© Bene Rohlmann

DIGITALISIERUNG — SCHÖNE VERNETZTE WELT

Das Smartphone ist zum ständigen Begleiter geworden. Denn neue Technologien und Anwendungen machen das Telefon immer intelligenter. So sind wir über das kleine Gerät ständig und überall vernetzt.

Die Welt tindert. Über 850 Millionen Mal wurde die Dating-App bereits auf Smartphones rund um den Globus installiert. Das Prinzip dahinter ist denkbar einfach: Zugang gibt es über das Facebook-Profil, von dem auch Vorname, Alter und Profilfotos in die App geladen werden. Dann sehen die Nutzer Bilder anderer Tinder-User, die sich gerade in der Nähe aufhalten. Ein Wisch nach links heißt: der Nächste bitte, das Bild verschwindet. Wisch nach rechts: Interessant. Wischen beide Personen nach rechts, können sie miteinander chatten — und sich verabreden.

Tinder funktioniert also wie das virtuelle Flanieren in der Fußgängerzone: Nur Sekunden entscheiden darüber, ob wir jemanden attraktiv finden oder nicht, ob wir einen unverfänglichen Kontakt herstellen oder wieder in der Masse verschwinden. Doch nicht nur Tinder läuft gut. Auch andere Dating-Apps wie Badoo oder Lovoo erfahren regen Zulauf und verfügen über mehrere Millionen Mitglieder. Auf der Suche nach Flirts in Clubs oder Cafés zu gehen, scheint nicht mehr angesagt. Das Smartphone ersetzt mit seiner social-media-Vernetzung die schüchternen Blicke an der Bar.

Alltag volldigital

Doch die digitale Revolution mischt nicht nur die Partnersuche gehörig durch. Unser gesamter Alltag verändert sich und wird in den kommenden Jahren voll digital. Möglich machen das die intelligenten Begleiter. Das Smartphone und sein größerer Bruder, das Tablet, sorgen dafür, dass wir immer und überall mit den Datenströmen des Internets verbunden und miteinander vernetzt sind. Rund 40,4 Millionen Smartphones gab es nach Angaben des Technologieunternehmens Comscore in diesem Frühjahr in Deutschland — mehr als doppelt so viele wie im Jahr 2011. Damals waren es 19,6 Millionen Geräte. Zusätzlich waren im vergangenen Jahr rund 20 Millionen Tablets in Betrieb. Tendenz steigend. Bis zum Jahr 2018 rechnet das Statistische Bundesamt mit rund 38,4 Millionen Tablets.

Laut Comscore nutzen im Frühjahr dieses Jahres knapp sechs von zehn Smartphone- und Tablet-Besitzer in Deutschland die Geräte auch zum mobilen Einkauf. Das sind rund 17 Prozent als noch im Jahr zuvor. Doch die Geräte vernetzen uns nicht nur in der Online-Shopping-Welt. Auch in der realen Einkaufs-Welt finden die schlauen Telefone immer mehr Einsatzmöglichkeiten. So können nicht nur Produkte und Preise schnell per Wisch verglichen werden. In einigen Märkten dient das Smartphone bereits heute als Geldbörse. Mobile Payment macht es möglich. Ob über Near Field Communication (NFC) oder per App, der Handel experimentiert gerade mit mobilen Zahlungslösungen. Das ist nicht nur bequem, es bedeutet für den Handel auch ein Mehr an Information über die Einkaufsgewohnheiten ihrer Kunden.

Vernetzt unterwegs

Und das Smartphone hilft auch dabei, die Einkäufe nach Hause zu transportieren. Neue Apps zeigen vielfältige Möglichkeiten, von A nach b zu kommen — ob mit per Carsharing-Auto, Leihfahrrad oder Bus und Bahn. Weil alle Verkehrsangebote über das internet abrufbar sind, kombinieren die Apps die verschiedenen Verkehrsmittel miteinander. Fahrzeuge und Tickets lassen sich direkt über die Apps buchen.

Das Smartphone mit seinen neuen Technologien optimiert in Zukunft jedoch nicht nur unseren Alltag, es optimiert auch uns. Neue Überwachungstools und digitale Gadgets halten jede Aktivität unseres Körpers, jede Eigenschaft, jede Handlung und sogar Gefühle fest. Vernetzte Wearables, am Körper getragen, überwachen Schlaf, Fitness oder Diät-Erfolg. Im Jahr 2030 wird das automatisierte Puls-, Bewegungs- oder Blutdruck-Scanning zur Alltagsausrüstung gehören, meinen auch die Zukunftsforscher Eike Wenzel und Oliver Dziemba in ihrem Buch „#Wir — Wie die Digitalisierung den Alltag verändert“. Danach gehört die Zukunft den Messinstrumenten, die nicht nur unsere Gesundheit scannen, sondern auch dabei helfen, vermeintliche Schwächen auszuhebeln. Diese Daten speichern wir dann nicht mehr direkt auf dem Computer, sondern in der virtuellen Cloud. So ist der Zugriff ist jederzeit und überall möglich, auch von Smartphone und Tablet aus.

Digitale Welt direkt im Blick

Doch bei Smartphone und Tablet wird es nicht bleiben. Bereits heute machen Smartwatch und Datenbrille den Telefonen Konkurrenz. Zwar brauchen einige Geräte zum Telefonieren oder Surfen noch die Verbindung zum Smartphone, doch erste Uhren funktionieren bereits ohne Handy. Ihre Leistungen sind mit denen der Smartphones durchaus vergleichbar. Neben Telefon und Internet bieten sie GPS-Navigation, Musikgenuss mittels kabelloser Kopfhörer oder Trainingsanalysen für Jogger inklusive Pulsmessung.

Doch geht es nach den Machern der neuen Technologien, ist auch bei der digitalen Brille noch lange nicht Schluss. Sie tüfteln bereits an einer vernetzten Kontaktlinse — damit hätten wir dann die virtuelle Welt immer im Blick.

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