von #AlbertEinstein: “Sehr verehrte An- und Abwesende” (1930) zu 5 Axiome von #PaulWatzlawick (1967)

Textsorte: Drama, Bekenntnis

22. August 2018. 09.30h. Dominic und SMS sitzen vor dem “Home of Weltgeist, Diaspora für alle” (Namensgebung durch Prof. Dr. Bazon Brock, Ehrendoktor der ETH Zürich). Da kommt der Postbote und bringt ein schweres Paket… Die beiden gehen Live und gucken, was drin ist.

Gleiche Zeit, anderer Ort, genau 88 (sic!) Jahre früher:

Berlin, 22. August 1930

Verehrte An- und Abwesende!

Wenn Ihr den Rundfunk höret, so denkt auch daran, wie die Menschen in den Besitz dieses wunderbaren Werkzeuges der Mitteilung gekommen sind. Der Urquell aller technischen Errungenschaften ist die göttliche Neugier und der Spieltrieb des bastelnden und grübelnden Forschers und nicht minder die konstruktive Phantasie des technischen Erfinders. (…) Sollen sich auch alle schämen, die gedankenlos sich der Wunder der Wissenschaft und Technik bedienen und nicht mehr davon geistig erfasst haben als die Kuh von der Botanik der Pflanzen, die sie mit Wohlbehagen frisst.

Was danach kam, ist bekannt. Worauf hier aber (zusätzlich) hinaus gewollt wird, lässt sich an der schlichten Eröffnungsformel von Albert Einstein — Verehrte An- und Abwesende! — ablesen. Sie wurde wenig später als traumatisierte Formel weltbekannt:

FEIND HöRT MIT

DIE ANWESENHEIT DER ABWESENDEN

In ihrem Beitrag im Sammelband “Paul Watzlawick 4.0” (Hrsg. Alois Huber und Roland Fürst, Facultas 2018) zeigen Tina Piazzi und Stefan M. Seydel die Suchbewegung von Paul Watzlawick nach einem gänzlich anderen Zugang — zu dem was wir bis heute “Welt” nennen — als eine direkte Folge seiner Erfahrungen im Krieg:

Paul Watzlawick arbeitet in der Flugabwehrkanonen-Kompanie und wurde als Wehrmachtsdolmetscher eingesetzt. Der umkämpfte Raum löste sich von der Erde: Im Himmel weit oben und in allen tiefen des Meeres war Krieg. Und die Kommunikation der Funker mussten im vollsten Bewusstsein abgesetzt werden, dass der Abwesende “Freund und Feind” (Carl Schmitt) anwesend ist. Kurzum:

An der Vorstellung einer “Röhrchenkommunikation” (Dominic Looser) konnte unmöglich festgehalten werden.

Paul Watzlawick gilt nicht nur als Mitbegründer des Radikalen Konstruktivismus. Er ist insbesondere auch durch seine 5 Axiome bekannt geworden, welche über die Fachwelt von gesprächsbasierten psychotherapeutischen Ansätzen, der Sozialen Arbeit, vieler Theoriebemühungen rund um “Kommunikation” hinaus, zur unumgehbaren Referenz geworden.

Den hier referenzierte Betrag im Sammelband behauptet, dass Paul Watzlawick durchaus weiter an seinen axiomatischen Sätzen gearbeitet hat. (Vielleicht hat der weltweite Erfolg, seine Suchbewegung zum Abbruch gebracht? Millionen von Menschen kennen seine “Anleitung zum Unglücklichsein”.) Das Interesse wird aber spielerisch auf die von Dirk Baecker aufgeworfene Frage gelegt: “Wie lautet eigentlich das 6. Axiom?”

Piazzi/Seydel haben die 5 Axiome — diese grundlegenden Grundannahmen — neu interpretiert und auf 9 Axiome erweitert: Je drei Axiome wurden drei Gruppen zugeteilt:

  1. Gruppe: Begründung des Ausgangspunktes von Komplexität
  2. Gruppe: Beschreibung von Prozess und Dynamik
  3. Gruppe: Das Forschungsprogramm zu einer Metakommunikation

Mittels unterschiedlichsten Interventionen wird in einem “Labor für CommunautiC” #L4CC gearbeitet: Work in Progress #QDw3c ;-)

Danke für ihr Interesse.

PS: Ein Buch ist kein favorisierter Ausgangspunkt mehr. Ganz im Gegenteil: “Die grosse Unruhe lodert in der universitären Bibliothek”. (Piazzi/Seydel: Die Form der Unruhe, Band 2, Junius Verlag, 2010.)

ZUM MAKING OF im blog dissent.is

REZENSIONEN

DIE GENESE DES TEXTES

#PaulWatzlawick 4.0 (von Tina Piazzi, Stefan M. Seydel)

3 EXEMPLARE: geschenkt!

ALWAYS FISHING FOR COMPLICATIONS (Bazon Brock)

  1. Ingo Damith (Er macht (nicht nur) irgendwas in seinem Blog damit. ;-)
  2. Adrian Riklin (Redaktor der Wochenzeitung. Wir einigten uns auf einen Büchertausch ;-)

LESUNGEN UND BEGEGNUNGEN

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Sonntag, 28. Oktober 2018, ab 18h

Mittwoch, 17. Oktober 2018, ab 18.30h

Fischerstiege 1–7, Wien

Freitag, 7. September 2018, 16–18h

#1st Friday #Sozialarbeit-Stammtisch Zürich
Asylstrasse 9, 8032 Zürich
Doku
| Zusammenfassungen: sms, Michael Wald

Samstag, 25. August 2018, 16–19h

Mittwoch, 22. August 2018, 9.30h

Im Rahmen der Vorbereitung auf meinen Beitrag am Treffen der deutschsprachigen Community von Wikipedia vom 5.-7. Oktober 2018 in St. Gallen/Schweiz @Wiki_Con #wikicon18 entstehen diverse Einträge:

(1) Meta (Einführung zu dieser Serie)
(2) Was wir nicht von Wikipedia gerlernt haben
(3) Warum HTML nicht die Fortsetzung des Gleichen mit anderen Mitteln ist?
(4) 22.08.1930 #AlbertEinstein zur 7. @IFA_Berlin: “Sehr verehrte An- und Abwesende
(5) täglich #watchvlog ((( rebell.tv ))) #pngpng bis 17. Oktober 2018
(6) …
(7) …

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Stefan M. Seydel/sms ;-)

Ausstellungen und Performances in der Royal Academy of Arts in London (Frieze/Swiss Cultural Fund UK), im Deutsches Historisches Museum Berlin (Kuration Bazon Brock), in der Crypta Cabaret Voltaire Zürich (Kuration Philipp Meier) uam. Gewinner Migros Jubilée Award, Kategorie Wissensvermittlung. Diverse Ehrungen mit rocketboom.com durch Webby Award (2006–2009). Jury-Mitglied “Next Idea” Prix Ars Electronica 2010. Bis 2010 Macher von rebell.tv. Co-Autor von “Die Form der Unruhe“, Umgang mit Information auf der Höhe der Zeit, Band 1 und 2, Junius Verlag Hamburg. Mitglied im P.E.N.-Club Liechtenstein. Er war drei Jahre Mitglied der Schulleitung Gymnasium Kloster Disentis. Seit Sommer 2014 lebt und arbeitet er in Zürich: #dfdu.org AG, Konstellatorische Kommunikation. (Entwicklung von Pilot und Impulsprojekten, gegründet 1997 mit Tina Piazzi)

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