Wie aus einem Video-Fan ein noch größerer Video-Fan wurde…

Videos haben mich schon immer fasziniert. Egal ob Werbung, Imagefilm, Eventvideo — alles, was mit Emotion gemacht ist, fasziniert mich. Als Beispiel kann ich die jährlichen Superbowl-Ads nennen. Die könnt ich mir zB stundenlang reinziehen. Wirklich stundenlang… Hier gibt’s ein paar davon:

So. Nun zurück zum Thema…

Bilder find’ ich cool, Bilder reißen mich mit. Vielmehr als es ein Text, vor allem ein geschriebener je mitreißen könnte.

Bilder, vor allem bewegte Bilder haben immer eine gewisse Faszination auf mich ausgeübt.

Und die Faszination steigt…

Wie kann also aus einem Video-Fan ein noch größerer Video Fan werden? Ganz einfach, indem man ihn hinter die Kulissen blicken lässt. Die Perfektion, mit der man sich der Bildsprache annimmt, hat mich fasziniert. Und auch der Umstand, wie unterbewusst unsere Wahrnehmung beeinflusst wird. Ich find das schlichtweg genial. Als Beispiel diente uns ein Ausschnitt aus einem Kirsten Dunst Film (Crazy/Beautiful).

Zwei Welten in einem Bild und warum so mancher Director of photography mein Leben mehr beeinflussen als mir bewusst war…

Sehen wir uns das Bild an:

Was sehen wir? Eine Wand, Fenster Bilder… Zwei Teenager, bzw. Schauspieler die Teenager verkörpern.

Oder sehen wir mehr? Ja, wir sehen mehr. Nehmen wir die Wand — beide Bildhälften sind übersäht mit Fotos. Doch es gibt einen Unterschied. Rechts geordnet, links unordentlich. Damit will uns der Director of photography in die Gefühlswelt der Protagonisten blicken lassen. Faszinierend.

Was sehen wir noch? Rechts erkennen ich klarer Linien, soll uns wahrscheinlich sagen, dass er gefestigter ist. Sie wirkt unscharf. Die Kanten sind weicher…

Wir merken also, ein solcher director of photography will uns ganz schön viel sagen. Und das ist gut so.

Für alle, die es interessiert: Mehr zu einem director of photography aus Wikipedia:

„Im Bereich des fiktionalen Films bezeichnet das Wort Kameramann umgangssprachlich heute den bildgestaltenden Kameramann. Im Englischen verwendet man dafür den Begriff Director of Photography („Regisseur der Photographie“, „Bildregisseur“), dessen Aufgabe die gesamte Licht- und bildatmosphärische Gestaltung des Filmes inklusive der Entscheidung über Einstellungsgrößen ist. Auch der Begriff Cinematographer wird für diese Aufgabe verwendet.“

Eine Frage, die sich mir seit der Vorlesung aufdrängt ist die folgende: „Wieviel macht die Bildatmosphäre aus? Wer entscheidet darüber ob mir jemand sympathisch ist oder nicht? Ist es der sogenannte Cinemagrapher? Der Regisseur? Oder doch der Schauspiele? Warum kennen wir zB. alle den Gewinner des Oscars für den besten männlichen Hauptdarsteller — zunmindest für drei Tage ;). Aber den Gewinner des Oscars für die beste Kamera, oder das beste Szenenbild. Naja… Wird ich mir in Zukunft genauer anschauen.

Und wenn wir gerade bei den Oscars sind. Hier gibt’s noch eine weitere Kategorie. Bester Schnitt. Wir haben gelernt, dass auch der Schnitt sehr entscheidend ist für uns. Und da haben wir etwas über den sogenannten Kuleschow-Effekt gelernt. Noch nie gehört? Dann hier mehr:

Alfred Hitchcook erklärt uns hier den Kuleschow Effekt. Fasziniert. Ist es wirklich. Mir drängt sich nun seit dieser Vorlesung die Frage auf, ob dieser Effekt auch eingesetzt wird, um uns zu manipulieren. Stellen wir eine Nachrichtensendung vor — eine Politiker wird gezeigt. Im nächsten Bild sehen wir einen Kriegsschauplatz, eine Naturkatastrophe oder Ähnliches. Und wir schneiden die Reaktion des Politikers drüber. Würde natürlich unweigerlich dazu führen, dass wir den oder die gezeigte mit der Reaktion verbinden und unser Urteil natürlich beeinflusst wird.

Da steckt also einiges dahinter. Es gäbe noch vieles dieser Lehrveranstaltung zu beleuchten. Aber diese beiden Erkenntnisse haben sich in mein Gedächtnis geprägt. Man achtet automatisch plötzlich auf Schnitt und Bildatmosphäre.

Und übrigens…

…2016 ging der Oscar für die Beste Kamera an Emmanuel Lubezki für The Revenant und der für den besten Schnitt an Margaret Sixel, Filmeditorin von Mad Max: Fury Road. Gott sei Dank hab ich beide Filme noch nicht gesehen.

Wird aber nachgeholt. Versprochen!

Euer Rupert ;)

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