Drohne oder Postmann?

Die wohl wichtigste Frage des 21. Jahrhunderts lautet wie folgt: Wie wird sich der Konsum verändern, und wie kann man noch effizienter Kunden für sein Produkt gewinnen? Wieso das die wichtigste Frage ist? Ganz einfach, weil sie in ihrer DNA die Identität des Kapitalismus beherbergt, unser ganzer Wohlstand, unsere Technologien, die ganze Wirtschafts- und Finanzwelt stützen sich auf Konsum und nochmals Konsum. Denn der Konsum ist das wichtigste Gut für eine funktionierende und gut geölte Demokratie. Der Demokrat ist ja aus Natur raus kein korrupter, er muss also schauen, wie bekommt er Geld für seine Regierung rein. Steuern decken da einen Großteil ab, doch wie setzen sich Steuern zusammen? Zu einem erheblichen Teil aus Konsumgütern, wie Zigaretten, Alkhohol, Lebensmittel, Spielzeugen etc. Ein Riesenmarkt. Der immer weiter zu wachsen scheint; klar, es leben ja bald auch acht Milliarden Menschen auf unserer Welt. Jeder mit seinen eigenen Vorlieben für Musik, Essen und der richtigen Chipssorte. Es besteht mittlerweile überhaupt keine Konsumlücke mehr, es kann praktisch alles gekauft werden, es gibt sogar ein Projekt bei der NASA, bei dem man sich einen Planeten kaufen und nach seinem Namen benennen kann. Für mehrere Tausend Dollar, versteht sich..

Selbstverständlich haben das die großen Konzerne unserer Zeit schon längst erkannt, und hoffen nun auf die Medien und Technologien des 21. Jahrhunderts. Allen voran, der gute alte Computer, mittlerweile in fast 80 % aller Haushalte in Deutschland vorzufinden. Doch auch die Smartphones unserer Zeit sind ein wichtiges Konsumvermittlungsmedium. Neue Marktstrategien des Konsumhandels entstehen heute nur noch auf internetgestützten Medien, auf die Oma mit ihren Wertcoupons wird da schon lange nicht mehr stark eingegangen. Und wenn man sich die Entwicklung von Großkonzernen wie Amazon mal anschaut, die eine wahre Revolution mit der liefernden Drohne der Zukunft entfacht haben, so kann man ganz klar sagen, dass sowas in Zukunft natürlich Gang und Gebe sein wird. Viele sträuben sich dagegen, sagen der Einzelhandel wäre heute dadurch bedroht, doch das ist er eigentlich schon seit den Kindertagen des Internets jeden Tag ein bisschen mehr, bedauerlich für die Mitarbeiter, ganz klar, aber nicht aufzuhalten.

Meine Oma könnte sich im Leben nicht vorstellen, Dinge im Internet zu bestellen. Meine Mutter, die gerne auch mal im World Wide Web Dinge bestellt, könnte sich widerrum niemals vorstellen etwas von einer Drohne direkt in den Garten geliefert zu bekommen, weil der Eingriff in die Privatsphäre zu erheblich wäre. Ich schon, denn der Postmann macht ja auch nichts anderes. Wenn ich einmal vielleicht 35 bin, und selbst Kinder habe, werde ich mir wohl niemals vorstellen können, dass sich mein Sohn einen Mc-Donals-3D-Drucker kaufen will, der ihm zu Hause jedes Menü drucken kann, natürlich aus biologischem Anbau.

Zudem muss man sagen dass sich Marken wie Prada, Adidas und Bershka heute in unseren Innenstädten immer noch sehr wohl fühlen. Sie zahlen zum teil horrende Summen, nur um in Berlin-Mitte ein Geschäft zu führen, welches sie als Marke repräsentiert. Für einen Quadratmeter können da schon mal 20.000€ zusammenkommen. Für Einen. Das ist natürlich eine Absurdität die man so nicht begreifen kann. Die Großstädte werden erstens immer knapper und zweitens gleichzeitig teurer weil die Läden die Preise in die Höhe treiben, und zu viel Platz beanspruchen, genau dort wo eigentlich Menschen leben sollten.

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