Der Sozialarbeiter als Parasit — Kunst

data | Auftrag für parasitäre* Gastarbeit

Der Sozialarbeiter Stefan M. Seydel/sms ;-) wurde von “data” für die Teilnahme an einer 50-stündige Performance ins Haus zur Glocke, Steckborn, eingeladen. Hier sein Konzept für seine Anwesenheit vom Fr, 12.5.2017: 17:00 — So, 14.5.2017: 15:00 | HIER GEHTS ZUR DOKU DER KURATIERENDEN KüNSTLERINNEN | Die Arbeit von /sms ist via Twitter und Hashtag #whtsckng (What’s Cooking) leicht zu verfolgen:

(Nur eine Woche später arbeitete /sms im Literaturmuseum Strauhof in Zürich in einem sehr ähnlichen Setting: #LitUpZRH (Zusammenfassung in einem TwitterMoment). Für sein Arbeitssetting dort, hat er sich von Anne Käthi Wehrli inspirieren lassen. Dabei ist “DAS MANIFEST DER ORDNUNG DURCH VERBINDUNG” entstanden, welches in unmittelbarem Zusammenhang mit den Um:Ordnungen unter #whtsckng vorgenommen wurden:

INHALTLICHER KONTEXT / VORüBERLEGUNGEN

#Komplexitätsdefizit

Soziale Arbeit entwickelte ihre 200-jährige Tradition von Beruf, Profession und (Fach)Disziplin unter dem Vorwurf des Technologiedefizites. (Das meint: Ihr Handeln sei rational nicht begründbar; ihr Erfolg nicht prognostizierbar. Sie reden viel und rechnen selten. Das beweise den Mangel!) Die Zeiten haben sich gewandelt. “Die Kunst der Ingenieure” fällt zurück auf den Status von Handwerk. Die Notwendigkeit von radikaler Multiperspektivität für die Arbeiten am Sozialen wird unbestreitbar. Dies mag mit einem Wechsel des dominanten Kommunikationsmediums erklärt werden können: Vom Buchdruck zum Computer — #medienlǝsɥɔǝʍ. Wie auch immer: Jetzt gerät unter Druck, wer sich dem Vorwurf des Komplexitätsdefizites ausgesetzt sieht. (An diesem Themenstrang arbeitet der Autor unter dem Hashtag: #PaulWatzlawick)

Just in diesem dramatischen Moment kann gezeigt werden, dass sich eine neue 3-Stände-Gesellschaft etabliert:

1. Zu oberst das Wirknetz der entscheidenden #Computer im unerreichbaren Himmel, den Clouds.
2. Die stets prekär
in Netzwerken Nützlichen.
3. Zu unterst: umstandlos, emotionsfrei, notwendigerweise:
überflüssige Menschen.

Die grundlegenste Grundlage für die Herrschaftsform der Demokratie ist pulverisiert: Der Mensch. Die unantastbare Würde des Menschen verduftet. Wie Gas. (Selbst als lauthals verteidigte Behauptung.) Menschen sind Unternehmen. Ich AG’s. Atomisierte (juristische) Personen, welche dem Zwang zur eigenverantwortlichen Liquidation bei mangelnder Verschuldungsfähigkeit (per Gesetz) auferlegt ist. Unternehmen konkurrenzieren. Global. Nicht nur gegen Roboter.

ANARCHIE als nächst höhere Entwicklungsstufe menschlichen Zusammenlebens?

“Schweiz 1.0” von 1848 war ein “USA 2.0”. besteht 200 Jahre später die Chance auf eine “Schweiz 2.0”?

Häfelin/Haller benennen für die Schweiz von 1848 vier tragende Grundwerte:

#Rechtsstaat: Das starke Recht vor die rechte der Stärkeren 
#Demokratie: Machtwechsel ohne Blutvergiessen 
#Föderalismus: Dort entscheiden, wo umgesetzt wird
#Sozialstaat: Befähigung zur Mitgestaltung, aka bildung

Aber:

Das Recht hält sich an keine Ländergrenzen mehr. Geld und (familiäre) Hordenbildungen sichern Allianzen der (gewaltbereiten) Mächtigen. Unerreichbare Konglomerate bestimmen die Standards einer sog. “digitalisierten” Welt. Lesen, schreiben, rechnen (und stillsitzen, gehorchen) garantieren keine Mitbestimmung mehr. Was vor 200 Jahren passte, verpasst die Anpassung an aktuelle Herausforderungen. (An diesem Themenstrang arbeitet der Autor unter dem Hashtag: #ANARCHkonf)

Was tun?

Brauchen wir eine nächste BILL OF RIGHTS für eine #Weltgesellschaft (und ihre Maschinen)?

“WE SHALL MAKE THE BASIS OF OUR STATE CONSENT TO DISAGREEMENT. THEREIN SHALL WE ENSURE ITS DEEPEST HARMONY.” (harold joseph laski)

— Anarchie, meint nicht “Chaos”

Nicht Abwesenheit von Recht und Ordnung. Nicht der Sieg der Stärkeren über die Schwächeren. Nicht Willkür, Regellosigkeit, Hedonismus. Anarchie verzichtet auf Beherrschung. Anarchie sucht nicht zu beherrschen. Eine Utopie, wie es Demokratie einst auch sein konnte. Für sehr kurze Zeit.

Wie sähe ein musterhafter Umgang aus, einverstanden zu sein, mit dem nicht-einverstanden zu sein meines Gegenübers?

#agree2disagree

Die Metamorphose der Sozialen Fragen

Der Sozialarbeiter Stefan M. Seydel — im Internet bekannter mit seinem Kürzel /sms ;-) arbeitet an diesem Themenstrang seit über 20 Jahren. Auch — und insbesondere — mit seinem bis 2010 aktiven rebell.tv.

Im Haus zur Glocke, Steckborn, wird dazu bereits am Freitag, 5.5.2017 eine “Zettelwand” eingerichtet und am Wochenende danach inhaltliche Gespräche und Kontroversen gesucht.

UMSETZUNG

Auf das erste (von zwei) Wochenende sind auf 56 Kärtchen Themen, Thesen, Definitionen, Kalküle etc. aus der aktuellen Arbeit von Stefan M. Seydel/sms ;-) notiert worden. Diese sind im Schriftzug #DADA als Platzhalter in Steckborn direkt bei einem Deckendurchbruch über der (brodelnden) Küche an eine Wand geklebt worden. Das erste D wurde dabei an einem Senkblei ausgerichtet. (Ob die Zettelchen noch hängen werden am nächsten Wochenende? Ob etwas damit gemacht wird? Ob jemand anders bereits darauf reagieren wird? | Die Um:Ordnung spätestens beim zweiten Wochenende ;-)

<<an>ordnung< (1)

<<um>ordnung< (2)

<<um>ordnung< (3)

Der Tag danach

vergl. Kommentare unseres Ex-Kurators auf Facebook

#tgdrtp #whtsckng #theoreme #LitUpZRH #videoEX

WORK IN PROGRESS

KoLaborA(c)tion @stoeckerselig (Im Gespräch und die Vorbereitung auf #whtsckng) http://stoeckerselig.ch/

Re:Aktion von Jso Maeder, welcher am ersten (von zwei) Wochenenden in Steckborn war und am Sonntag Abend eine eMail an sms(ät)dfdu.org absetzte. Jso Maeder nennt die Arbeit von /sms: “Post-it-Feld”. (Link: Text Jso Maeder)

Die Gästin des Gastes: Rahel Müller, aka einsilbig

Benutzter Hashtag auf Twitter

#whtsckng (what’s cooking)

Links/Archiv:

(Kunst)Events, welche /sms in diesen Tagen begleitet (hat):

Zum Unternehmen #dfdu AG

Zum Zettelkasten

Social Media

DEFINITIONEN von #dfdu AG

Stefan M. Seydel/sms ;-)

(*1965), M.A., Studium der Sozialen Arbeit in St. Gallen und Berlin.

Unternehmer, Autor, Künstler.

Ausstellungen in der Royal Academy of Arts in London, Deutsches Historisches Museum Berlin, Cabaret Voltaire Zürich uam. Gewinner Migros Jubilée Award, Kategorie Wissensvermittlung. Nominiert mit rocketboom.com für den Webby Award 2006 (Best Use of Video or Moving Image). Jury-Mitglied “Next Idea” Ars Electronica 2010. Bis 2010 Macher von rebell.tv. Co-Autor von “Die Form der Unruhe“, Umgang mit Information auf der Höhe der Zeit, Band 1 und 2, Junius Verlag Hamburg. Mitglied im P.E.N.-Club Liechtenstein. Er war drei Jahre Mitglied der Schulleitung Gymnasium Kloster Disentis. Seit Sommer 2014 lebt und arbeitet er in Zürich: http://dfdu.org AG, Konstellatorische Kommunikation. (Entwicklung von Pilot und Impulsprojekten, gegründet 1997 mit Tina Piazzi)