Die Wiederbelebung der Zukunft

Noch zwei Runden auslaufen — auf 50%!” ruft uns unsere Trainerin zu. Wir laufen um den Platz - manche konzentriert dabei mitzuhalten, andere sind schon mit den Köpfen in der Kabine und plaudern fröhlich über ihre Abend-Plänen. Nach den zwei Runden versammeln wir uns für die kurzen Abschiedsworte von der Trainerin.

“Anika, wie viele Kalorien haben wir beim Training verbrannt?” Anika blickte auf ihre Uhr und sagte: “600”.
“Gut! Aber optimal wärens 700 bis 800 Kalorien. Das nächste mal etwas mehr. Bis Freitag!”

Eine Smart-Watch unserer Zeit kann schon sehr viel, aber was hält die Zukunft für uns bereit?

Vorteile der digitalen Gesundheit

Ich war überrascht darüber, dass es so leicht war zu messen wie viel der Körper an Kalorien verbrannte. Nach einem Gespräch mit einer Freundin, Mira, dachte ich über die Vorteile der digitalen Gesundheit nach. Stell dir vor, du trägst eine Uhr, die dein Herzschlag misst, deine Schritte zählt, deinen Schlaf prüft und dir diese Information erstmals zugänglich macht? Informationen, die dir täglich vor Augen geführt werden, die du vielleicht visualisiert in einer App auf deinem Smartphone sehen kannst und immer vergleichen kannst. Mich würden diese Informationen schon interessieren und ich denke, dadurch wäre der allgemeine Zustand meines Körpers für mich greifbarer. Erreiche ich die optimale Zahl an Schritten am Tag? Wie viele Kalorien verbrenne ich bei dieser Aktivität? Wie hat mein Schlafverhalten von den letzten Tagen mich körperlich beeinflusst? Mich würde das motivieren mehr Sport zu machen.

Mira’s Erfahrungen mit einer solchen Uhr zeugt von dieser angesteckten Motivation. 
“Manchmal sah ich, dass mir an Schritten nur noch ein Treppenabsatz fehlte und da bin ich dann deshalb die extra Schritte gegangen, obwohl ich schon mein Stock erreicht hatte” lacht sie über ihr eigenes Verhalten seitdem sie die Uhr trägt.

“Aber ich denke so eine Uhr kann vor allem für ältere Menschen etwas hilfreiches sein — nicht wie so oft gesehen wird für junge, fitte Menschen.”
Da stimme ich zu — ältere Menschen könnten viel besser über ihren Puls und den allgemeinen gesundheitlichen Zustand ihres Körpers bescheid wissen, und es könnte eine Motivation für sie sein mehr Spaziergänge am Tag zu machen und fit zu bleiben.

Die Fitness Trackers des Jahres ’17 [1]

Nun fragt sich mich, was können die Fitness Trackers alles im Jahr 2017? Alle Trackers besitzen einen Schrittzähler und zählen 24/7 die Herzfrequenz. Manche verbinden sich mit GPS und helfen so bei bestimmten Sportarten die Geschwindigkeit oder das Tempo zu errechnen. Einige haben die Funktion, den Schlaf zu überwachen und wenige sind sogar beim Schwimmen einsetzbar. Die kleine “Moov Now” kann sogar deinen Sport Coach werden und dich motivieren dich zu verbessern und an Geschwindigkeit zu steigern.

Abseits von der Smart-Uhr gibt es auch Tech in anderer Form: gezielter platziert z. B. im Schuh wird die Schnelligkeit eines Läufers und die Dynamik und den Schwung des Schrittes gemessen. Der Smart-Shirt “Hexoskin” misst unter anderem die Frequenz des Atmens.

So wie ich es sehe, wird integrierte Technik, die sich nicht zu offensichtlich in Form von alltäglichen Gegenständen tarnt, mehr von den Menschen akzeptiert als welche, die im Design sich deutlich von vorherigen Versionen abhebt. Darauf stützt sich meine Theorie, dass es in der Zukunft auch mehr integrierte Technik in unserem Trage-Alltag geben wird. Womöglich wird es dann auch wissenschaftlich möglich sein unsere Hydration[2] und unsere Blutwerte zu überprüfen. Ärzte könnten durch die einfache Erfassung der Daten in einer besseren Verbindung zu ihren Patienten stehen — und viel schneller Lebensnotzustände feststellen — und die Patienten könnten ein besseres Bewusstsein über ihren eigenen Körper und ihrer Gesundheit haben[3]. Vielleicht können wir so weit gehen und sagen, dass es eines Tages nicht mehr nötig sein wird Menschen zu wiederbeleben, die einen Herzstillstand erleben, weil ein Defibrillator in der Kleidung integriert ist.

In einer Episode von Flash möchte Joe Flash reanimieren, bis Cisco ihn zurückweist und den eingebauten Defibrillator einsetzt. Bild-quelle: http://collider.com/the-flash-recap-season-1-episode-18/

In unserer Zeit, so wie Ulrich Beck[4] es beschreibt, kommt mit Wissen auch das Nicht-wissen. Zum Beispiel mit neuer Technik kommen neue Fragen über wie diese uns über längere Zeit beeinflussen wird. Beck nennt unsere Gesellschaft eine Risikogesellschaft die mehr Zweifel an Fortschritt hat als die Generation der ersten Moderne. Deshalb stellt sich heutzutage oft die Frage welche Risiken diese Datenträger haben könnten?

Gefahren der digitalisierten Gesundheit

Was passiert, wenn Daten über unsere Gesundheit hackbar werden? In einer Gesellschaft wo man um mögliche Risikos die unsere Gesundheit gefährden könnten große Bögen machen und auch zweifelhafte Quellen Gehör schenken um die Lebensdauer möglichst zu verlängern auch wenn nur um einen winzigen Prozentzahl. Der Kampf gegen den Tod und den Verfallungs-Prozess ist schon immer eine gute Grundlage gewesen für Geldmacherei. Das was die Menschen verlangen wird Ihnen auch gegeben — zu einem Preis. Worauf ich hinaus möchte ist ganz einfach: werden wir in der Zukunft mit unseren Daten zahlen müssen? Werden die großen Firmen das Potential darin sehen, noch näher an den Kunden zu kommen mit den greifbaren Daten über ihre Gesundheit? Präziser gezielte Werbung den je?
Oder wird die Menschheit die Gefahren der digitalisierten Gesundheit erkennen und sich zurückentwickeln? Man kann Purzelbäume an Fragen über Fragen stellen, aber meine Hypothese ist, dass die Zukunft mehr für diese Smart-Wearables bereit hält.


Quellen

[1] Fitness Trackers in 2017 https://www.wareable.com/fitness-trackers/the-best-fitness-tracker

[2] Hydration messen https://www.wareable.com/fitness-trackers/fitness-trackers-in-the-future-679

[3] Arzt-Patient Beziehung https://www.healthitoutcomes.com/doc/the-doctor-is-in-managing-the-digital-healthcare-loop-0001

[4] Quelle aus dem Unterricht an der Hochschule für Gestaltung; Gesellschaftsanalyse

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