#koelnHBF — Was bleibt, wenn die Journalisten abziehen?
Martin Weber
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In der Analyse, insbesondere was die Medien betrifft, stimme ich dir weitgehend zu, bei der Forderung einer „klaren Ansage“ bin sehr skeptisch.

Mit weniger zebrochenen Fenstern lässt sich das subjektive Sicherheitsgefühl sicher steigern, mit höherer Polizeipräsenz auch die Kriminalität lokal bekämpfen, sie wird aber sicher nicht geringer sondern nur verlagert, gesellschaftlich haben wir wenig gewonnen.

Verhalten lässt sich kaum per Ansage von oben ändern, sondern nur im Dialog auf Augenhöhe und Veränderung der Ursachen. Ich glaube, weder politische Apelle, noch härtere Gesetze oder „abschreckende Exempel“ werden kriminelle Straftäter beeindrucken. In der Silvesternacht traten ja vor allem zwei Straftaten auf: Taschendiebstahl und sexualisierte Übergriffe bis zur Vergewaltigung, z.T. in Tateinheit (vgl. Antänzertrick). Diese Verbrechen müssen wie jedes andere Verbrechen verfolgt und verurteilt werden, das wird weitere Verbrechen aber nicht verhindern — dafür müssen wir an die Ursachen heran.

Die Täter sind wohl mehrheitlich Migranten die aus Nordafrika und dem nahen Osten stammen, vermutlich mit unterschiedlichem Aufenthaltsstatus. Die Herkunft der Täter ist meiner Einschätzung nach gar nicht der entscheidende Punkt. Ich vermute die Täter bilden eher aufgrund von Bildungsniveau, sozialen Status und „Frustrationslevel“ eine Gruppe.

Das heißt wir müssen Bildungs- und Integrationsprobleme lösen. Diese betreffen Flüchtlinge, Personen mit Migrationshintergrund wie auch biodeutsche Bildungsverlierer gleichermaßen. Wenn wir diese nicht wirklich in die Gesellschaft integrieren, bekommen wir die Probleme, die wir haben.

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