Warum es klug sein könnte, #NoBillag am 4. März 2018 anzunehmen.

Erinnern — Gedenken — Erneuern | Arbeiten am Sozialen | Eine Veranstaltungsserie seit 2004 #dfdu AG

LIVE-BLOGGING (Passagen & Fragmente | reload ;-)

[Textsorte: Traum, Blitz]

WARNUNG: Der hier Schreibende ist der empirisch bestätigte “König der UNKLAR #NoBillag Twitterer”. Bereits das Lesen dieses Textes könnte dich als “Sympatisant Libertärer Ideologien” identifizieren (Stichwort “Totale Überwachung”) und du könntest von Journalisten, welche ihre Leserschaft begeistern wollen gar als Supporter eines laufenden Euthanasieprogammes erkannt werden. Du wärst damit ein Unmensch. Du wärst damit mehr als überflüssig. Liquidiere dich von hier: Verdufte. (Gas.) ICH HABE DICH GEWARNT. Wir leben in gefährlichen Zeiten. Der ANSCHLAG AUF DIE DEMOKRATIE läuft. Geschichtsrevision von Links ist filmbar :-(

Sie finden, so zu schreiben sei empörend? Ja. Finde ich auch. Sich empören meint, sich empor zu heben. Aufzustehen. Den aufrechten Gang zu wagen. Nein: Nicht “die Wahrheit” gegen “die Lüge” verteidigen. (Das tun andere: Im Namen der Aufklärung, der Freiheit, der Demokratie.)

Lernen von der Schweiz” (Serie)

Warum?

Weil ich diesem SRG-Mittelbau, dieser Politik, dieser Begleitung des Prozesses durch die Wissenschaften… nicht zutraue, dass sie sich auf das Einlassen können, was spätestens seit 1995 — mit der Einführung von ISDN der Swisscom — nötigst geworden wäre: Eine intensive Diskussion, was informationeller #ServicePublic auf der Höhe der Zeit sein muss? — JAin

über das Vorgehen in diesem Eintrag
Wie beim Eintrag GLOSSAR ZUM MEDIENWECHSEL in meinem Zettelkasten, ist auch dieser Eintrag kein “journalistischer Artikel”. Vielmehr sind es Dokumente, in welchen ich Gedanken und Hinweise zu sammeln versuche. Ein klassisches WORK IN PROGRESS. Für hier surfe ich — meistens durch die Timeline meiner TwitterAccounts und sammle vorgebrachte “Argumente” und verlinke diese im Titel. Später — so hoffe ich! — werde ich ordnen und kurz auf die Punkte eingehen. Sie müssen händisch die Seite neu laden, um den aktuellen Stand meiner Sammlerei zu sehen ;-)

PS: Täglich von Mo — Fr um #5nach12 einige Snaps zum Thema auf: communautic.org/ping

(bin grad etwas unmotiviert… 27.01.18, 13:54h — wo werden argumente diskutiert? wenn nicht hier. im internet. dort, wo vielfalt erzwungen wird. warum quäle ich mich also mit diesen dummen slogans ab. hüben und drüben. bloss schlagende worte… und dabei brennt #DearDemocracy :-( i love blogging ;-)

Die Liste (ungeordnet)

1) “Weniger Vielfalt, weniger Schweiz

Der Slogan aus dem Umfeld MAZ Luzern. Politische Slogans sind freilich und Erstens immer Überspitzungen, rhetorische Empörungen, die Suche nach Emotionen. Und Zweitens genau damit das krassest mögliche Gegenteil von journalistischen Qualitäten. Aus diesem doppelten Grund ist die Aussage schon zwei Mal inhaltlich in keinster Art und Weise ernst zu nehmen. Es ist — um ein Ausdruck von Prof. Dr. Stephan Russ-Mohl zu wählen — “BullShit”.

Dieses “Journalistisches Dilemma” blieb während der ganzen Kampagnenzeit gänzlich unbearbeitet: Die direkte Involvierung macht Journalismus jedwedes Engagement unglaubwürdig. Und totale Abstinenz, ebenso. Wie kommunikativ mit solchen Momenten umgegangen werden kann, hätte #PaulWatzlawick gewusst. Aber der ist ja schon lange tot :-/

Als zweiter Punkt könnte an diesem Slogan gezeigt werden, wie sich Journalismus als “Systemrelevant” zu inszenieren sucht. Als #TooBigToFail. Das ist höchst unbeliebt. Insbesondere, weil erahnt wird, dass demnächst die Banken ein nächstes Mal ankommen werden. Und nicht nur sie. Drohungen kommen in diesen Tagen nicht gut an. Zu viele andere “Suicide Bomber” sind unterwegs: MEINE WELT GEHT UNTER: deine auch! ….. ˆping

Trotzdem. Würde inhaltlich auf den Slogan eingegangen werden, müsste dramatischerweise gesagt werden: Es ist präzis umgekehrt:

«Die Angst vor der ewigen Stille»

  • wenn das jene sagen, welche im Modus Senden!Senden!Senden ihr ganzes berufliches Leben verbringen, wirkt das Argument besonders komisch.
  • auf der Seite der Empfangenden ist der Lärm und das Rauschen jedenfalls unüberhörbar.
  • Der Punkt ist aber eben gerade ein anderer: Die Unterscheidung von <<senden>empfangen< hat sich in einfach allen ernstzunehmenden Kommunikationstheorien lange vor dem Weh!Weh!Weh! “granularisiert” (Dr. Christoph Kucklick). Die Theoriefeindlichkeit von Journalismus würde Prof. Dr. Vinzenz Wyss sofort bestätigen, wäre er nicht gerade im Abstimmungskampf engagiert.

Dilettantismus ist das, was nachher käme

Das ist ein sehr interessantes Argument. Weil es beweist, dass Journalisten selbst nicht wissen, wie ihr Job entstanden ist. Und ich meine nicht den Job der “Kindersoldaten” (Kurt Imhof), sondern jenen des absoluten Top-Qualität-Spitzen-Journalismus. Video: Auf in den Dilettantismus (so?) Prof. Dr. Jakob Tanner erzählt das alles viel differenzierter. Aber er kann gerade keine Podcasts geben, weil sein Institut ganz schlimm unter Dauerbeobachtung der Weltwoche steht.

Allein in der Stadt Zürich gehen 2800 Job verloren

Das Argument des Verlustes von Arbeitsplätzen ist Toxisch. Wenn dieses Argument zugelassen wird, wird der Verdacht genährt, dass das Schweizer Radio und Fernsehen eine geschützte Werkstätte ist. Das Argument der Systemrelevanz (Vergl. 1) ist damit vielleicht noch nicht ganz hinfällig, aber massiv bedroht.

Werbegelder fliessen ins Ausland

Ja. Das ist ein Problem. Und verweist auf all die Fehler und seit mind. 10 Jahren arrogant verpassten Chancen des Zuhörens. Die Investorenszene der Schweiz in zeitgemässere Projekte wurden aber eben gerade durch die Gatekeeper an den Druckerpressen verhindert. Wir haben es 2010 unter dem Titel #AIBS beschrieben und erklärt. Ermöglicht hat dieser Schutzwall gegen das Internet, aus welchem angeblich alles Böse der Welt trieft, dass Unternehmen wie Ringier oder TAmedia sich sensationell haben umbauen können und sehr erfolgreich Ökonomiserungen realisieren. Zudem: Das Ausland heisst insbesondere Google&Co und es klaut den Unis auch grad noch unsere besten Studis weg ;-)

Fairness. gegenüber Randregionen und Menschen mit einer Behinderung

Nur wer gar keine Beziehung zu Menschen mit einer Behinderung hat, kann so rumbehaupten. Computer Mediated Communication #CMCzrh hat für sehr viele Menschen mit anderen körperlichen und geistigen Möglichkeiten eine dramatische Verbesserung gebracht. Schon heute. Und wir stehen erst am Anfang dieser Entwicklung. Eine Zeitung dürfte heute keinen Rappen Staatförderung erhalten, weil die minimalsten Anforderungen an “Barrierefreiheit” nicht erfüllt werden. (So?)

Und die Randregionen? Das Püntnerland? Die Rätoromanen? Jedes Dorf leistet sich eine PR-Abteilung. Die sind sensationell aufgestellt, wenn es um Internet und so geht. Eine tagesaktuelles Wiki aufzustellen und einander zu zeigen, woran das Tal hinter dem Berg am Knobeln ist: Sie werden es schaffen. JAMMERN IST SOWAS VON LäCHERLCH

Die Angst vor der Sturz ins Ungewisse

Das journalistische Ungewissen hat sich ja insbesondere durch eine Dissertation an der Universität Zürich ins unerträgliche gesteigert. Da zeigt der junge Mann eine kleine Serie. Jeweils parallel zwei Textbeispiele von Fussballberichterstattungen. Und dann fragt er ins Publikum: “Welcher Text hat eine Software generiert?” — Ja. Das Publikum im Collegium Helveticum wählte immer den falschen Text. Ufff :-/

Die Kontroverse verläuft entlang der Parteigrenze: SVP gegen alle Anderen

Das ist Quatsch. Ein bisschen weniger Quatsch wäre, dass die Grenze zwischen Jung/Alt verläuft. Aber wie ging das?

Die Swissair wurde noch von Nationalisten und den Konservativen gerettet.
Die Banken von den Neoliberalen und sogar von den Libertären.
Und die SRG vom ZhdK-zertifizierten Prekariat.
Erklär diesen gesellschaftlichen Wandel innnerhalb von 20 Jahren mal einem Füdlibürger ;-)

Kohäsion — Ohne SRG zerfällt die Schweiz

Die Welschschweiz wird in die Arme von Frankreich gedrängt. Das Tessin in jene von Italien. Die Deutschweiz in jene von Vorarlberg. (Irgendwie so?)

  • Selbstüberhöhung
  • Abwertung all jener Orte, welche die Kohäsion tatsächlich leben. Etwa die zwei- und mehrsprachigen Familien, kleinst- und klein Unternehmen, Universitäten…

“Was wir von der Gesellschaft und ihrer Welt wissen, wissen wir fast ausschließlich durch die Massenmedien.

Es ist hip geworden, Niklas Luhmann zu zitieren. Es ist das Lieblingszitat von intellektuell tuenden Journalisten. Dumm ist nur, dass Luhmann nicht nur diesen Satz geschrieben hat. Sondern einen Nächsten: “Gleichzeitig haben wir jedoch den Verdacht, daß dieses Wissen manipuliert wird.”

Wenn Niklas Luhmann von “Massenmedien” schreibt, unterscheidet er diese insbesondere von “Sprache” und von “Schrift” und von “Computer”. Er arbeitete an einem gänzlich anderen Programm. Wer Luhmann zitiert, schüttet Wasser auf die unerbittlichen Mühlen von #Medienwechsel. (Mir solls recht sein ;-)

JEDES KIND KENNT DIESES SäTZE:
#PaulWatzlawick: “Du kannst nicht nicht kommunzieren.”
#Niklas Luhmann: “Nicht Kommunikation kommunziert, sondern Kommunikation.”

Was machen all die Professoren, welche uns das erklären könnten? Sie schimpfen übers Internet, machen Abstimmungskampf gegen #NoBillag und hoffen auf Anrufe vom Feuilleton.

Was SRF verpasst hat…

Liste (ungeordnet)

Offensive Umgang mit dem Journalistischen Dilemma

  • (Vergl.1)

Antwort auf das Problem des “Geschäftsmodells” von Journalismus: Bad News are Good News (auch fürs Geschäft.)

  • vergl. Watson @Dickmo / Arena, Beobachter etc.
  • Wenn Klickzahlen, Verweildauer etc. zum Kriterium werden, ist Qualität gefährdet (Vergl. zu Bücher/Bibliothek: Nicht alle Bücher werden gelesen. Und manche der ungelesensten Bücher sind zentralst wichtig für eine Gesellschaft… etc.)

Für Sportsendungen wird das Internet intensiv genutzt. Für Diskussionsendungen nicht. Es gibt keine Zeitbeschränkung mehr. Fragen könnten stundenlang diskutiert werden. Die Aufgabe der Pflege der Diskussionskultur wurde gänzlich vernachlässigt. Logo: Schuld ist natürlich das blöde Internet. (Hass im Netz? Vergl. Web 2.0 und die ökonomisierungsversuche der Medienhäuser.)

#2amorge #YoungBulanz

  • senden!senden!senden!
  • Hierarchie
  • Unverständnis der Umstellung von Kommunikation

Kohäsion

  • in welcher “Sendung” kommt diese für die Schweiz angeblich existenzielle, “systemrelevante” Funktion zur Darstellung? Gibt es eine Einzige?
  • Nicht einmal in den experimentellen Youtube-Produktionen inszenieren sie eine Bi-tri-WG… welche es an der Uni Fribourg aber sicher GANZ REAL gibt…

Kahlschlag bei den Regionalradios

Die Wiederentdeckung, dass ja auch noch andere von den Gebühren profitieren zeigte insbesondere, was mit ungleich viel weniger Geld alles an regionalen Dienstleistungen möglicht ist. Der Tagesanzeiger zeigt die Statistik. Das gilt auch für andere Bereiche:

  • Gemäss der Zusammenstellung dort, wird in Unterhaltung/Film 366mio investiert. (Ein reisserischer Ja #NoBillag tweet behauptet, dass 27.5 mio in die Filmszene gehen… Im Vergleich zum Lotteriefond, soll das wenig sein…) Ich tippe Propaganda ab… bin nicht direkt auf den Quellen… :-/ Suche aber nicht weiter… Finde das Argument eh nicht schlüssig. Internet als Lösung: Transparenz hilft ;-)

Stier in Lauerstellung

Der Stier von Red Bull ist nicht in Lauerstellung. Das sähe gänzlich aus. Eine normale Schlagzeile. Typisch #FakeNews. Eine Schlagzeile will Emotion. Dass Watson Angst haben müsste, wenn Red Bull in die Schweiz käme, ist offensichtlich: Es wäre ihr sofortiges Aus.

Welche Argumente habe ich selbst für ein NEIN zu #NoBillag?

Das Vakuum

Die Diskussionen haben gezeigt, dass hüben und drüben kaum ein tragfähiger Zugang zur Herausforderung — wie sie es nennen — “Digitalisierung” gefunden wurde. Noch mehr: Dass auch kaum darum gerungen wird. Es siegt das bessere PR, die grössere Vernetzungskraft, die mächtigeren Geldquellen (Vergl. dazu #EndOfNation.)

Es wird auch bei einem NEIN zu einem Abbau der SRG kommen. Das Chaos der Kampagne hat das gezeigt. (Welche ja auch die hyperventilierte Unabhängigkeit vom Staat pulverisierte: Plötzlich sagt eine Bundesrätin, wie die Höhe der nächsten Abgaben sein werden: chf1/Tag. Also chf 365. Eine politische Marketingidee bestimmt also die Höhe des Notwendigen? usw. usw.) Wie aber dieser Abbau aussehen wird, ist gänzlich offen. Oder wird wo ganz anders entschieden? — Tonnenweise toxische Verdachtsmomente.

Bei einem JA würde dieser Entwicklungsprozess wohl noch turbulenter. Und bei den aktuellen Playern, traue ich niemandem eine wirklich gute Gestaltung zu. Oder eben: Ich würde dann der SRG-Spitze mehr zutrauen, als den Haudegen der Parteienpolitik und einigen wenigen Superreichen.

Mein Argumente für ein Ja zu #NoBillag?

#medienlǝsɥɔǝʍ

- sprache 
+ schrift 
≠ buchdruck
# computer

4. Industrielle Revolution

  • Mechanisierung
  • Maschinisierung
  • Automatisierung
  • Computerisierung

Web 3.0 oder Die 3. Welle #GillesMarchand

Web 0.0 
ab 1969 Arpanet

Web 1.0
ab 1989 HTML

Web 2.0
ab 2004 ökonomisierungsversuche mittels Plattformisierungen

Web 3.0 
übergang in “Normalität”, Internet der Dinge, G5-Netze
Beweis für Normalität könnte sein, dass das Schlagwort “Web 3.0” nicht mehr genutzt wird. Die Unterscheidung On/Off-line ist obsolet geworden. Auch wer kein Smartphone hat, kann nicht vergessen, dass er/sie ständig Datenströme um sich hat…

Die Herausforderungen sind gänzlich andere. Und nicht erst seit dem Sommer 2017. ANDERES ANDERS MACHEN.

2011 als #Medienkritik publiziert, wurde 2017 als Aufforderung verstanden. Die dreiteilige Staatsgewalt, wurde aber eben 1831/1848 auch von Universität, Zivilgesellschaft, Familie etc. geschützt. Eine dramatische Fehlinterpretation der aktuellen Journalistischen Kampagnen, welche diese eben gerade als Verräter der Staatsidee zeigen :-/

EINLEITUNG 2 — am 27.01.2018, 9:22h

Die Schweiz als Labor für Gesellschaft

Peter Weibel sagte das einmal zu mir: Er sei für Praxis. Die Gesellschaft müsse zurück ins Labor… Typische Alt68er Sprüche. Danach geht es für ihn weiter zum Apero mit dem Chef der TooBigToFail Bank. Dem Medienmogul. Dem grössten Kunstsammler. Zur nächsten staatlich zwangfinanzierten Professur. Keine Ahnung. Trotzdem: Den Gedanken erahne ich wohl:

Das Unbehagen gegenüber der Neuzeit, der Aufklärung, der Moderne: Nicht nur Zygmunt Bauman hat es ausgesprochen… Schnell weiter. Zur Praxis:

Die Alpenstadt Schweiz als Labor?
- War sie das nicht schon immer?

Ist es nicht grossartig, dass wir in kürzester Reihe über zentralste Fragen des Zusammenlebens in ungestümen Gesprächen liegen?

  • Ist Geld noch das, was es einmal sein wollte? (Vollgeld)
  • Ist Arbeit noch das, was es einmal sein konnte? (Grundeinkommen)
  • Und diese schräge #NoBillag fragt: Wir redest du eigentlich mit mir?

Bis zum 4. März 2018 beobachte ich die Eidgenössische Volksinitiative “Ja zur Abschaffung der Radio- und Fernsehgebührenin einem Videoblog. Täglich um #5nach12 versuche ich in einigen Snaps mir selbst zu erklären, wie ich mir erkläre, was ich nicht verstehe.

Dabei benutze ich die Folie von #Medienwechsel.

In meinem offen zugänglichen Zettelkasten auf Twitter, finden sich dazu viele Hinweise. Wenn Sie weniger geübt sind im Internet sind andere Accounts zugänglicher: Zum Beispiel: #CMCzrh oder #ANARCHkonf

Ich bin Sozialarbeiter. Sozialarbeiter arbeiten am Sozialen. Das Soziale ist all das, was nicht körperlich ist. (Steine, Blümchen, Wolken würde ich dort dazu rechnen.) Das Soziale ist all das, was nicht psychisch ist. (Gedanken, Selbstgespräche, Kopfschmerzen. Kurzum:) Das Soziale ist das, was dazwischen ist. Wir nennen es Kommunikation. Das interessiert mich.

Und darum ist mir diese #NoBillag, auch so wertvoll: Weil die Vorlage fragt, was eigentlich ein #ServicePublic auf der Höhe der Zeit wäre. Weil gefragt wird, was denn #DearDemocracy auf der Höhe der Zeit werden müsste. Weil #NoBillag auf kürzestem Weg die uralte Antwort der inneren Eidgenossen auf die Herausforderung des Zusammenlebens neu belebt:

#agree2disagree

Tonnenweise toxischer Verdachtsmomente. #DearDemocracy brennt :-/

http://communautic.org/ping

(nicht zugeordnetes)

EINLEITUNG 1 — Doku (Irgendwie ist der Eintrag einfach nie zu einem Ende gekommen… so hat der Eintrag angefangen:)

Lassen Sie mich mit einer kleinen #Dransparenzbox beginnen. (Nein. Das müssen Sie wirklich nicht lesen. Der Eintrag beginnt unten. Scrollen!) Mein Name ist Stefan M. Seydel. Im Internet eher unter meinen Initialen zu finden: /sms ;-)

Als junger Sozialarbeiter erweiterte ich in den frühen 1990er Jahren die anonyme Telefonberatung einer kleinen AIDS-Hilfe um das Angebot einer auch noch von der Stimme gelösten Begleitung via eMail. — Und 2006 war ich dann als Teil von rocketboom.com für einen Webby Award (Best Use of Video or Moving Image) nominiert und feierte als kleines Würstchen mit den aller Grössten der globalen Szene (Prince, Arianne Huffington, Gorillaz, uvam) das Web 2.0 in New York/NY. Ja. Ein persönliches Highlight. Aber nicht so ein grosses wie 1989. Abschluss Studium. Mauerfall. HTML. Ich wurde Papi. Wahn&Sinn. Trotzdem: Wie mir Prince — 2 Meter unverstellt von mir entfernt — zu zwinkerte… HIMMEL. Wo war ich? Ahja:

2007 wurde unser rebell.tv vom Migros Kulturprozent mit dem Jubilee Award in der Kategorie Wissensvermittlung ausgezeichnet. 2010 Jury-Mitglied “Next Idea” an der Ars Electronica. Es war das Jahr, in welchem wir für unser 7-stelliges Angel-Investment in die Entwicklung eines Umgangs mit Information auf der Höhe der Zeit kein Venture-Capital gefunden hatte und wir unser Startup an die Wand gefahren vom Netz kratzten. Wir sind in die Berge gezogen. Ins Kloster Disentis. Und haben dort als Teil der Schulleitung des Gymnasiums an dem weiter gearbeitet, was wir mit #medienlǝsɥɔǝʍ (inspired by Niklas Luhmann und Dirk Baecker u.a.m.) verlinken.

Seit 2011 sitze ich in Turitg — wie die rätoromanen Zürich früh angemessen erkannt und entsprechend benannt haben — am Hottingerplatz. In einem Schaufenster. Asylstrasse 9. Ja: Es gibt Espresso hier. (Und in der Bäckerei Vier Linden mag ich den “Pfaffenhut” am liebsten. Nur so ;-)

Als Sozialarbeiter arbeite ich am Sozialen. Als Unternehmer bin ich einer, welcher etwas unternimmt. Als fast-Secondo im Thurgau verstecke ich mich gerne hinter “Onkel Ernst” (Mühlemann) und andere huch!radikal-liberalen, seit Thomas Bornhauser aus Weinfelden mit einem Stipendium nach Zürich kam, Theologie studierte, Professoren vertrieb und 1831 massgeblich für eine der ersten liberalen Verfassungen der Schweiz verantwortlich zeichnete. Genügt das zum Einstieg? Ok.

Ahja: Jeden Tag — von Montag bis Freitag, mindestens — stelle ich einige Snaps der letzten 24 Stunden auf eine Backpage: communautic.org/ping. Nein. Das ist eine typische No-Show und ziemlich genau das Gegenteil von Infotainment. Es ist eher ein #MakingOf im Sinne von Prof. Dr. Stephan Porombka… Es ist Teil meines Zettelkastens… Aber das erkläre ich anderswo. Insbesondere in unseren Büchern.

Dieses Video-Blog führe ich als Projekt, was am 4. März 2018 enden soll. Früher hätte “die Bloggersphäre” so etwas #watchblog genannt. Ich beobachte im Wesentlichen 4 Hashtags: #NoBillag #ServicePublic #DearDemocracy — Schluss jetzt. Ich beginne jetzt mit der Umsetzung der folgenden Mindmap. Und muss vielleicht morgen Dienstag daran weiter arbeiten. Die Struktur steht schon mal. Ich fülle jetzt Text ein. Ok? (Ja, Ja: Rechte Richtigschreibung und so, guck ich später drüber. Los!

Start: #ServicePublic_1 mit philipp meier

Warum #NoBillag nix mit Links & Rechts zu tun haben KANN:

Wer hat diesesn Kommunikationsapparat auf einen Distributionsapparat umgebaut?

WORK IN PROGRESS — das #makingof

Aufsetzung: 18.12.17, 15:55h | Letztes Update: 26.12.17 11:55h/reload | ufff: muss hier abbrechen… nein: so wird das nix :-/

Warum es klug sein könnte #NoBillag am 4. März 2018 anzunehmen.

Weil es 2018 geworden ist? — Dirk Baecker eröffnete seinen Beitrag in unserem Band 1 von DIE FORM DER UNRUHE mit einem Zitat von Niklas Luhmann: “Alles könnte anders sein — und fast nichts kann ich ändern.” Und er schaut am Ende seines Textes noch einmal hin und stellt fest: “Und siehe da, es ist anders.”

Die Ausgangslage:

Die Kombination von liberalem, ökologischen, sozialen Denken auf engstem Raum: So würde auch ich gerne die Schweiz erklären. 2016 stimmten wir in der Schweiz über die Eidgenössische Volksinitiative “Für ein bedingungsloses Grundeinkommen” ab. Schon bald über “Vollgeld”. Und jetzt also über die Eidgenössische Volksinitiative “Ja zur Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren”. Die Bevölkerung redet dabei von “No Billag”. Auf Social Media sammelt der Hashtag #NoBillag das emotionale Durcheinander. Diese Bezeichnung bezeichnet weder eine Befürwortung, noch eine Ablehnung der Vorlage. “No Billag” ist einfach nur der Name für diese nationale Abstimmung vom 4. März 2018.

Wer findet, dass die Gebühren abzuschaffen seien, welche ein unabhängiges Radio- und Fernsehschaffen ermöglichen, muss ein JA zu “No Billag” in die Urnen legen. Wer will, dass es SRG SSR weiter machen kann, muss NEIN zu “No Billag” sagen. Der Durcheinander hockt schon in den Worten. Die “Argumente” tummeln sich ähnlich verquer und verweist auf ein zentrales Problem:

Informationsjournalismus läuft noch immer stark über tagesaktuelle Massenmedien. Was “in der Zeitung” steht, was in “den Nachrichten” kommt, ist noch immer erstaunlich wichtig. Über 80% der Bevölkerung hat Zugang zum Internet. Kaum jemand hat kein Smartphone in der Tasche. Warum der Diskurs doch noch über Massenmedien kontrolliert werden kann: Das ist Erklärungsbedürftig. Die engen Bezüge, welche professioneller Informationsjournalismus auf Erzeugnisse von professionellem Journalismus macht, dürfte eine Ansatz für eine Erklärung sein: Die Echokammern “der Medien” — wie wir sagen — erzeugt eine vermeintliche Übersichtlichkeit. Wie auch immer…

Käme es zu einer Annahme der Vorlage, wäre das der sichere Jobverlust von Hunderten im direkten, näheren und weiteren Umfeld von Journalismus. Wer solche Angst um Ein- und Auskommen hat, leistet keine “unabhängige” Vermittlung mehr. Und wen diese “Gatekeeper” in ihren Organen sich äussern lassen, ist als kompetente Beratung bereits schon diskreditiert. Der Verlust von Glaubwürdigkeit pulverisiert sich spürbar. Täglich. Scheint mir.

Egal was Journalismus aktuell tut, egal worüber aktuell berichtet wird, egal wie es “aufgemacht” wird: Es ist von diesem Verdacht überschattet, dass es irgendwie auf diese Abstimmung reagiert und nichts anderes im Sinn hat, den eigenen Kopf zu retten. So wird es nicht nur leicht zu rufen: “Die Mächtigen — die dort oben — machen eh was sie wollen.” Der dumme Spruch wird dann plötzlich ziemlich ätzend.

Die Welt hat sich verändert. Massiv

Die Umstellungen sind gross. Das zeigt sich nicht zuletzt in der Sprache. In einem Glossar habe ich versucht, einen Anfang für mich zu machen: dfdu.org/glossar Für hier will ich es anders versuchen. So:

Lassen Sie mich ein Listicle machen:

1. Sie nennen es Digitalisierung

Erinnern Sie sich daran, dass Töne, Bilder, Texte einst ganz unterschiedliche “Dinge” waren und auch mit gänzlich unterschiedlichen “Apparaten” hergestellt wurden? — Lassen Sie mich hier ansetzen:

Für Menschen unter 30 Jahre, ist das möglicherweise eine erstaunliche Aussage. Für uns Alte war das der Hammer. Ich habe mich handschriftlich zum Studium beworben. Schrieb die meisten meiner Arbeiten mit der Schreibmaschine. Und die Schlussarbeit — mangels Geld nicht auf einem ersehnten Apple, sondern — mit einem Atari ST: Auf einer Diskette die Systemsoftware. Auf einer zweiten Diskette das Schreibprogramm. Auf einer dritten Diskette die gespeicherten Dokumente.

Heute engagieren sich Swisscom und die Post — um bloss zwei andere Betriebe aus dem Kontext des Informationellen Service Public zu benennen — intensiv an der Möglichkeit, dass auch Dingen der Zugang ins Internet ermöglicht wird.

Seit 1969 können Computer miteinander telefonieren, so wie das Menschen machen. Wir haben uns längst daran gewöhnt, dass wenn wir mit unseren Gerätchen mit unseren Liebsten im Austausch sind, dass daran auch Rechner beteiligt sind, dass sich dabei Datenbanken aufbauen…

Das ist eine dramatische Umstellung. Mit dramatischen Folgen.

Die Mitarbeitenden und ihre Vorgesetzten im Professionellen Informationsjournalismus haben diese Entwicklung hautnah miterlebt, mitgestaltet, voran getrieben. Dass Sie jetzt überrascht tun, dass sie kaum ein neugieriges Projekt vorweisen können, in welchem Sie diese Umstellung ergebnisoffen reflektiert haben, überrascht wiederum auch nicht.

Journalismus hat über all die Jahre das gemacht, was wir in unserem Band 2 #AIBS (ab Seite 50) genannt haben: “Acquirend Internet Bashing Syndrom”. Wissenschafter, Werber, Journalisten haben die Aktivisten im Netz verteufelt, sexualisiert, fäkalisiert, psychiatrisiert, banalisiert beschrieben. Das — so sehen wir heute — war für die privaten Medienhäuser eine gute Sache: Verleger haben ihre Konzerne sensationell umgebaut. Dass jetzt Journalisten merken müssen, dass es viele von ihnem nicht mehr braucht, ist eine traurige Sache. Dass sie also den Verlegern trauriges Verhalten vorwerfen, ist nachvollziehbar. Dass sie die ehemaligen Leserbriefschreibenden aber als User beschimpfen, ist interessanter. Dies kommt einer expliziten Publikumsbeschimpfung gleich. Das professionelle Theater weiss, was das meint: Es ist das von der Bühne herab gerufene Ende aller Möglichkeiten der Bühne. Alt68er Zeugs, aber extrem Wichtiges. Es ist das Wedeln mit der weissen Fahne. Das Projekt der Moderne — so werden ich am Ende dieses Textes folgern — ist fixnudelfertig. Es ist angerichtet. Es ist gegessen. Es ist vorbei. (So?)

2. Sie nennen es Globalisierung

Erinnern Sie sich daran, dass es einst sehr, sehr aufwändig war, andere Menschen zu erreichen? — Lassen Sie mich hier ansetzen:

Für Menschen unter 30 Jahre, ist das möglicherweise eine erstaunliche Aussage. Für uns Alte war das der Hammer. Wir stiegen in die Bahn und waren dann 30 Tage mit Interrail unterwegs. Irgendwo. Null Kontakt zu den Alten. Keine Chance für Sie, uns zu erreichen. Es ging einfach nicht. Ok. Sie wollten es auch nicht. Wir schickten im besten Falle eine Postkarte. Eine Antwort senden? Wie denn? Wohin denn?

Kurzum: es gäbe bessere Beispiele. Auf jeden Fall: Wenn Töne, Bilder, Text, Dinge, Menschen, Projekte, Bots und was weiss ich noch was alles im — nennen wir es noch — “Internet” abhängen und verzögerungsfrei miteinander “kommunzieren”, dann wird klar, was wir mit Globalisierung meinen: Wir sind verbunden. Wir tauschen aus. Wer die Anderen sind ist unklar. Was kommunziert kommunziert. Wenn wir dem vertrauen können — und Maschinenen sind vermutlich zuverlässiger als so manche der Fleischigen — dann verlassen wir uns darauf, lassen uns darauf ein, handeln. Ganz natürlich.

Wer Globalisierung sagt, meint Lokalisierung mit. Aber das wäre ein nächstes Thema. Es soll hier ja um die Suche nach klugen Argumente gehen, warum am 4. März 2018 Ja zu #NoBillag gesagt werden könnte, gell?

3. Wir nennen es #medienlǝsɥɔǝʍ

Der Gedanke ist einfach. Zu einfach. Aber produktiv und inspirierend. Er geht so: Wenn immer ein Kommunikationsmedium dominant wird, muss sich das ganze Gefüge der Menschen neu auf diese Situation einstellen. Ein Beispiel:

Wenn zwei aus einer Horde von sich ständig lausenden Affen eine SPRACHE entwickeln, organisieren sich diese zwei plötzlich besser als alle andere. Und zack: Alle anderen müssen nachziehen.

Wir akzeptieren nur 4 Medien, welchen dieses dominant geworden sein attestiert wird: #Sprache, #Schrift, #Buchdruck, #Computer. Das ist schon alles. Wir behaupten nun, dass wir im Übergang von #Buchdruck zu #Computer stehen. Von der Linearität zur Komplexität. Von der Identität zur Differenz. Für alte Menschen ist das nichts Neues. Das wird seit 100 Jahren diskutiert. Aber jetzt ist es halt da. Und es wirkt. Und wie…

Kurzum: Dass da irgendwer in einer Zentralstelle hockt, Daten sammelt, diese zu Informationen bündelt und dann Häppchenweise dem Zielpublikum zuführt… Kinder: Diese Idee ist seit ewigen Zeiten zu einfach… Und tschüss…

WORK IN PROGRESS — das hier geht alles so nicht :-(

END OF NATION

(Rohtext aus http://ANARCHkonf.com importiert)

1689 BILL OF RIGHTS
1776 AMERIKANISCHE UNABHäNGIGKEITSERKLäRUNG
1989 Französische Revolution: Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte
1831 erste liberale Verfassungen in der Schweiz
1848 1. Bundesverfasung der Schweiz

“Schweiz 1.0” von 1848 war ein “USA 2.0”. Besteht 200 Jahre später die Chance auf eine “Schweiz 2.0”? Häfelin/Haller benennen für die Schweiz von 1848 vier tragende Grundwerte:

1 | Rechtsstaat

Das starke Recht vor die Rechte der Stärkeren

2 | Demokratie

Machtwechsel ohne Blutvergiessen

3 | Föderalismus

Dort entscheiden, wo umgesetzt wird

4 | Sozialstaat

Befähigung zur Mitgestaltung (Bildung)

Aber eben:

  • Das Recht hält sich an keine Ländergrenzen mehr.
  • Geld und (familiäre) Hordenbildungen sichern Allianzen der (gewaltbereit) Mächtigen.
  • Unerreichbare Konglomerate bestimmen die Standards einer sog. “digitalisierten” Welt.
  • Lesen, schreiben, rechnen (und stillsitzen, gehorchen) garantieren keine Mitbestimmung mehr.

Wenn die Herausforderung so radikal ist, wo sind geeginete Ansprechpartner?

Sie nennen es “Digitalisierung”. Das führt schnurstracks auf den #Holzweg. Ins Dickicht des Gestrüpps. Es ist hoffnungslos…

(…)

Journalismus als Vermittlerin? — Nein.

(…)

Politik als Vermittlerin? — Nein.

(…)

Universität als Vermittlerin? — Nein.

Handbuch Qualität der Medien | #YoBillag | #UZHdsi etc.

Am 15. Februar 2018 “darf” ich wieder telefonieren. Und um einen Termin für einen Podcast mit Prof. Dr. Jakob Tanner betteln.

Ist das die Fragesammlung? — END OF CREDIBILITY
- Unter welchen Bedingungen kann #Kritik an Wissenschaft, Parteienpolitik, Qualitätsjournalismus, etc. formuliert werden, ohne dass dieses als sicheres Zeichen für Neo-Rechtes Denken gilt?
- Das Modalverb “Sollte” — und die Auf- und Abklärung aller moralischen Imperativen.
- Der Ab- und Umbau von Rechtsstaat.

(…)

Do We Need A Next Bill Of Rights?

Ja, aber…

(…)

Ein NEIN zu #NoBillag hilft nicht.

Wenn jenen Geld gegeben wird, welche bisher insbesondere gezeigt haben, dass sie nicht einmal verstehen, was die Herausforderung ist, wird die Entwicklung bloss hinausgezögert.

Ein Ja zu #NoBillag zerstört nichts.

Umgekehrt verlangt die Initiative nicht, dass der Staat nicht vollständig transparent zeigen soll, was dieser aktuell am Arbeiten ist. Der Initiativtext im Original:

Art. 93 Abs. 2–6
2 Bisheriger Abs. 3
3 Der Bund versteigert regelmässig Konzessionen für Radio und Fernsehen.
4 Er subventioniert keine Radio- und Fernsehstationen. Er kann Zahlungen zur Ausstrahlung von dringlichen amtlichen Mitteilungen tätigen.
5 Der Bund oder durch ihn beauftragte Dritte dürfen keine Empfangsgebühren erheben.
6 Der Bund betreibt in Friedenszeiten keine eigenen Radio- und Fernsehstationen.

Keine Ahnung, was hier das Problem sein soll. Wer will denn nach 20 Jahren Web 2.0 überhaupt noch “Radio- und Fernsehstationen” betreiben? Ein superschnelles Internet steht kurz vor der Umsetzung.

Haben Sie während einer Session schon einmal parlament.ch aufgerufen? Hat irgend ein professioneller Informationsjournalist schon einmal diese Parlamentsdienste gelobt?

Gibt sich irgend ein Medienhaus den Auftrag, Wikipedia zu pflegen? Die nutzen das Angebot der von Bürgerinnen und Bürgern zusammen getragenen Informationen bloss. Sie schimpfen darüber, fühlen sich aber nicht verpflichtet, selbst Informationen einzupflegen. So weit ich sehe…

Die Initiative würde ermöglichen, das die Pfründe und versteckten Zahlungen auffliegen, dass AUF DER HöHE DER ZEIT kommunziert würde. Das zurückgefunden würde auf das, was Journalismus schon immer gut konnte.

(…)

ufff :-(: :)

Gesellschaft im Laborzustand

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Die Schweiz als Early Adopter. Die Tradition

Wir haben es mit einem informationellen Worst Case Szenario zu tun, was sensationellst informiert: Alle, welche sich irgendwann einmal auf Neuzeit, Aufklärung, Moderne bezogen haben, müssten staunend Freude haben an dieser grandiosen Ausgangslage: Das wollten unsere Altvorderen. Sie wollten, dass ALLE gezwungen(!) werden, lesen und schreiben zu lernen. Damit ALLE sich ganz direkt an dem beteiligen können, was ALLE angeht.

200 Jahre Aufklärung — Weit über 100 Jahre Schulpflicht für Alle. Und Journalismus, Politik, Universität — die extra dafür eingesetzten Garanten für diese Anliegen — geben lauthals, emotionalisiert und explizit zu, dass ohne die Zwangsgebühren aus allen Haushalten und grösseren Unternehmen der Schweiz, welche massenmediale Bündelungen von tagesaktuellen Informationen garantieren, Gesellschaft in höchsten Notstand versetzt würde.

Eine an Dramatik schwer zu überbietende Dramatik.

Das offen sichtbare Scheitern des zentralsten, grundlegensten, alles tragende Gesellschaftsprojekt ist die eigentliche Verletzung der #NoBillag Vorlage.
  • Drei Abstimmung verunsicherten fundamental: Das mit dem Geld funktioniert nicht mehr. Das mit dem “Geld verdienen durch Arbeiten” funktioniert nicht mehr. Das mit der Bildung, das mit der Demokratie, das mit den tagesaktuellen Informations- und Massenmedien funktioniert nicht mehr.
  • Drei Abstimmungen ermutigen sensationell: Da gibt es tausende von Menschen, welche sich den aktuellen Herausforderungen kompromisslos stellen. Und es gibt einige sehr gute Ideen.

Was nötig wäre? Was informationeller #ServicePublic wäre? Endlose, ergebnissoffen, konstruktive Suche nach einem Umgang mit dem Fakt, dass Dissens ist.

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Probleme: Vorratsdatenspeicherung, den Umbau des Rechtsstaates unter der Hyperventilierung von Terror etc.

Will sagen: Das Element der Volksinitiativen in der Schweiz haben viele Mängel. Aber sie wirken zur Zeit ganz hervorragend als Sensorium für einen Reformstau, welche ganz offensichtlich Politik, Wissenschaft, Ökonomie nur mangelhaft ins Sichtfeld bringen können.

Es gleibt spannend. Und vielleicht lesen schon bald sehr viel mehr Menschen das Fragement der Habil von Mani Matter. KONSENS ZUR UNEINIGKEIT. Das ist die Tradition der Schweiz:

#agree2disagree

Stefan m. Seydel/sms ;-)

(*1965), M.A., Studium der Sozialen Arbeit in St. Gallen und Berlin. Unternehmer, Autor, Künstler.

Ausstellungen in der Royal Academy of Arts in London, Deutsches Historisches Museum Berlin, Cabaret Voltaire Zürich uam. Gewinner Migros Jubilée Award, Kategorie Wissensvermittlung. Nominiert mit rocketboom.com für den Webby Award 2006 (Best Use of Video or Moving Image). Jury-Mitglied “Next Idea” Ars Electronica 2010. Bis 2010 Macher von rebell.tv. Co-Autor von “Die Form der Unruhe“, Umgang mit Information auf der Höhe der Zeit, Band 1 und 2, Junius Verlag Hamburg. Mitglied im P.E.N.-Club Liechtenstein. Er war drei Jahre Mitglied der Schulleitung Gymnasium Kloster Disentis. Seit Sommer 2014 lebt und arbeitet er in Zürich: http://dfdu.org AG, Konstellatorische Kommunikation. (Entwicklung von Pilot und Impulsprojekten, gegründet 1997 mit Tina Piazzi)

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