Frau in Burka (CC Wikimedia)

Warum Burkini-Verbote anti-Jesus sind

Religiöse Autoritäten schreiben Menschen gerne vor, was sie anzuziehen haben. Auch was sie zu essen haben, was sie tun dürfen und was sie sagen dürfen. Aber Jesus ist “anti-religiös”, und jede Religion ist “anti-Jesus”. Und in der aktuellen Diskussion Rund um Burkinis und Burkas sieht man das sehr gut!

Wo liegt das Problem?

In jeder Religion/Weltanschauung, im Islam genau wie im Säkularismus, gibt es Maßstäbe, die Menschen einzuhalten haben. Wenn diese Maßstäbe nicht “erreicht” werden, fühlt man sich selbst minderwertig, wenn diese Maßstäbe “erreicht” werden, fühlt man sich anderen, die das nicht tun, überlegen.

Im aktuellen Beispiel fühlt sich der westliche, säkulare Mensch, also der Mensch der der “säkularen Religion” folgt, dem Menschen der dem Islam folgt, “überlegen”.

Bei uns in Europa, heißt es, sind Frauen gleich viel wert wie Männer — nicht wie bei den Moslems. Dabei wird einiges vergessen:

Erstens stimmt das nicht — Frauen verdienen z.B. nach wie vor für die gleiche Leistung weniger als Männer

Zweitens ist es überhaupt nicht befreiend, wenn man eine Frau zwingt, sich auszuziehen, ganz im Gegenteil: es nimmt der Frau das Recht weg, sich so zu bekleiden, wie sie das gerne möchte.

Und drittens hat man durch diese “Sorge” um die Gleichstellung der Frau ironischerweise die Gleichstellung von Menschen zerstört, indem man sich selbst, oder die eigene “Religion”, zum Richter über das Gegenüber, oder die andere Religion, ernannt hat, und der Burka-tragenden Frau de facto gesagt hat: meine Maßstäbe sind besser als deine.

Meine Maßstäbe sind besser als deine

Was sagt Jesus dazu?

Jesus hat es mit sehr religiösen Menschen zu tun gehabt, die, genau wie die Ankläger in der gegenwärtigen Burka-Debatte, die Überzeugung hatten, dass sie die “Maßstäbe” erfüllten, und die anderen nicht.

Jesus hat daran gerüttelt, und zwar auf verschiedene Arten und Weisen:

1. Jesus ist Gott und hat das auch selbst von sich behauptet. Gott erfüllt nicht nur die “Maßstäbe”, sondern setzt sie. Die religiösen Autoritäten fanden daher auch nichts, wessen sie Jesus letztendlich wirklich “beschuldigen” konnten. Aber, umgekehrt, von der Perspektive von Jesus, erfüllt keine Religion der Welt seine Maßstäbe. Er sagt Sachen wie:

Ich warne euch — nur wenn ihr Gott gehorsamer seid, als es die Schriftgelehrten und Pharisäer sind, dürft ihr ins Himmelreich hinein

(Jesus, Matthäus 5:20 — Schriftgelehrte und Pharisäer waren die religiösen Autoritäten der Gesellschaft, die versucht haben, Gottes Maßstäbe zu erfüllen und sicher daher anderen gegenüber oft überlegen fühlten.)

2. Jesus hat die Maßstäbe vertieft — es geht ihm nicht um äußere Maßstäbe (z.B. was man isst, oder ob man einen/keinen Burkini trägt), sondern um das Herz, um unser “inneres Leben”. In der Bibel, in Matthäus 15:15–20, steht zum Beispiel:

Da sagte Petrus: »Erkläre uns doch, was du damit meinst, dass man nicht durch das unrein wird, was man isst.« »Habt ihr es denn immer noch nicht begriffen?«, fragte Jesus ihn. »Alles, was ihr esst, geht durch den Magen und verlässt dann wieder den Körper. Böse Worte aber kommen aus einem bösen Herzen und machen den Menschen, aus dessen Mund sie kommen, unrein. Aus dem Herzen kommen böse Gedanken wie zum Beispiel Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, Lüge und Verleumdung. Das macht unrein.

3. Er sagt ganz offen, dass wir bei Gottes Maßstäben alle chancenlos dastehen (Matthäus 19:26–26):

Die Jünger waren sehr betroffen. »Wer kann denn dann überhaupt gerettet werden?«, fragten sie. Jesus sah sie eindringlich an und sagte: »Menschlich gesehen ist es unmöglich. Aber bei Gott ist alles möglich.«
Menschlich gesehen ist es unmöglich. Aber bei Gott ist alles möglich.

Jesus ist letztendlich auf die Welt gekommen, um die Auswirkung davon, dass es uns unmöglich ist, nach Gottes Maßstäben zu leben, auf sich zu nehmen.

Das bedeutet, dass der westliche Säkularist vor Gott um keinen Millimeter “besser” ist als ein Moslem oder ein kultureller Christ — Jesus sagt dass es menschlich gesehen “unmöglich” ist, gerettet zu werden. Also, für alle Menschen, aus allen Religionen! Und in seiner Gnade hat er die Auswirkung dieses Versagens am Kreuz auf sich genommen.

Aber Jesus sagt auch, dass bei Gott alles möglich ist. In seiner Auferstehung vom Kreuz schenkt er uns den Sieg — er schenkt uns die Auswirkung seines Erfolges, Gottes perfekte Maßstäbe zu erfüllen.

Menschen die dieses Geschenk von Jesus annehmen fühlen sich keiner Religion überlegen, weder dem Islam, noch dem Rechtsradikalismus, noch dem Säkularismus, oder jeder Religion/Philosophie der Welt, weil sie wissen, dass sie nichts zu der erfolgreichen Erfüllung Gottes perfekter Maßstäbe, aus der sie leben, beigetragen haben.

Gleichzeitig fühlen sie sich auch nicht minderwertig oder von Religionen bedroht, weil sie in der Auferstehung von Jesus den endgültigen Sieg geschenkt bekommen haben — nichts kann uns mehr von Gott trennen, von seiner Liebe, seiner Herrlichkeit, von diesem wunderbaren ewigen Leben, das jetzt schon begonnen hat.

Dank dem ersten dieser zwei Gründe haben Nachfolger von Jesus kein Interesse daran, Burkas oder andere Kleidungsstücke zu verbieten — wir sind nicht daran interessiert, überlegen oder besser zu sein, sondern nur daran, Menschen, egal von welcher Religion, mit der Liebe, die Jesus in uns gelegt hat, zu lieben.

Und dank dem zweiten dieser Gründe haben wir kein Interesse daran, irgendwelche Maßstäbe einer Religion selbst zu erfüllen — wir sind frei von den “Burkas” dieser Welt, egal ob diese ein religiöses Kleidungsstück sind oder eine andere Äußerlichkeit, die z.B. in einer säkularen Kultur Status gibt.

Wenn unser Herz Jesus gehört sind wir von den Zwängen jeder Religion befreit. Und das ist etwas Wunderbares, nicht nur für uns, sondern für die Welt um uns herum!