Newsletter: “Der neue alte heiße Scheiß”

Moin Moin aus Altona,
der Sommer macht ja kurz eine G20-Verschnaufpause (keine Angst, ich will mit euch das Thema hier nicht aufarbeiten ;) — bei 18 Grad und Dauerregen lässt sich aber doch mal wieder ein gutes Buch lesen. Oder die Inbox organisieren. Was ich dabei bei mir beobachte: ich stehe auf gute Newsletter.
Angefangen hat es vor ein paar Jahren, als ich mit meinem Blogger-Kumpel und Geschäftsfreund Björn Ognibeni über Newsletter als den “neuen, alten heißen Scheiss” sprach. Er legte mir als Benchmark den Marketing-Newsletter “Stratechery” von Ben Thompson ans Herz.
Einmal wöchentlich flattert eine tiefe und gut geschriebene Analyse aus meiner Branche, dem digitalen Marketing, in die Inbox. Kostenlos; wer mehr will, der kann den Spaß täglich haben.
Schon 2015 knackt Thompson so die 2.000-Subscriber Marke, die 200.000 USD Jahresumsatz bedeuten. — Spätestens hier hab ich mir gedacht, “hey, E-Mail Newsletter sind nicht tot, sie transformieren sich nur”. In einer digitalen Welt, in der immer mehr gescannt und geliked statt gelesen wird, bieten Newsletter-Formate eine erfrischende Alternative. Zurück gelehnt genossen, gehören sie neben Podcasts zu den großen Gewinnern unter den Internetformaten.
“The internet enables niche in a massively powerful way
… I have subscribers in 30 countries.”
- Ben Thompson, Newsletter-Blogger
Seitdem lese ich gerne gute Newsletter und probiere mich selbst ein wenig aus (hier und in meinem St. Pauli Blog), durfte bei der Geburt des beliebten Hamburg Newsletters der ZEIT, der “Elbvertiefung”, als Autor dabei sein und habe für mehrere Kunden — zuletzt für Panasonic — redaktionelle Newsletter-Formate entwickelt.
Was macht einen guten Newsletter aus?
Ich habe ein paar Merkmale gefunden, die für mich zu einem guten Newsletter dazu gehören …
- Abgeschlossenheit: Anders als viele Marketing-Newsletter früheren Zuschnitts, sollte ein Newsletter heute keine Linksammlung sein. Vielmehr sollte man eine abgeschlossene Geschichte erzählen, bei der nur streng dosiert nach Außen verlinkt wird. Bspw. wenn man wirklich etwas in die Tiefe weiterführen möchte oder bei Zitaten und Quellen.
- It’s a Letter!: Ein Newsletter ist ein Brief, — ok, meist einer, der an viele Empfänger geht — aber immer noch einer besonderen Form der Ansprache bedarf. Ich persönlich meine, dass ein Newsletter eine Person als Absender braucht. So wie Mark Spörrle der Absender für die Elbvertiefung ist; und ich in diesem.
- Rituale: Ich habe es hier noch nicht hinbekommen, halte das Schaffen von Ritualen oder anderer Kontinuität aber für wichtig. Die Elbvertiefung bspw. hat einen wunderbar leichten Einstieg über das Thema Wetter — jeden Morgen; und das Meteorologen-Bashing ist ein genialer Running-Gag. Muss ich für mich hier auch mal überlegen, was hier taugen könnte. Ideen bitte per Reply ;)
Was sind für euch Merkmale eines guten Newsletters?
Hinterlasst unten gerne einen Kommentar dazu …
Ich wünsche euch noch einen schönen Sommer, woimmer ihr seid.
Und abonniert meinen Newsletter! ;)
Euer Erik.
ps Ein weiterer Blogger-Kumpel, der nun in Newsletter macht, ist Thomas Knuewer. Seine Updates findet ihr hier zum Abonnieren.
pps Ein weiteres Beispiel für einen guten und persönlichen Newsletter ist der regelmäßige Gedankenfluss von Loic Le Meur. Hier zu abonnieren und nachzulesen(englisch).
pups Wer sich doch noch ein wenig zum Thema G20 informieren möchte: Meine persönliche Quelle für subversive Desinformation ist die FB Page “Altona zurück nach Dänemark”;)
