Warum der Online-Journalismus von Content-Strategen profitieren kann

Eine kleine Lektüre-Auswahl

„Wer hat an der Uhr gedreht, ist es wirklich schon so spät?“ heißt es im Schlusslied der Zeichentrickserie „Der rosarote Panther.“ Und diese Frage habe ich mir im vergangenen Jahr auch öfters gestellt. Der Dreher war (und ist) ein berufsbegleitendes Masterstudium, welches der Zeit anscheinend Flügel verliehen hat. „Content-Strategie/Content Strategy“ an der FH Joanneum in Graz hat mich in den vergangenen Wochen „in Beschlag genommen“. Warum gerade ich mich als Journalistin für dieses Studium entschieden habe? Werde ich in den kommenden Absätzen erklären.

Bewerbung

In den vergangenen Jahren, ich denen ich sowohl für Print als auch Online Texte für ein Newsmedium geschrieben habe, ist mir eigentlich bewusst geworden, wie schnell sich (vor allem) der Online-Journalismus weiter und teilweise in entgegengesetzte Richtungen zum Print entwickelt. Manche Newsportale übernehmen diese Entwicklungen, sind teilweise Vorreiter und haben das Wissen, wie man es machen sollte. Manch andere allerdings nicht. Die Qualität des Online nimmt eine Bandbreite ein, die von „Grandios“ bis „Unlesbar“ reicht. Und da stellte sich mir persönlich die Frage: „Quo vadis Online-Journalismus?“ Und genau diese Frage hat für mich den Ausschlag gegeben, mich für das Masterstudium an der FH Joanneum zu bewerben (und gottseidank angenommen zu werden).

Bestätigung

Denn es wurde mir schon nach kurzer Zeit bestätigt: Der Content ist entscheidend. Für mein Empfinden gerade im Online-Journalismus eventuell noch eine Spur entscheidender, da Medienhäuser hauptsächlich durch den eigenen Content Geld verdienen und nicht durch den Content auf ein anderes Produkt hinweisen wollen. Und gerade in Zeiten wie diesen, in denen die Frage immer öfter gestellt wird „Wie verdient man mit Online-Journalismus Geld?“ kann die richtige Strategie ein entscheidender Faktor sein. Denn am Ende geht es doch immer darum, sich von der Konkurrenz — die aufgrund der unzähligen Blogger und mittlerweile sehr guten Online-Auftritte diverser Unternehmen und Informations-Portale — abzusetzen und die Leser auf seine Seite zu ziehen.

Doch wer nun denkt, eine Content-Strategie bezieht sich nur auf Planung und Produktion des tatsächlichen „Content“, der irrt. Natürlich ist das ein gewichtiger Teil. Doch es gehört sehr viel mehr dazu: Audits, UX-Design, Information Architecture, Marketing, Kommunikation, empirische Sozialforschung, SEO, usw. usf. (Mehr Informationen zu den einzelnen Fachbereichen gibt es auch im Blog der COS-Studierenden.) Und wer sich über die Fülle an Gebieten, in denen sich ein Content-Stratege auskennen sollte, wundert: Genau dies wird in dem Master-Studium gelehrt. Man bekommt sehr gute Basics in die einzelnen Fachgebiete vermittelt mit einer Fülle von Anregungen, sich weiter darüber zu informieren. Dazu kommt, dass die Studierendengruppe aus unterschiedlichen Fachbereichen (Marketing, Social Media, Journalismus etc.) kommt und der Austausch untereinander bereits sehr ergiebig war.

Doch um wieder zum Online-Journalismus zurückzukommen: Die Content-Strategie stellt den Kunden in den Mittelpunkt. Im Fall des Journalismus heißt dies: Den Kunden, der dann tatsächlich für den Content (online oder in gedruckter Form) bezahlt. Und warum tut er dies? Weil ihn der gebotene Content überzeugt.

Bestärkung

Deshalb meine ich: Online-Journalisten sollten ein Grundverständnis einer Content-Strategie haben und Medienhäuser anhand von Strategien Entscheidungen treffen. Davon profitieren die Medienhäuser, denn sie gewinnen zahlende Kunden, genauso wie die Leser. Denn Letztere erhalten das, was sie eigentlich wollen: guten Content!

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