Generation “ich will alles haben”?
Generation Y
“Wir sind nicht faul. Wir wollen arbeiten. Nur anders. Mehr im Einklang mit unseren Bedürfnissen. Wir lassen uns im Job nicht versklaven, doch wenn wir von einer Sache überzeugt sind (und der Kaffeeautomat nicht streikt), geben wir alles. Wir suchen Sinn, Selbstverwirklichung und fordern Zeit für Familie und Freunde.” [1]
“[…]Generation genannt, die im Zeitraum von etwa 1980 bis 1999 geboren wurde” [2] Ich bin am 05.12.1994 geboren — Generation Y. In einem Artikel in der Zeit habe ich über uns gelesen “Denn diese Generation macht sich die Welt, widdewidde wie sie ihr gefällt. Es ist, als sei Pippi tausendfach erwachsen geworden und im Berufsleben angekommen: Die Neuen wollen Spaß haben, schnell vorwärtskommen und dabei weniger Zeit in ihrem Job verbringen. Und nebenbei wollen sie auch noch die Welt retten.” [3] Bin ich wirklich eine echt gewordene Pippi Langstrumpf? Ich bin mir da nicht ganz so sicher. Allerdings gebe ich schon zu, dass ich manche Klischees erfülle. Ich bin eine sehr eigenständige, ehrgeizige Frau. Aber selbst jetzt als es lediglich darum ging eine Stelle für ein Praktikum zu finden, war ich erfüllt von Selbstzweifel. Die Angst vor dem Scheitern ist glaube ich etwas, dass uns stark verfolgt — eine Angst die auch mich sehr verfolgt. Während des Semester arbeitet man hart und gefühlt ständig. Opfert seine Freizeit für noch ein Projekt, noch etwas, dass eventuell andere sogar mehr unterstützt als einen selbst. Alles “nur” um Erfolg zu haben. Ich denke was wir aber viel mehr machen sollten wäre die Angst zu akzeptieren und es vielleicht einfach trotzdem wagen einmal zu scheitern. Heißt es nicht immer auch aus Fehlern lernt man? Möchte ich Fehler machen? Wenn ich einen Fehler mache fühle ich mich verletzlich und ich denke das will keiner. Aber ich glaube genau aus diesem Grund, weil ich das Gefühl habe ich gebe im Prinzip alles für mein Studium — und eben später auch für meinen Job, möchte ich mehr Freiheiten was den Rest betrifft. Ich denke ich bin eine starke Arbeitskraft und ich denke auch da bin ich nicht die Einzige. Ich bin der Meinung die Generation Y schafft es noch mehr in Berufen zu arbeiten, die uns wirklich Spaß machen, in denen wir wirklich arbeiten wollen. Aber wenn ich dann so hart arbeite, möchte trotz allem genügend Zeit für meine Familie und Freunde. Ich möchte eine angenehme Atmosphäre an meinem Arbeitsplatz und möchte das meine Kollegen zu Freunden werden. Alles Dinge, die für mich mehr menschlich als “besondere Ansprüche” sind.
Als Pippi Langstrumpf würde ich mich also nicht bezeichnen. Mit ihre assoziiere ich zwar Selbstverwirklichung, Spaß und Freude, aber auch Leichtsinn und fehlende Ernsthaftigkeit. Aber ich glaube wirklich, dass wir einen Sinn für unser Leben zu finden versuchen, uns mehr Verwirklichen wollen und trotz allem Freunde und Familie und vor allem UNS dabei nicht vergessen möchten.
[1] http://www.zeit.de/2014/10/generation-y-glueck-geld, Abgerufen am: 11.02.2016
[2]https://de.wikipedia.org/wiki/Generation_Y, Abgerufen am 11.02.2016
[3]http://www.zeit.de/2013/11/Generation-Y-Arbeitswelt, Abgerufen am 11.02.2016