Du hast mich heute nicht angelächelt, deshalb zerstöre ich deinen Ruf.
Mithilfe von Peeple sollen Menschen andere bewerten können. Was kann da schon schiefgehen?[1]
“The peeple app allows us to better choose who we hire, do business with, date, become our neighbours, roommates, landlords/tenants, and watch, teach, and care for our children. There are endless reasons as to why we would want this reference check for the people around us.
Looking at everyone in the three ways you could possibly know someone — personally, professionally and romantically — you can provide a recommendation on everyone you come in contact with, while allowing yourself to be recommended.” [2] — so beschreiben die Entwicklerinnen Nicole McCullough und Julia Cordray von Peeple die Vorzüge ihrer Anwendung.
Ich sehe weder eine tolle Möglichkeit um Herauszufinden, ob mein Nachbar kein Perverser ist, noch ob meine Kommilitonin ein kleines Lästermaul ist — oder was einem sonst noch so einfällt. Für mich ist Peeple DIE Möglichkeit Mobbing in das nächste Level zu katapultieren. Da kommt es dann mal vor, dass ich einen schlechten Tag habe, daraufhin jemanden — leider — etwas blöd anmache, und was erhalte ich dafür? Einen Stern auf Peeple? Damit dann jeder denkt ich wäre ein schlechter Mensch? Na toll, danke. Diese App lädt doch gerade dazu ein, unbedachte Entscheidungen zu tätigen. Meine erste Frage war direkt — kann ich mich denn irgendwie schützen? “Bewertungen von zwei Sternen oder darunter werden nämlich zunächst für 48 Stunden in eine Warteschleife verschoben, wo Sterne-Vergeber und Empfänger intern darüber diskutieren können. Einigen Sie sich nicht auf eine höhere Punktzahl, kann die bewertete Person zumindest einen öffentlichen Kommentar hinzufügen.” [1] Als ob jemand, der wenn auch nur im Affekt, nur einen oder zwei Sterne vergeben hat, danach den Mut und die Courage erweist über seinen Stolz hinwegzusehen um dann seine ein oder zwei Sterne-Bewertung zurück zu nehmen? Da glaubt jemand aber wirklich nur noch an das gute im Menschen. Aber dabei weiß doch wirklich jeder, dass die Bevölkerung kaum ein paar Minuten ohne eine Stachelei oder gar einen regelrechten Shitstorm auskommt. Wenn man sich doch nur einmal falsch äußert oder ein Bild liked oder postet, dass nicht dem Geschmack von jedem entspricht, gibt es doch mindestens einen Vollidioten der völlig am ausrasten ist. Das hört sich nun an als wäre ich voll und ganz gegen Meinungsäußerung und auch eine eigene Meinung — das bin ich um Himmels Willen nicht! Aber dennoch passiert einfach so viel so schnell im World Wide Web — was manchmal sogar zu Gewalt oder Selbstmord führen kann. Und dann frage ich mich wirklich ob man so etwas unterstützen muss durch eine hirnrissige und meiner Meinung nach unüberlegte App wie Peeple?!
Auch im ZEIT — Artikel schreiben sie:
“Denn jeder, der eine gewisse Zeit in sozialen Netzwerken, in Foren oder Onlinegames verbracht hat, weiß ganz genau: Die Menschen kommen im Internet selten fünf Minuten ohne Pöbeleien aus, und Plattformen wie Peeple sind wie gemacht dafür, andere zu denunzieren und zu beleidigen — sei es nun der Nachbar, der wieder zu laut Helene Fischer gehört hat, oder die Ex-Freundin, die mit einem Schluss gemacht hat und deshalb nur zwei von fünf Sternen bekommt (“Kann passabel kochen, ist nie pünktlich, macht zu viele Selfies”). Von noch privateren Entblößungen ganz zu schweigen.” [1]
“Womöglich hat die App ihren Zenit schon überschritten, bevor sie überhaupt erschienen ist.”[1]
[1] http://www.zeit.de/digital/internet/2015-10/peeple-app-netzwerk-bewertung-datenschutz, Abgerufen am 12.02.2016
[2] http://forthepeeple.com/, Abgerufen am 12.02.2016