Wie ich GNU/Linux zu ❤️ lernte

Ich bin ein begeisterter GNU/Linux Nutzer und man könnte fast schon sagen ein Fanboy. Am Anfang fand ich es faszinierend was es für eine Fülle an freien und Open-Source Software gab und was man alles mit ihr anstellen konnte. Dann hörte und las ich von Linux doch ich hatte keine Ahnung wie ich da ran kam. Eines Tages sah ich am Bahnhofskiosk, beim warten auf den Zug, ein Heft mit einer SuSE Linux DVD drin. Die musste natürlich sofort gekauft werden!

Wie alles begann…

Tux das Maskotchen von Linux

Wie oben erwähnt fing alles mit einem Sonderheft zu SuSE Linux mit beiliegender DVD für dessen Installation an. Zuhause angekommen DVD in den Rechner und den Reboot ausgelöst. Nach der Anleitung im beiliegendem Heft die Installation durchgeführt. Ich war erstaunt wie einfach das von statten ging. Sofort wurde fasziniert mal die ganze Programmvielfalt bestaunt. Mich haute es um, wie viel an Programmen für die tägliche Arbeit selbstverständlich schon installiert war. Von üblichen Office Anwendungen über Bildbearbeitung bis zur spezialisierte Anwendungen und Programmier-Sprachen und -Tools. Am faszinierendsten fand ich aber die Tatsache, dass Linux parallel zu Windows installiert werden konnte. Das nennt sich Dualboot und beim starten des Rechners wird gefragt, ob man mit Windows oder Linux arbeiten möchte.

…es begann eigentlich früher!

Langsam ging mir dann ein Licht auf, so neu war die Linux Welt für mich gar nicht. Linux ist ein *nix System, das heißt ein Unix ähnliches Betriebssystem. Mit solchen Systemen hatte ich doch schon zu meiner Lehrzeit gearbeitet, genauer mit HP-UX und IRIX auf SGI Maschinen. Das Déjà-vu auf der Konsole (zu der kommen wir später noch) war extrem. Ich konnte es fast nicht glauben, dass ich mit dieser Software schon mal gearbeitet hatte ohne es zu wissen und zu bemerken. Neu dazu kam eigentlich nur die grafische Verpackung in Form eines Windows-Managers (auch dazu später mehr), die mir auch noch sehr gut gefiel.

Weiter geht’s

Manjaro Linux mit KDE 5

Ich wollte mehr wissen und mich mit der Materie Linux weiter auseinandersetzten, so Kaufte ich mir ein ausführliches Buch zum Thema Linux, das sich auch an Anfänger richtete. Und ich bemerkte schnell, dass es mehr als nur SuSE Linux gibt, SuSE ist nur eine von unzähligen Distributionen. Eine Distribution ist ein maßgeschneidertes, zusammengeschnürtes Paket an Software mit Linux, das zusammengestellt wurde um es einfach(er) zu installieren. Schnell kann man sich in der Vielfalt der Distributionen verlieren, auch wenn man sich auf Distrowatch.com mal umschaut. Mein Werdegang in den letzten 15 Jahren mit den Linux Distributionen sah bisher folgendermaßen aus.

Ich hielt mich ziemlich konservativ an die Trends und großen Distributionen und ging keine größeren Experimente ein. Ich wollte und will Arbeiten und kein Betriebssystem-Tester sein.

Welche Programme

Mit den Jahren hatte sich natürlich auch die Anforderung an eine Distribution geändert. Gossen Wert auf Spiele hatte ich nie gelegt aber es gibt unterdessen eine große Vielzahl an Spielen auf Steam, GOG, itch.io und Game Jolt für Linux. Ich lege mehr wert auf Programmier-Tools und Office Anwendungen für den täglichen Gebrauch. Natürlich ist das Internet auch was wichtiges. Das ist mit allen gängigen Distributionen gegeben, da bei ihnen meistens die gängige Software mit enthalten sind und meistens auch schon installiert werden.

Programm und Paketverwaltung

Eine Linux Distribution beinhaltet auch einen Paketmanager, über diesen installiert man seine benötigten Programme. Der Vorteil daran ist, dass man geprüfte und für sein Betriebssystem getestete Applikationen hat. Diese können sehr einfach und schnell installiert, deinstalliert oder aktualisiert werden. Entweder über die Kommandozeile oder eines grafischen Programms. Es mag evt. einem am Anfang erschrecken, dass es kein bekanntes Kommerzielles Programm aufgelistet wird aber die Alternativen können es allemal mit ihnen aufnehmen und sogar deren Datei-Formate lesen. Ansonsten kann man mittels Wine immer noch Windows Programme auf Linux ausführen, wenn es unbedingt sein muss.

Früher achtete ich vor allem auf eine schöne Desktop Umgebung und verwendete dafür KDE oder Gnome, später dann noch Cinnamon. Mittlerweile mag ich es gerne minimal um damit effizienter zu Arbeiten, darum bevorzuge ich momentan den i3 Fenster Manager. Ich achte mittlerweile vor allem auf eine unkomplizierte Bedienung und Ressourcen sparenden Programmen und nicht mehr wie früher hauptsächlich auf cooles Aussehen von der Desktop Umgebung. Das kann aber jeder für sich selbst entscheiden wie sein Linux aussehen soll.

Die Konsole

Arch Linux mit i3 und vier offenen Konsolen

Die Konsole wird auch Kommandozeile oder Shell genannt und ist nichts weiteres als eine Möglichkeit um Befehle per Tastatur abzusenden. Das mag für den Anfänger erstmals als kompliziert und umständlich vorkommen ist aber eine sehr effiziente Art um mit dem PC zu arbeiten. Es werden genügend Hilfen für die Konsole angeboten, von der Autovervollständigung der Befehle bis zur Hilfe über die sogenannte Manpage. Man wird nicht im Regen stehen gelassen und sonst bietet das Internet unendlich viel Hilfe an. Mit der Konsole ist ein effizientes Arbeiten möglich ohne große Ablenkung, dass bedeutet das man schneller an sein Ziel kommt. Ich lernte in den Jahren die Konsole sehr zu schätzen und benutze sie vor allem beim hantieren mit den Dateien. Der Vorteil ist auch, dass diese programmierbar ist und so einige Arbeiten automatisiert werden können. Man kann auch ohne sie Leben aber dann…

Wie geht es weiter?

Ich werde weiterhin Linux nutzen, denn es hat mittlerweile einen festen Platz nach fast 15 Jahren in meinem IT-Herz hat. Nicht nur, dass man immer wieder was neues dazulernen kann, wenn man will, sondern es sich so einrichten kann, wie man es genau benötigt. Das kann man meiner Meinung nach bei Windows von Microsoft oder macOS von Apple nur eingeschränkt bis gar nicht. Einen angenehmen Nebeneffekt von Linux ist seine praktische Virenfreiheit (Ja ich weiß, es gibt Linux Viren aber diese sah man noch nie in freier Wildbahn.) Ich werde GNU/Linux garantiert weiterhin Beruflich so wie Privat nutzen. In Zukunft werde ich noch einige Arbeitsabläufe durch Automation optimieren, das ist durch den mitgelieferten Programmiermöglichkeiten kein Problem. Ich werde weiterhin ein Linux Fanboy bleiben!

Benutzt ihr selber Linux und wenn ja welche Distribution? Wollt ihr auf Linux wechseln und wisst nicht wie oder traut ihr euch nicht? Evt. mache ich aus diesem Thema eine Reihe wenn ihr wollt. In diesem Sinne: ❤️🐧💻


Orginal veröffentlicht auf steemit.com am21. November 2017.