“Kanst”: Plädoyer für ein neues Kunstwort

Kunst oder Kan(n)st oder beides oder weder-noch?

Wozu ein neues Wort? Weil mich drei Dinge am Wort “Kunst” stören:

  1. Das “un” in der Mitte von “Kunst” hat im Deutschen etwas Negierendes: 
    Ist etwas nicht bekannt, ist es eben “un”bekannt. Wie man sieht, muss ein “un” nicht negativ gemeint sein, aber bei Begriffen wie “Un”vermögen oder “un”fähig wird diese Abstraktion schon schwieriger. Obwohl das “un” beim Wort “Kunst” nicht voransteht, wage ich die These, dass unbewusst im Kopf Ähnliches passiert, da es prägender akustischer Teil des Worts ist.
  2. Der Begriff “Kunst” ist für mich zu global und fasst mindestens zwei Dinge unter sich zusammen, die zwar miteinander zu tun haben, doch der Unter-scheidung wert sind: Zum einen eben das Jedermannsche freie Kreieren und Schaffen von etwas (Passion); zum anderen ein auf professionellen Fähig- und Fertigkeiten beruhendes Kreieren und Schaffen (Profession).
  3. “Kunst liegt im Auge des Betrachters” heißt das Sprichwort. Nichts dagegen, denn jeder kann und soll ein Künstler sein. Doch damit wird auf besonderen Fertigkeiten basierende Kunst ein Stück weit beliebig und verliert an Wert. Eine Unterscheidung hilft hier allen Beteiligten: den Hobby-Künstlern dabei, nicht an überzogenen Maßstäben gemessen zu werden; und den Profis dabei, ihr Können besser zu monetarisieren.

Daher würde ich gern den Begriff “Kanst” prägen, der in Anlehnung an “kannst” eben auf das Können und die Fähig- und Fertigkeit eines Kreierenden abzielt. Ich selbst möchte und kann keine Kriterien dafür definieren wie das eine vom anderen zu unterscheiden ist — doch das eine vom anderen für sich zu unterscheiden, kann im Grunde jeder: “ Auch Du kan(n)st das.” ;-)