Höhenqual

Maria wollte nicht mehr, nicht mehr investieren in uns.

Hatte sie Angst?
Ich vermute es.

Indirekte Liebesschwüre per Textnachrichten. Ins Gesicht sagt sie es mir nie. Auch nicht, als sie mich im Februar verlässt.

„Entspanne Dich einfach, alles ist gut. Sag Bescheid, wenn Du angekommen bist.“ Die letzten beiden Sätze, bei denen sie mir in die Augen schaut.

Zehn Tage später: „Es geht nicht weiter“ steht auf meinem Handy-Display.

Maria war womöglich die Eine, wollte es aber nicht sein. Gefühl: Konnte es nicht sein.

Also Rückkehr nach Südamerika. Die Tränen nehme ich mit.

Der Bus quält sich in Richtung Andenpass.

Zeigt sich Liebe nur, wenn die Person einen neuen Lebensweg sucht?

Mein Studium ist seit dem vergangenen Sommer abgeschlossen, die Welt steht mir mehr als jemals zuvor offen. Ich wollte Veränderung, Maria bietet sie. Vermeintliche Selbstsicherheit und Eigenständigkeit; aber eine Steifheit, die mich irritiert. Zu häufige Enttäuschung, Suche nach sozialem Halt, Angst vor Verletzungen?

Nach Monaten schaffe ich es scheinbar, sie zu erobern. Nicht für lange.

Sie täuscht sich in sich selbst, ich bin verblendet. Große Worte über Gefühle, wenige Taten. Viele Gründe sind möglich: Unerfahrenheit, Unsicherheit oder Unkenntnis über sich selbst. Konfrontieren kann ich sie damit nie.

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