Warum es wichtig ist, sich zu fokussieren

Sachar Klein
Mar 1, 2017 · 2 min read

Ich fahre gerne Auto. Und ich glaube auch, dass ich ein passabler, wahrscheinlich sogar guter, Autofahrer bin. Heute aber habe ich einen Unfall gebaut.

Photo via Visualhunt.com

Ich stand an einer Ampel und vor mir bog ein LKW nach links ab. Dadurch, dass er sehr spät blinkte, konnte ich ihn nicht mehr rechts überholen und musste warten. In meinem Kopf entwickelte sich ein Gedankenstrom: „Ich komme zu spät zu meinem Termin. Ich muss noch meinen Koffer packen. Nur noch drei Stunden, bis mein Zug nach Hamburg fährt. Und Hunger habe ich auch noch.“ Also setzte ich zurück und fuhr dem Wagen hinter mir auf. Ich habe nicht nur nicht in den Rückspiegel geschaut, nicht nur das Piepen meines Abstandmessers überhört, zu allem Überfluss habe ich auch noch meine Rückfahrtkamera übersehen. Und das nur weil ich nicht fokussiert war. Ich hatte drei Dinge im Kopf, die nichts mit meiner aktuellen Tätigkeit zu tun hatten. Und das führte letztendlich zu meinem Unfall.

Es ist nichts Schlimmes passiert. Blechschaden. Kostet “nur” Geld. Und trotzdem ärgere ich mich. Und bin gleichzeitig froh und dankbar für diese Schocktherapie. Die Wahrheit ist nämlich, dass ich verlernt habe, mich auf eine Sache zu fokussieren. Schaue ich fern, habe ich mein Handy in der Hand und surfe im Netz. Stehe ich an einer roten Ampel, checke ich Mails. Sitze ich in einem langweiligen Meeting, schreibe ich WhatsApp. Und ich bin mit dieser Macke weiß Gott nicht allein. Wenn Ihr Euch gegenüber ehrlich seid, dann müsst Ihr zugeben, dass Ihr genau so verfahrt. Und meistens ist das nicht schlimm.

Nur: Ohne Fokus kann es in bestimmten Situationen gefährlich werden. Nicht alles funktioniert mal so im Vorbeigehen. Manche Dinge erfordern Konzentration. Wie zum Beispiel Autofahren. Oder dieser Text. Oder Freunde und Familie. Fokus ist wichtig. Sind wir nicht fokussiert, laufen wir nicht nur Gefahr, Schaden anzurichten, wie ich es heute getan habe, wir könnten auch ultimative Empfindungen, wie etwa Freude, verpassen. Weil wir gedanklich an drei Orten gleichzeitig sind und Zwischentöne überhören.

Achtet mal morgen darauf, wie oft Ihr mehrere Dinge gleichzeitig macht. Und wenn Ihr Euch dabei ertappt, stellt Euch die Frage: Wäre ich nicht zumindest in der Sache, an der ich gerade primär arbeite, produktiver und erfolgreicher, wenn ich die anderen Dinge ausblenden würde?

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