Wir geben zurück in die angeschlossenen Funkhäuser ⚽

Runde Sache
Aug 31, 2018 · 6 min read

Der Gewinner des Spieltags

Ein Nachwuchsleistungszentrum hat Hendrik Weydandt nicht durchlaufen, das Trikot einer Junioren-Nationalmannschaft trug er nicht. Vom TSV Groß Munzel an der Peripherie von Hannover aus führte sein Weg mit erst 19 Jahren zur benachbarten Germania Egestorf/Langreder. An deren Weg in die Regionalliga hatte er mit einer Menge Toren kräftig Anteil. Dennoch weiter unter dem Radar der Bundesligaklubs. Jetzt scheint es für den Spätzünder nach oben zu gehen. Und zwar wie!

Seinen außergewöhnlichen Torinstinkt hat Hendrik Weydandt mit einem Doppelpack im Pokal und erstem Bundesligatreffer gegen Werder Bremen bewiesen, ist aber weit davon entfernt, vom Prädikat Wunderstürmer. Aber der 1,95-Meter-Angreifer erinnert zumindest schon mal an zwei ähnlich gelagerte große Torjäger-Karrieren: Miroslav Klose und Horst Hrubesch.​ Solange die Torquote stimmt, sind aber erstmal sämtliche Vergleiche erlaubt. Fußballer, die aus dem Nichts zu kommen scheinen, sind eben per se besonders.

„Es sind die Momente oder Märchen, die immer mal vorkommen im Fußball. Wenn wir ihn jetzt runterschicken würden, wäre das nicht nachvollziehbar. Ich gehe davon aus, dass er dabei bleibt.“ (Horst Heldt)

Boss-Transformation

Linkedin-Botschafter Philipp Lahm spricht im Interview nach äußerst blassen Auftritten während der WM über seinen neuen Lebensabschnitt als Unternehmer und seinen Ambitionen im und fernab vom Fußball. Auch bezüglich des DFB bringt er sich in Stellung.

„Als Ehrenspielführer und langjähriger Kapitän der Nationalmannschaft sehe ich mich in der Verantwortung, Diskussionen anzuregen.“

Gute Laune

Delaney weg, dafür jetzt Delay an der Weser. Eigentlich kommt er ja aus Hamburg, dennoch ist Jan Delay Werder-Fan. Man sucht sich das ja auch nicht aus — Fan ist man. Er tut das, was er am besten kann: näselnd über seine Grün-weiße Liebe singen. Thomas Schaaf gewinnt den Preis für den emotionsreichsten Cameo.

Austria

In Salzburg gab es lange vor der Brause Fußball. Die Austria, zunächst geschluckt, seit 2005 wieder ein eigenständiger Verein. Die Idee einer Neu-Vereinsgründung mit Start in der untersten Spielklasse findet, wie so vieles, seine Vorläufer in England. Genauer in London, wo der AFC Wimbledon als Reaktion auf den Umzug des Wimbledon FC gegründet wurde. Ähnlich in Manchester, wo nach dem Kauf von Manchester United durch Malcolm Glazer die Proteste mit dem FC United of Manchester ein neuer Verein seitens der Anhänger aufgebaut wurde. Und auch die neue Austria hat eine große Anhängerschaft. Von ganz unten kommend spielte Salzburg 2015/16 bereits wieder in Liga zwei. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten erfolgte dann aber der Zwangs-Abstieg in die viertklassige Salzburger Liga. Ein kompletter finanzieller Kollaps konnte nur durch Spenden der Mitglieder vermieden werden. Natürlich wird es weitergehen. Denn die Austria, die wird uns alle überleben.

Die Hard

Der FCK ist wieder mal unten. Dritte Liga, für die Roten Teufel ein neuer Tiefpunkt, nach den vielen Tiefpunkten der letzten Jahre. Vielleicht aber auch eine Chance. Denn die 3. Liga könnte der große Gewinner in dieser Saison werden. Und sowas wie Euphorie in der Pfalz auslösen. Immerhin tummeln sich hier jede Menge Altmeister und Traditionsclubs aus Ost und West. Neben Lautern sind das Karlsruhe, Rostock, Braunschweig und 1860 München. Manchen sprechen sogar schon von der stärksten 3. Liga aller Zeiten, vielleicht nicht die stärkste, aber eine der interessanten. Selbst Weltmeister Kevin Großkreutz möchte dabei sein. Und in der Tat, wenn das Niveau der ersten und zweiten Liga weiterhin gleichbleibend überschaubar bleibt, dann ist die 3. Liga mit ihrer Brisanz und Derbys eine absolute Alternative gegen den modernen Fußball (wobei die Einführung von Montagsspielen auch in Liga 3 bereits vollzogen wurde). So wie die Saison begonnen hat, sieht es aber eher düster aus für Kaiserlautern. Tradition schießt keine Tore.

VAR was?

Männer, die auf Bildschirme starren. Erst ein Spieltag rum, und schon hat die Debatte um den VAR wieder Fahrt aufgenommen. Die Liga ist genervt, es wurde vielleicht auch nach der ersten Test-Saison einfach nicht ausreichend nachjustiert. Die WM hat da (zumindest gefühlt) deutlich besser funktioniert. Auch dank Einbindung der Zuschauer im Stadion bei der Entscheidungsfindung. Die Schiedsrichter selbst sind stark irritiert. Was jetzt kommt? Vermutlich blinder Aktionismus. Oder wird alles gut, wenn endlich bald mal vielleicht auch die kalibrierte Abseitslinien kommen? Jenseits aller Meinungen und Gejammere, das Ding wird nicht mehr weggehen.

Wird sofort mit gellenden Pfiffen quittiert

Wie werde ich bloß Bela Rethy los? Nachdem während der WM ein sogenannter Shitstorm auf das ZDF und stellvertretend Claudia Neumann einprasselte, bleibt die Kritik am TV-Kommentar dauerhaft bestehen. Uli Hebel und Ralph Gunesch diskutieren über ihre Arbeit und Rolle als Kommentatoren und Experten. Am Ende bleibt ja immernoch die Mute-Option.

Old Firm

Rangers gegen Celtic — die ewigen Rivalen. Besondere Brisanz entsteht nicht nur dadurch, dass beide Teams in Glasgow beheimatet sind, sondern auch durch die religiöse Komponente. Die Rangers sind der Club der Protestanten, Celtic ist der katholisch geprägte Verein irischer Einwanderer. Das Old Firm ist das mit 412 Begegnungen am häufigsten ausgetragene Derby Europas und eines der ältesten weltweit.

Always Ultra

Michael Gabriel, Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte, spricht im Interview zur wachsenden Entfremdung der deutschen Fankultur vom Profifußball. Stets verbunden mit der Debatte 50+1 und der Richtung, sich ganz für Investoren öffnen, oder die Eigenständigkeit bewahren.

„In der Ultraszene ist vielen der Zusammenhalt wichtiger als der Erfolg ihrer Mannschaft.“

Zuckerbrot

Pal Dardai ist ein Mann klarer Worte und immer recht unterhaltsam. Im Interview äußert er sich zu Erziehung, Jugend und Quatsch in der Kabine.

Down to Earth

Jerome Gondorf ist ein ziemlich bodenständiger Typ. Das reicht schon, um im Fußballgeschäft herauszuragen.

Verschwende dein Talent

Gemeinsam mit Kevin-Prince Boateng soll er 2009 bei insgesamt 13 Fahrzeugen in Berlin Wilmersdorf Außenspiegel abgebrochen haben. Der gebürtige Kreuzberger Patrick Ebert, so etwas wie der Prototyp des ewigen Talents, verstärkt in dieser Spielzeit, nach Gastspielen in Spanien und Russland, Dynamo Dresden. Über seinen Karriereverlauf hat er mit 11Freunde gesprochen.

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By the way: Ich bin ein Freelancer in Sachen Content und Zusammenhänge. Kommt auf mich zu wenn es was geben sollte.

Runde Sache

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