Audi Q7: Technikträger der automobilen Zukunft

Der neue Audi Q7 stellt mit Sicherheit unter üblichen, ökologischen Aspekten betrachtet keine radikale Abkehr von Größe und damit zugleich Rohstoffverbrauch dar. Natürlich werden SUVs in dieser Größenklasse in Deutschland immer wieder kritisch gewürdigt, “Schlachtschiff”, “Sternenzerstörer”, was einem auch immer dazu einfällt. Amerikanern wiederum ist der Wagen nicht groß genug. Wer aber schon einmal in einem Kleinwagen neben einem solchen Modell an der Ampel gestanden hat, ist ob der schieren Ausmaße erstaunt. Doch letztlich geht es mir hier nicht um die Bewertung von Vorurteilen hinsichtlich Objektivität.

Festzuhalten zum Q7 ist im Wesentlichen - abseits der o.g. Aspekte -, dass sich der Wagen überraschend agil verhält (bei ca. 2 Tonnen Leergewicht, 300 Kg weniger zum Vorgängermodell). Das könnt Ihr in der üblichen Autopresse durch die Bank weg lesen. Ein Trick war dabei die Verwendung einer Hinterachslenkung. Hierbei bewegen sich die Hinterräder je nach Fahrtrichtung und Geschwindigkeit um bis zu 5 Grad. Der Wendekreis wird kleiner, das Parken fällt leichter, die Kurvenlage wird gefälliger. Kommen wir aber zum eigentlichen Thema: Innovation.

Weitaus interessanter sind die diversen Assistenzsysteme, die in dem Modell verbaut wurden. Und es damit zu einem Technikträger der mobilen Zukunft machen. Wir wissen, dass den Top-Modellen vorbehaltene Techniken weitaus schneller in preisgünstigere Klassen diffundieren. Insofern ist ein Blick auf diese Systeme eine Art Ausblick auf Standards. Kommen wir zum Highlight mit dem sperrigsten Namen überhaupt:

Prädiktiver Effizienzassistent

Simpel ausgedrückt: Der Wagen übernimmt die Kontrolle über die Geschwindkeit. In Abhängigkeit des Straßen-und Routenverlaufs, Temposchildern, Abbiegesituationen und der individuellen Fahrzeugeinstellung (von dynamisch bis komfortabel). Ihr könnt vom Gas- und Bremspedal, lenken müsst Ihr natürlich schon selbst dabei.

Beispiel 1: Die Navigationsroute beinhaltet natürlich mehrere Abbiegevorgänge. Kurz vor der Kreuzung bremst der Assistent bzw. geht vorher schon in der Leerlauf. Je nachdem, ob es sich um einen Kreisel handelt, eine scharfe Linkskurve oder einen 90 Grad Abbiegevorgang.

Beispiel 2: Die Route verläuft über eine Landstraße mit einem üblichen Höhen- und Kurvenprofil. Zudem sind mehrere Geschwindigkeitsbegrenzungen vorhanden. Auch hier berechnet das System, wann es Gas geben muss und wann es abzubremsen hat. Zusätzlich wird auch hier der Leerlauf verwendet, um Treibstoff zu sparen.

Was sich recht langweilig oder auch sogar riskant anhört, funktionierte bei den Testfahrten so gut, dass die anwesende Presse durchaus begeistert war. Was selten genug passiert.

Anbei ein Video über die Funktionsweise:

Und exakt dieses System ist ein wichtiger Baustein, der das vollständig autonome Fahren mit ermöglichen wird. Daher kann man durchaus sagen, dass hier erstmalig ein echter Meilenstein vom Gesamtpaket her erreicht wurde, der auf Autobahnen, Landstraßen und Innerorts zum Einsatz kommt.

Kommen wir zu den anderen Assistenzsystemen, um in der Summe ein Gesamtbild zu gewinnen, wie moderne Fahrzeuge in Zukunft den Fahrer je nach Bedarf und Geschmack assistieren können:

Abbiegeassistent

Selbstredend? Kommt Euch beim Abbiegen ein Fahrzeug/Motorrad/Radler entgegen, warnt und bremst das System, damit es nicht zu einem Crash kommt.

Ausstiegswarnung

Wer die Türen aufmacht, ohne sich umzuschauen… Ihr wisst schon. Genau hiervor warnt das System. Und hätte mir als Radler locker drei Saltos in meiner Radlerkarriere erspart.

Querverkehrassistent

Wer rückwärts ausparkt, kann meistens erst sehr spät querenden Verkehr einsehen. Exakt hier setzt das System an und hilft beim Ausparken.

Assistenzsysteme nehmen zu

Ihr könnt Euch die weiteren Assistenten (pre Sense City, Anhängerassistent, Staupilot, …) auf der Audi-Seite anschauen. Ihr habt vielleicht einen Überblick bekommen, wo die Reise hingeht? Eine zunehmende Zahl von unterstützenden Systemen hält in modernen Fahrzeugen Einzug, die aktiv und passiv dafür Sorge tragen, dass Ihr je nach System sicherer, komfortabler, umweltschonender vorankommt. Vor allen Dingen der vorausschauende Assistent ist ein Meilenstein im Straßenverkehr! Ja, sicher, die Summe all dieser Systeme ermöglicht in der Art eines Puzzles mehr und mehr das autononome Fahren. Wo die Reise weiter hingeht? Jedes einzelne System wird sensorisch verbessert. Die Erkennungsraten werden gesteigert. Die Reaktionszeiten werden effektiver, so dass die Bandbreite der Verkehrssituationen und Geschwindigkeiten zunimmt, wenn es beispielsweise um zeitige Bremsmanöver geht (natürlich haben diverse Systeme ihre Limits, die es abzubauen gilt). Auch werden die Systeme nicht nur innerhalb des Wagens vernetzt, sondern in Zukunft auch zwischen den PKWs. Die Kosten werden soweit gesenkt, dass auch günstigere Modelle davon profitieren. Das alles sind keine Riesenschritte im Großen, sondern feine Justierungen und Modifikationen im Kleinen. Insofern sprechen wir hier nicht von einer sprungartigen Innovation, sondern eher eine gleitenden Innovation.

Zur Bildergalerie des Audi Q7

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