Kaffee erleben: Wie aus Pflicht Leidenschaft wurde

Im Juni letzten Jahres habe ich einen Job als Service-Mitarbeiter im Caras angenommen. Aus dem Job ist inzwischen eine Leidenschaft für Kaffee gewachsen, die in einem besonderen Event, dem Caras Coffee Workshop, seinen aktuellen Höhepunkt erreicht hat.

Kaffee hat eine lange Tradition und Kultur, trotzdem ist uns die Leidenschaft für den Geschmack mit der Ubiquität des Kaffees verloren gegangen. Anders sind Melitta und Co einfach nicht zu erklären. (“Café Scene in Paris” v. Henri Gervex, 1877 PD-US Quelle: Wikimedia Commons )

Ein Mittel zum Zweck

Jeder kennt das, oft steht zwischen dem Ziel und einem selbst ein Hindernis, dass überbrückt werden will. Zwischen mir und meiner Ausbildung zum Hundetrainer stand ganz eindeutig eine Menge Geld, das erst verdient werden musste. Ein flexibler Job musste her und die beiden großen Kriterien waren: Nie wieder in’s Büro und meine Seele bzw. Würde möchte ich möglichst behalten können. In diesem Moment lies ich Schreibtisch, McDonalds und Starbucks hinter mir und suchte etwas… anderes.

Der Zufall machte mich auf das Caras aufmerksam, die Details auf der Website gefielen und letztendlich klappte es auch mit dem Job. Aus Pflichtbewusstsein trank ich dann meinen ersten Kaffee auf Arbeit und mit jeder Schicht lies ich Elemente weg. Begonnen von Zucker, Kakao o.Ä., bis bei meinem aktuellen Lieblingsgetränk angekommen war: dem Cappuccino — natürlich nur Milch und Espresso, sonst nichts!

Laut Wikipedia ist der Cappuccino eines der Lieblingsgetränke der Deutschen. Cremiger Schaum, warme Milch und vollmundiger Espresso, immer eine gute Wahl. (“My favorite Cappuccino” v. Sérgio Godoy Quelle: Wikimedia Commons)

Der Workshop und die Folgen

Heute wurde mir aber erst klar, wie wenig Ahnung ich wirklich habe. Mit der Ausbildung an der Maschine mit Sieb, Düse und Co. lerne ich alles was nötig ist, um qualitativ hochwertige Kaffeebohnen zu verarbeiten. Begründen, welche Unterschiede, zum Beispiel zwischen Espresso und Filterkaffee, bestehen, konnte ich dadurch nicht. Der Workshop hat das geändert.

Angefangen haben wir mit dem Unterschied zwischen zwei Bohnen. Robusta und Arabica sind die vorherrschenden Kaffeebohnen. Auch für einen Anfänger, wie mich, waren die Unterschiede hier deutlich zu schmecken. Während die Robusta, wie der Name andeutet, die Bohne für das Grobe ist, neigt die Arabica, als empfindlicherer Bruder, zu mehr Nuancen im Geschmack. Beide Bohnen gibt es in unterschiedlichen Qualitäten, die sich durch die Art des Anbaus (Biologisch? Böden?), die Art der Herstellung (Handgepflückt? Verarbeitung?) und die Röstung unterscheiden.

Präsentiert wurde der Kaffee im Weinglas, eine einmalige Sache für eine Kaffee Verkostung in Berlin. (“Red Wine Glas” v. USDA Quelle: Wikimedia Commons)

In den folgenden Runden verkosteten wir drei Kontinente (Afrika, Südamerika und Asien), sowie ein Land (Kenia) und letztendlich kulminierte der Abend mit dem berühmten Jamaica Blue Mountain. Diese edle Arabica Bohne gehört zu einem der teuersten Kaffees der Welt und setzte geschmacklich das i-Tüpfelchen auf dem Abend.

Das unterschiedliche Länder mit unterschiedlichen Geschmäckern aufwarten ist wenig überraschend, aber genau wie bei Weinen, haben auch Kaffeesorten der selben Region deutliche geschmackliche Unterschiede. Spezifische Länder oder gar Kontinente aufgrund eines Kaffees komplett auszusortieren ist grob fahrlässig. Wer weiß welche geheimen Aromen sich in der Nachbarplantage verstecken?

Auf ein letztes Wort

Ich kann es jedem Fan von Kaffee nur empfehlen, seine Zunge mal einen Vormittag lang mit tollem Kaffee zu verwöhnen. Allen anderen möchte ich sagen: Trinkt euren Kaffee (vorzugsweise aus dem Caras) mal ohne Zucker und Milch. Egal ob Filterkaffee oder Espresso — genießt den Geschmack!

Das billige Zeug schmeckt nicht? Warum trinkt ihr ihn dann? Denn: „Die beste Methode, das Leben angenehm zu verbringen, ist, guten Kaffee zu trinken.” Jonathan Swift

➤ Alles rund um das Thema Kaffee bereitet mir Freude und ich stehe auf Twitter jeder Zeit für Fragen bereit — Also fragt mich!

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