Über Dächern, auf Schienen

Fahrgast: „Wie schnell fährt dieser Zug?“

Schaffner: „230 Stundenkilometer“

„Und wie schnell kann er fahren?“

„230 Stundenkilometer“

„Ich habe gehört, es seien 300 km/h.“

„Ja, aber nicht dieser Zug.“

„Wie schnell fährt und wie schnell kann denn dieser Zug fahren?“

„Er kann 230 fahren und fährt auch höchstens 230.“

Das Gesicht des Fragenden rötet sich; festere, lautere Stimme.

„Aber es sind 300, habe ich gehört.“

„Das ist nur der ICE3, der fährt auf der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Köln und Frankfurt.“

„Aha, hm!“

Was er nicht sagt: Warum fahren wir so langsam, ich bin unter Zeitdruck. Danach sieht er aus, danach klingen seine Fragen.

Es sind nur 1 Stunde und 42 Minuten. 08:06 Uhr Abfahrt, 09:48 Ankunft. Zwei Metropolen in Deutschland, in denen die Frage oft gestellt wird: Was ist Deine Stadt?

Zeitlich nah beieinander; ebenso in mancher Antwort auf eine meist folgende Mentalitätsfrage.

Einigkeit am Abend zuvor über den Dächern Hamburgs, Erfahrungsaustausch über Köln.

„Ich brauche keine Menschen, die ich kennenlerne und an einem Abend meine besten Freunde sind, mich aber am nächsten Tag nicht mehr kennen.“

„Oberflächlich“

„Ja, genau.“

Bemerkung: Konservativ katholisch.

Ist das katholisch?

Nachdenken.

„Ja, schon.“

Ein schneller Abschied. Schade. Nicht häufig bin ich an Menschen so interessiert. Genauer: Fast nie. Mir fällt kaum jemand ein. Es fühlt sich richtig an.

Ich schreibe ihr eine Nachricht hinterher. „Maria, vielen Dank für das tolle Gespräch.“

A single golf clap? Or a long standing ovation?

By clapping more or less, you can signal to us which stories really stand out.