Nachholbedarf im internationalen Vergleich, dennoch wachsender Markt und steigendes Interesse von Investoren: Experten erklären Zukunftsaussichten für Legal Tech im Jahr 2019

Wir haben 15 internationale Legal-Tech-Experten zu den Zukunftsaussichten der Branche befragt. Herausgekommen ist Folgendes:

  • Deutsche Politik hat im Bereich Legal Tech Nachholbedarf.
  • Zukunftsaussichten dennoch positiv: Marktentwicklung in 2018 zeigt Potenzial.
  • 2019 werden Rechtsdienstleistungen noch einfacher, schneller und günstiger.
  • Die ausführliche Expertenbefragung finden Sie hier: Legal Tech 2019.

Ob bei einer schnellen Internetverbindung, der Bezahlung via Smartphone oder einer digitalen Verwaltung: Deutschland ist bei der Digitalisierung im internationalen Vergleich weit abgeschlagen. Noch besteht auch auf dem Rechtsdienstleistungsmarkt Nachholbedarf, wie die Befragung von advocado ergab. Doch die Weichen für ein erfolgreiches Jahr 2019 sind gestellt.

Positive Aussichten für Legal Tech — aber 2019 muss sich vieles ändern

„Kanzleien sehen es mehr und mehr als Vorteil, die Effizienz in Prozessen zu steigern“, erkennt Legal-Tech-Consultant Dr. Gernot Halbleib einen positiven Zukunftstrend. Unterstützt werden die Juristen dabei von Legal-Tech-Unternehmen, die u. a. bei der Suche des passenden Rechtsanwalts helfen, Kosten transparent machen und Arbeitsprozesse vereinfachen. Noch wird die Innovationskraft der Branchenvertreter durch veraltete Gesetze und überholte Denkweisen gehemmt. Aber Besserung ist in Sicht — beispielsweise durch das im Dezember 2018 veröffentlichte Positionspapier des Bundes deutscher Startups e.V. zur geforderten Änderung des Rechtsdienstleistungsgesetzes. Im Ausland wurde das Thema Legal Tech zudem durch Konzepte erschlossen, die auch in Deutschland Potenzial haben, so die Mehrheit der befragten Legal-Tech-Experten. Der US-amerikanische Markt gilt als Vorreiter in der Branche. Dort werden Scheidungen, Erbschaften und Co. schon längst kostengünstig und schnell über das Internet abgewickelt.

Rechtsberatung der Zukunft: Was setzt sich am Ende durch?

Derzeit gibt es in Deutschland viele Nischenanbieter, die 2018 bereits durch standardisierte Prozesse und gutes Marketing mit verhältnismäßig wenig Aufwand einen hohen Umsatz verbuchen konnten — Beispiel Dieselgate. 2019 werden weitere Nischen besetzt werden, sagt Halbleib. Zudem senken vertikal integrierte Rechtsprodukte die Rechtsberatungskosten weiter, ergänzt Dr. Jochen Brandhoff, Organisator der größten Kongressmesse für Legal Innovationen in Europa. Dr. Petra Arends-Paltzer, Woman of Legal Tech 2018, setzt hingegen auf mandantenorientierte Konzepte, die Rechtsuchenden den Zugang zum Recht erleichtern.

Der Legal-Tech-Markt befindet sich erst in der mittleren Anfangsphase seiner Entwicklung, sagen die Experten. Viele von ihnen erwarten im Jahr 2019 einen deutlichen Schub, denn das Potenzial der Branche wird zunehmend von Investoren erkannt. Durch die starke Fragmentierung des Marktes und den vielen Optimierungsmöglichkeiten ist Legal Tech eine großartige Investitionsbranche, meint beispielsweise Venture-Capital-Investor Mike Lobanov von Target Global.

Es bleibt spannend zu beobachten, ob sich Deutschland beim Thema Legal Tech 2019 endlich behaupten kann. Mit einem jährlichen Umsatz von 25,8 Milliarden Euro hat der Rechtsdienstleistungsmarkt ein großes Potenzial, das nur darauf wartet, ausgeschöpft zu werden. Bewahrheiten sich die Einschätzungen der Experten, ist zu erwarten, dass in Zukunft immer mehr Menschen ihren Rechtsbeistand über das Internet suchen und Rechtshilfe immer schneller, einfacher und günstiger zur Verfügung steht.

Mehr Informationen zur Expertenbefragung und zum Thema Legal Tech

Was genau ist Legal Tech? Wieso schneiden deutsche Anbieter im internationalen Vergleich so schlecht ab? Was muss sich konkret ändern, damit Deutschland wettbewerbsfähig bleibt? Antworten auf diese Fragen und weitere Zusatzinformationen finden Sie in unserem ausführlichen Beitrag zum Thema Legal Tech 2019.

Über die Expertenbefragung

Befragt wurden 15 Legal Tech-Experten zu ihren Ansichten über die Entwicklungen und Herausforderungen der Branche im Jahr 2019. Zu den Befragten zählen u. a. Dr. Petra Arends-Paltzer, Maximilian Block, Dr. Jochen Brandhoff, Christophe Chevalley, Dr. Gernot Halbleib, Mike Lobanov und weitere renommierte Branchenkenner. advocado bedankt sich bei allen Teilnehmern.

Über advocado

Das 2014 gegründete Legal-Tech-Startup bietet ausgezeichnete Rechtsberatung von erfahrenen und spezialisierten Anwälten zu jedem juristischen Problem. Sämtliche Rechtsfälle — ob für Privatpersonen oder Geschäftskunden — können vollständig digital und somit orts- und zeitunabhängig abgewickelt werden. Mehr als 350 spezialisierte Partnerkanzleien, ein umfassendes Qualitätsmanagement sowie technische Innovationen machen advocado zu einem der führenden Legal Techs in Deutschland. Mehr finden Sie auf unserer Seite „Über advocado“.

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