So ist das neue iPhone XS Max

Apple baut das grösste und teuerste iPhone aller Zeiten. Wir haben uns eingehend mit dem neuen Gerät beschäftigt und finden: Man spart besser auf den nächsten Wurf.

Das neue iPhone XS Max ist vor allem eins: gross. (Bild PD)

Geschenkt, dass das neue iPhone XS Max das schnellste seiner Art ist und vor allem bei schwachen Lichtverhältnissen schönere Fotos schiesst als alle seine Vorgänger. Apple macht sein wichtigstes Produkt ja jedes Jahr ein Stückchen besser, das ist heuer nicht anders. Geschenkt hingegen gibts das Telefon nicht — ganz im Gegenteil: Mit einem empfohlenen Verkaufspreis von 1300 bis 1800 Franken ist das neue Apfeltelefon das teuerste seiner Art überhaupt.

Besonders fies: Bei den drei angebotenen Speicherkapazitäten fehlt ausgerechnet die, die wohl am meisten gekauft würde: 128 GB. Verkauft werden nur 64, 256 und 512 GB. Warum das bei Apple System hat, ist klar: Nirgends verdient der Konzern so viel wie beim Speicher. Laut Bloomberg ist der Einkaufspreis für diese Komponente noch halb so teuer wie vor Jahresfrist. Und weil Apple diese Ersparnis nicht an die Konsumenten weitergebe, könne der Konzern mit dem «Speichertrick» die Rentabilität seiner Geräte erhöhen.

Viel Power und eine Alternative

Nun, was erhalten Käufer für das viele Geld? In der Verpackung stecken das iPhone XS Max, ein passender Kopfhörer und ein Ladekabel. Das Telefon selbst hat mit einem kristallklaren 6,5-Zoll-Bildschirm das grösste Display, das Apple je gebaut hat. Es ist so gross, dass es zwar zum Anschauen von Bildern und Videos hervorragend geeignet, aber trotz langer Finger mit einer Hand nur mühselig zu bedienen ist. Erschwerend hinzu kommt sein Gewicht von 200 Gramm. Das Gerät ist aber mit (praktisch) randlosem Bildschirm sauber, formschön und stabil verarbeitet; und dank Glasoberfläche trotz reichlich Gewicht griffig.

Wers handlicher mag, kann zum «nur» 180 Gramm schweren Bruder iPhone XS mit 5,8-Zoll-Bildschirm greifen — und dabei erst noch 100 Franken sparen. Abgesehen von den erwähnten Unterschieden und einer leicht kleineren Batterie müssen Käufer des XS keine Abstriche machen: In beiden Geräten steckt tupfgenau dieselbe Technik — ein Novum bei Apple.

Doch die Unterschiede der Neulinge zum direkten Vorgänger iPhone X sind im Alltag kaum spürbar, obwohl der Hersteller von stark verbessertem Display, Tempo, Sound und Kamera spricht. Das liegt allerdings nicht nur am iPhone XS Max, sondern auch an den Stärken des iPhone X: Dieses Gerät ist noch zu gut, um schon ersetzt zu werden. Es zeigt sich erneut, dass Apple in einem Zwischenjahr sein Pulver nicht verschiessen will. Grosse Updates gibts bei den Kaliforniern turnusgemäss nur jedes zweite Jahr.


Neues in iOS 12

Seit September ist das neue Apple-Betriebssystem iOS 12 für alle iPhones (ab Version 5S), alle iPads (ab dem Mini 2) sowie die iPod Touchs (ab der 6. Generation) verfügbar. Falls das ­Update bei Ihrem Gerät noch nicht geladen ­worden ist, holen Sie das in den Einstellungen via Allgemein unter Softwareupdate/Laden und installieren nach. Laut Apple steigert iOS 12 die Leistung aller Geräte:

1. Bildschirmzeit
Diese Funktion wertet aus, wie Sie das iPhone nutzen. Detailliert sehen Sie, welche App Sie wann und wie lange genutzt haben und können unter anderem tägliche Limiten festlegen.

2. Virtuelle Welt
Augmented Reality gewinnt an Wichtigkeit. Exemplarisch dafür hat Apple die App «Massband» eingeführt, mit der per Fingertipp die Grösse von Gegenständen, etwa eines Möbels, gemessen werden kann.

3. Facetime-Update
In der Videochat-App kann neu mit bis zu 32 Freunden gleichzeitig telefoniert werden. Zudem kann das eigene Gesicht durch ein sogenanntes Memoji ersetzt werden. Letztere lassen sich auch im Messenger einsetzen.

4. Produktives
Verschiedene Mitteilungen derselben App werden auf dem Sperrbildschirm gebündelt angezeigt. Und der «Nicht stören»-Modus wurde überarbeitet: Er lässt sich neu für bestimmte Orte und Termine aktivieren und deaktiviert sich danach automatisch.


Erstpublikation am 4. Oktober 2018 im Migros-Magazin