Erinnerung: “Valentinstag”

Digitale Demenz und virtuelle Realitäten.

Mit der Ewigkeit von Daten wurde ich zum ersten Mal bei einer Bachelorpräsentation SS 2015 [1] konfrontiert. Ein wirklich schwieriges Thema finde ich. Möchte ich, dass nach meinem Tod ich im Netz weiter bestehen bleibe oder generell meine Daten an andere Menschen weitergegeben werden? Ich stehe der Thematik von digitalen Erinnerungen selbst sehr zwiespältig gegenüber. Einerseits bin ich selbst jemand der ständig sein Smartphone oder seine Kamera bei sich trägt. Wenn ich reise, bin ich immer mit der Kamera unterwegs und versuch all die schönen Moment festzuhalten um mich später wieder daran erinnern zu können. Aber ist das wirklich so gut? Ständig schaue ich durch jegliche Kameras, Smartphones etc. anstatt dazustehen und Augenblicke zu genießen. Oft erwische ich mich in solchen Momenten und versuche mich selbst daran zu erinnern die Kamera wegzulegen. Was später mit all meinen Fotos passiert weiß ich nicht. Ob meine Familie die wohl alle haben möchte? Ich glaube kaum. Abwarten wie sich all das entwickelt..

Super bin ich selbst in “erzähl mir das nicht ohne meinen Terminkalender!” — die Menschen werden durch die ganzen Digitalisierungen so vergesslich. Ich auch. Allerdings zähle ich mich noch zu den Menschen die einen Print Kalender haben, den sie ständig mit sich rumschleppen — ich finde das super. Bei mir blinkt noch nicht ständig das Smartphone um mich an Termine zu erinnern. Dort bin ich noch nicht angekommen. Mich nervt es schon wenn die vorgespeicherten Erinnerungen aufblinken und mir zum Beispiel zu sagen, dass “Valentinstag” ist.

Also was passiert mit unserem Gedächtnis und all den Erinnerungen und Erlebnissen? Muss alles wirklich in irgendeiner Weise digitalisiert werden? Ich denke wir würden viel an Lebensqualität verlieren.


Womit ich aber wirklich ein Problem habe sind die Erinnerungen in Art von virtual Realities. Einen kleinen Spaß kann man sich mit Sicherheit mal gönnen:

https://www.youtube.com/watch?v=uvkwAlaDais

Aber wenn es darum geht, echtes Leben in solchen Realitäten zu erleben, dann wird es für mich kritisch. Warum nicht einfach den Arsch bewegen und wirklich nach draußen gehen? So viele Menschen verlieren sich jetzt schon in anderen Arten von “Realitäten”, wie soll das denn noch weitergehen? Ich sitze mit einer Oculus Rift vor dem Fernsehen und versauer in Realitäten, die ich nie wirklich erlebe? Die Menschen sollten wirklich lieber ihre Beine in die Hand nehmen und los!

Wie man merkt, kann ich mich in vielen Dingen selbst noch nicht entscheiden was ich denken soll. Ich bin einfach skeptisch, aber in manchen Themen habe ich selbst einfach keine besser Lösung bisher gefunden.

[1]http://www.hfg-gmuend.de/give_%E2%80%93_L%C3%B6sung_zur_Reglun....html, Abgerufen am 12.02.2016