Arbeiten im Familienbetrieb — Die Problematik

Wie oft habe ich es schon gehört: “Das ist ja super!”, “Du kannst machen was du willst.”, “Dir geht’s aber gut”…

Um es direkt klarzustellen: NEIN!

Ein Restaurant, seit knapp 20 Jahren im Familienbesitz, mittendrin eine 21-jährige Studentin, nämlich meine Wenigkeit.

Entgegen der Meinungen das ich den besten Job hätte da meine Eltern ja meine Chefs sind, muss man sagen das Streit, schlechte Bezahlung und keine Freizeit an der Tagesordnung stehen. Dazu noch zu Hause wohnen und man hat die Katastrophe vorprogrammiert.

Du bist nicht in der Uni, oh, du könntest ja arbeiten. Das heißt Montag, Mittwoch, Freitag, Samstag abends arbeiten. Dienstag und Donnerstag abends zur Uni. Sonntag ist natürlich Arbeit von morgens bis abends angesagt.

Freizeit? Ein Fremdwort. Abends einfach mal auf der Couch liegen? Unmöglich. Spontan mit Freunden weggehen? Am besten wäre es 2 Wochen vorher einen schriftlichen Antrag zu stellen, vielleicht würde es dann klappen.

Wenn man dich beim Nichtstuen erwischt kannst du dir sicher sein das du dir eine Rede anhören musst wie faul du doch bist. Dazu noch eine Portion Gefühlsmanipulation, wenn du dir den Abend freikämpfen möchtest. Immer schön ins Gewissen reden, denn wie kannst du deinen Eltern nicht helfen die dich großgezogen haben?

Nächster Punkt: Geld.

Ich will nicht sagen das ich nicht bezahlt werde aber ich will auch nicht sagen das ich gut bezahlt werde. Familie braucht keinen Mindestlohn, auch nichts Festes, sondern so nach Lust und Laune. Manchmal mehr, manchmal weniger.

Durch den ständigen Kontakt, wird selbst jemand, der ein sehr gutes und offenes Verhältnis zu seinen Eltern hat, auf die Probe gestellt. 24 Stunden aufeinander sitzen tut in keiner Beziehung gut, Familie nicht ausgeschlossen. Verschiedene Ansichten bringen öfter mal Streit hervor, der eigentlich gar nicht dagewesen wäre.

Um es kurz und knapp zu sagen: Tut es nicht!

Einen Job findet ihr woanders, eine gute Beziehung zu euren Eltern ist viel zu kostbar um sie durch so etwas zu ruinieren.

P.S. Eine positive Sache gibt es: Wenn du krank bist darfst du ohne Probleme im Bett bleiben!