for post
Image for post
Purpose-Rauschen im Blätterwald (Photo: Th. Leppert)

Auch Unternehmen fragen sich nun nach ihrem eigentlich Sinn für das Gemeinwohl, dem Purpose. Dabei nehmen sie lange Wege in Kauf — die Öffnung hin zu den Profis im purpose-business würde ihnen manchen Umweg ersparen.

Die Sinnfrage, die Definition von Purpose, ist in der Unternehmenswelt angekommen. Die Medien sind voll von Berichten über Sinn und Unsinn dieses Managementtrends und Veranstaltungen zu Change Management, Leadership und Marketing greifen das Thema dankbar auf. …


Image for post
Image for post
Bildnachweis: Klaas Schwotzer / Wikimedia Commons

Was nicht verboten ist, muss gesagt werden dürfen. So will es Artikel 5 unserer Verfassung. Und verboten ist nur sehr, sehr wenig, weil es sich um ein Schutzrecht der Menschen gegenüber staatlicher Einflussnahme handelt. Das gilt für die Diffamierung von AfD-Wählern genauso wie die Hetze gegen Migranten und die Leugnung des Klimawandels.

“Eine Zensur findet nicht statt.”

Ich muss zugeben, dass ich mit kaum einem GG-Artikel in den letzten Monaten so grosse Schwierigkeiten hatte. Es schmerzt, soviel Unwahrheit und Unmenschlichkeit auszuhalten. Menschen öffentlich reden zu hören, die für Spaltung und Hass mitverantwortlich sind. Reißerische und sexistische Berichterstattung zu lesen. …


Image for post
Image for post

Warum New Work und Social Entrepreneurship gemeinsam die Welt verändern können.

Im letzten Monat durfte ich bei Heldenrat vier Vorhaben von außergewöhnlichen Menschen begleiten: Die Marketing-Frau mit ihrem Bildungsprogramm für unternehmerisches Denken und Persönlichkeitsentwicklung. Den Produktmanager mit seiner App zur Vermittlung und Anerkennung von ehrenamtlichem Engagement. Den Stiftungsmann mit seinem Transfer einer Bildungsmethodik aus den USA. Und die Richterin mit ihrer Nachhaltigkeitsbildung im Freundes- und Nachbarschaftskreis.

So unterschiedlich die Vorhaben und die Menschen dahinter sind, sie alle eint: Ihre Ungeduld, die Dinge nicht so lassen zu wollen, wie sie sind. Ihre Leidenschaft, mit ihren Ideen etwas zu verändern. Ihr ausgeprägter Sinn für gesellschaftliche Herausforderungen und deren Bedeutung für das große Ganze. Und ihr unternehmerischer Anspruch, ihre Ideen groß zu machen und mit großem Ideenreichtum auch ökonomisch auf stabile Beine zu stellen. …


Image for post
Image for post

Die #FutureWork19 Convention heute in Berlin war eine wirklich gute Veranstaltung in sonniger und offener Atmosphäre: Knapp 2.000 Teilnehmende, viele kluge Gedanken und offene Fragen, gute Debatten.

Im Mittelpunkt stand die #Digitalisierung und die Frage, wie wir das Thema in der Arbeitswelt der Zukunft bewältigen können. Alle Impulsgeber*innen und Diskutant*innen schienen sich einig: Ohne gravierende Änderungen an unseren Organisationsstrukturen, im Mindset und unseren Lerngewohnheiten wird es nicht gehen.

Ein Leitsatz der Bahn hat mich besonders inspiriert: „Aus Mitarbeiten wird Mitgestalten“ – vielleicht macht es Sinn, nicht mehr von Mitarbeitenden, sondern konsequent in allen Kontexten von Mitgestaltenden zu sprechen?

Das würde auch die Brücke schlagen zu unserem Ansatz, für die Bewältigung der Digitalisierungsherausforderung auch stärker Berührungspunkte mit dem sozialen Sektor zu suchen, wo in Sachen Mindset, Einbezug der Menschen und Sinnorientierung viele gute Beispiele zu finden sind. …


Image for post
Image for post

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Der soziale Sektor bietet für interessierte Köpfe viele Impulse für unternehmerische Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Um die Erfahrungen daraus zu nutzen, müssen Unternehmen dauerhafte Berührungspunkte in andere Erfahrungswelten schaffen.

Digitalisierung, Fachkräftemangel, Klimawandel, Globalisierung, politische Unsicherheiten, Regulierung, New Work, VUCA-Welt — Unternehmen sehen sich wie selten zuvor enormen strategischen Herausforderungen ausgesetzt. Sie müssen sich auf vielfältige Weise weiterentwickeln, um ihre Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit zu erhalten. Ein sich rapide wandelndes Marktumfeld und neue Ansprüche von Kunden, Fachkräften, Kapitalgebern und Staat erfordern neue Denkweisen und Impulse für unternehmerisches Handeln im 21. Jahrhundert. …


Image for post
Image for post

Nur wer Fenster und Türen für neue Impulse öffnet, kann sich für die Zukunft fit halten. Und manchmal liegen die wertvollsten Erfahrungen an unerwarteten Orten. Bericht einer Lernreise.

Ja. Ich habe eine Ausbildung gemacht, studiert, promoviert und mehrere Weiterbildungen durchlaufen. Aber in der Mitte meines Berufslebens angekommen muss ich feststellen: Ich habe die für meinen Beruf wesentlichsten Fähigkeiten nicht in diesen formalen Ausbildungen, sondern über eine andere Perspektive, nämlich im sogenannten Ehrenamt im sozialen Sektor erlernt.

Als Gründer der auf freiwilligem Engagement basierenden sozialen Organisation Heldenrat e.V. habe ich mich dort in vielen Dingen ausprobieren können, zu denen ich im Job nicht ohne weiteres Gelegenheit gehabt hätte. Dazu zählen Tätigkeiten wie Moderation, das Management von Beratungsprojekten, Auftragsklärungen, Coaching, laterales (und sinnorientiertes) Führen, öffentliches Sprechen, Onboarding und Training neuer Mitarbeiter, Konzeption und Durchführung von Workshops, Prozessmanagement, Strategieentwicklung, Öffentlichkeitsarbeit, Umgang mit Social Media und vieles mehr. Ganz zu schweigen von den themenspezifischen Kompetenzen, die ich dabei sammeln konnte: Mein Übergang aus der Wirtschaft in die Robert Bosch Stiftung und damit eine der großen zivilgesellschaftlichen Förderinsitutionen in Europa wäre nicht möglich gewesen, wenn ich im Ehrenamt nicht zuvor knapp zehn Jahre profunde Kenntnisse in zivilgesellschaftlichen Fragestellungen und in Social Entrepreneurship gesammelt hätte. …


Image for post
Image for post

Eine moralische Zeitenwende ist eingeleitet, alte Gewissheiten über das Gute und Erstrebenswerte gelten nicht mehr. Die Menschen tun gut daran, das zu erkennen, das Alte wegzuräumen und dem Neuen Platz zu machen.

Wenn wir anderen Menschen Schaden zufügen, gibt es im Prinzip drei Haltungen, damit umzugehen: Die „Scheissegal“-Haltung: Uns kümmern die Konsequenzen nicht, wir sind uns selbst die Nächsten und tun das immer wieder. Die „Sorry, aber geht nicht anders“-Haltung: Wir versuchen, es wieder gut zu machen, aber leider wird das wieder passieren müssen. Die „Kommt nicht wieder vor“-Haltung: Wir verstehen, dass unser Verhalten blöd ist, entschuldigen uns und stellen es ein. …

About

Thomas Leppert

Schreibt über Wirtschaft, Soziales und technologischen Wandel. Geschäftsführer Heldenrat GmbH in Hamburg. Trust me, I‘m a Chancemaker.

Get the Medium app

A button that says 'Download on the App Store', and if clicked it will lead you to the iOS App store
A button that says 'Get it on, Google Play', and if clicked it will lead you to the Google Play store