Die Kickbox von Adobe. Bisher 1.000-fach in Angriff genommen

5 Erfolgsfaktoren für innovative Teams

Innovation ist kein Zufall. Schon im Team selbst wird die Grundlage gelegt.

Unsere Top 5 für Innovations-Teams: Erkenntnisse aus der Team-Aufstellung für Innovationsprozesse. Aus der Arbeit mit Lean-Innovation-Methoden, um Unternehmen fit für die Zukunft zu machen.


1. Nicht eine Idee, DEINE Idee

Die kleinste Erfolgseinheit: der motivierte Mensch

Die kleinste Einheit der Innovation ist immer noch der einzelne Mitarbeiter. Und genau das ist das erste Geheimnis für ein Erfolgs-Team: der motivierte Mensch. Unternehmen rund um den Globus beschäftigen sich damit, wie sich Prozesse anstoßen lassen, die auch in der Zukunft Erfolg sichern. Natürlich spielen Innovationen dabei eine zentrale Rolle. Aber wie kann man diese kleinen Wunder gezielt fördern?

Der erste Schritt ist es, bei den einzelnen Mitarbeitern anzusetzen. Noch bevor alle anderen Bedingungen erfüllt sind, muss der Einzelne bereit sein, neu zu denken und Lust haben überhaupt Ideen zu entwickeln. Diese „kleinste motivierte Einheit Mensch“ sitzt nicht zwangsläufig in der Innovationsabteilung. Es lohnt sich also, genau auf die Suche zu gehen. Wie genau das passiert, gestalten viele Konzerne unterschiedlich.

Eines der spannendsten Beispiele der jüngeren Zeit ist Adobe mit seiner kleinen roten Kickbox. „Think outside the box“ kommt hier tatsächlich in Form einer Art Do-it-youself Box. Wer sie kriegt? Jeder der eine Idee hat oder Lust hat, eine Idee zu entwickeln. Was in der Box ist? Zunächst einmal: Eine Kreditkarte mit 1.000 Dollar zur völlig freien Verfügung. Abrechnungspflicht? Fehlanzeige. Außerdem darin: eine Anleitung in sechs Leveln, um Ideen zu entwickeln, verwerfen, schärfen und testen. Ach ja und: Kaffee und Schokoriegel. Stufe 2 kommt übrigens in Form einer blauen Box: der Inhalt — individuell und geheim.

Adobe und seine Kickbox für Innovation

Dass es sich für Unternehmen richtig lohnen kann, diese „kleinste motivierte Einheit Mensch“ zu suchen zeigt das kleine Zahlenspiel von Adobe. Vor der Kickbox: 12 Ideen wurden jährlich im Unternehmen umgesetzt. Die Kosten lagen teilweise pro Idee bei 1 Million Dollar. Nach der Kickbox: Kosten pro Idee, die es in die echte Umsetzung im Konzern schafft: 43.500 Dollar. Denn: 1.000 Projekte mit je 1.000 Dollar Kapital, also 1 Million insgesamt, wurden gestartet. Mehrere 100 gingen in weitere Phasen. 23 in die tatsächliche Umsetzung bei Adobe. Ein überzeugendes Rechenspiel.


2. Das Team, was für ein Pfundskerl

Der Turboknopf für Innovation: Das Erfolgsteam

Natürlich setzt sich ein Team idealerweise aus motivierten Menschen zusammen. Wir schauen an dieser Stelle einmal auf den Bereich der Kompetenzen. Auf solche, die Teams helfen, schnell Innovationen zu entwickeln und zu testen. Was ein Team dazu bringt, auf unserer Erfolgs-Matrix von den Vorbedingungen ganz oben zu ranken:

Kompetenz Produkt und Services: um schnell möglichst viele Anforderungen an ein Produkt zu überblicken und die Fäden zusammenzuhalten ein Pluspunkt für Schnelligkeit

Kompetenz Entwicklung und Design: Unerlässlich, wenn es darum geht, schnell eine Landingpage zu erstellen, also eine Seite auf der die Idee einen Raum findet und getestet werden kann, wie sie beim Nutzer ankommt.

Kompetenz Online Marketing: kann in kurzer Zeit dafür sorgen, dass sich genug Personen auf dieser Seite tummeln, um genug belastbare Daten für die Auswertung zu haben.

Kompetenz Datenanalyse und Testing: ermöglicht, schnell die gesammelten Daten zu analysieren und Rückschlüsse für den nächsten Entwicklungs-Sprint zu ziehen.

Diese Komponenten geben einem Team die besten Startvoraussetzungen und sie geben genau den Grad an Autonomie, der für schnelle Ergebnisse nötig ist. Die Schnelligkeit mit der im Team agiert werden kann ist unschlagbar. Funktionieren wird der Prozess auch ohne Spezialisten im jeweiligen Bereich. Allerdings wird er langsamer. Denn zwingend erledigt werden müssen die Schritte eben doch.

3. Tagesgeschäft stummschalten

Neue Ideen statt Alltag: raus aus dem Tagesgeschäft

Mal raus mit dem Kopf. Wer kennt das nicht: Die besten Ideen kommen während der Bahnfahrt zum Wochenendausflug. Nun heißt die Konsequenz nicht zwangsläufig: mehr Wochenendausflüge und Bahnfahrten. Schon das möglichst gezielte Stummschalten des Tagesgeschäftes ist für die Entwicklung neuer Ideen Gold wert.

Firmen wie Google machen es vor. Innovation passiert häufig außerhalb des Arbeitsalltags, also muss man für Innovationen raus aus dem Arbeitsalltag. Mit seiner 20% Regelung hat Google genau das unterstützt. 20 % der Arbeitszeit — also ein Tag die Woche — können frei auf die Arbeit an Ideen verwendet werden. Google brachte das immerhin Produkte wie Gmail, Maps und AdSense ein.

Nicht vergessen werden darf : es geht nicht darum, das Tagesgeschäft schneller zu erledigen. Sondern darum, Innovationen gezielt zu fördern, um als Unternehmen zukunftsfähig zu bleiben.


4. Meine kleine Strukturreform

Innovation kennt keine Grenzen: flexible Strukturen

Das Denken in Abteilungen und Zuständigkeiten wird für die Zeit der Prozesse, wie wir sie mit Teams im Lean-Product-Sprint gestalten, bewusst ausgeklammert. Je flexibler die Teams innerhalb des Konzerns agieren können desto höher punkten sie von vornherein in unserer Erfolgs-Matrix. Auch hier gilt. Natürlich geht es auch anders. Selbst in den starrsten Strukturen lassen sich Innovationen umsetzen, so genannte MVPs (Minimum Viable Products) in relativ kurzer Zeit entwickeln. Nur eben langsamer.

Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist damit auch, dass das Unternehmen bis in die höchsten Strukturen von dem Vorgehen überzeugt ist und es unterstützt. Nicht nur die Motivation des Einzelnen bekommt damit einen Schub. Auch die Bereitschaft, Strukturen neu zu denken, ist einfacher. Der Alltag aus Abteilungen, Hierarchien und Absegnungs-Instanzen wird unwichtig. Innovation wie wir sie mit Lean-Methoden im Team umsetzen lassen, wird möglich.


5. Vom Verwerfen und Verwerten

Wie es weitergeht: Scheitern gern gesehen, Lernen erwünscht

An irgendeinem Punkt kommt sie immer: die große Frage, wie es nach den ersten Ideen und deren Validierung eigentlich weitergeht. Im Grunde gibt es zwei Wege und beide sind gleich gut. Vorausgesetzt, sie werden richtig genutzt.

Der erste Weg ist, die Idee zu begraben. „Scheitern“ möchte man denken, aber davon ist es weit entfernt. Auch wenn aktuell „Fail to succeed“ (Scheitere um erfolgreich zu sein) oder „Fail fast, fail often” (Scheitere schnell und häufig) zum Mantra erhoben werden, hat der Prozess doch mit unserem negativem Begriff des Scheiterns nichts zu tun. Es geht mehr ums Lernen. Und die Lektion in manchen Fällen ist eben, dass das Produkt nicht angenommen wird. Je früher ich das weiß, desto geringer die Kosten des „Scheiterns“. Verwerfen und lernen.

Eine Idee zu begraben ist auch ein Lerneffekt

Der zweite Weg ist aus dem gleichen Material gemacht. Aus Lern-Erkenntnissen, die auf Daten basieren. Nur sind sie in manchen Fällen ein starkes Argument dafür, dass ein Produkt funktioniert. Dann geht es den Weg weiter. Die Umsetzung im Unternehmen beginnt.

Der positive Nebeneffekt ist, dass Teams den Prozess im Konzern verbreiten. Sie haben ihn ein erstes Mal durchgemacht, und können bestimmte Funktionen auch in andere Teams und Strukturen tragen.


Wir von relevantive arbeiten regelmäßig mit Konzernen in unseren Lean Product Sprints. Wir gehen selbst ganz nach Lean-Innovation-Methoden vor, was unsere Empfehlung für Team-Aufstellungen zur Produktentwicklung angeht. In den letzten Jahren haben wir bei den Produkt-Entwicklungen Erfolgs-Teams gemessen. Hier haben wir euch in die Lern-Ergebnisse eingeweiht.