Warum @sms2sms den #WomenEdit von @SRF und @ringier skandalisiert? — Aus strategischen Gründen.

Der Ex-Kurator von ((( rebell.tv ))) hat ein ernsthaftes Wort mit dem Sozialarbeiter gesprochen. Am montäglichen Open-Mittagessen im Volkshaus Zürich. 
2017: #ServicePublic-Stammtisch
2018: #wks18 #wurstessen
2019: #100millionen

Widerspruch ist Zuspruch. (Bazon Brock)

Nein. Das ist noch nicht der Text. (Bin am Link sammeln und werde möglichst bald Prosa daraus machen.)

[ Textsorte: Traum ]

am 30.4.2019 in #WikiDienstag diskutieren wir #Wikifueralle #womenedit

Was in der Welt der jungen, erfolgreichen Frauen über jede nächste Generation einfach nie gelingen will: Bei @Wikipedia muss es doch endlich klappen. (So?)

Nein. Das ist nicht mein Punkt. — GANZ IM GEGENTEIL.

Ich bin Sozialarbeiter. Ich arbeite am Sozialen. Ich bin gegen jedwede Diskriminierung auf Grund unveränderbaren Merkmalen. Ich bin für Inklusion. Egal wo: Das Inkludieren von Exkludiertem: Darin sehe ich einen ethischen Imperativ, welchen ich fachlich, sachlich, politisch, historisch, soziologisch (und sicher auch noch ganz anders) begründen kann.

Ich stehe für den radikal liberalen Ansatz von “Agree to Disagree”. Ich fordere einen “Konsens zur Uneinigkeit”.

Und was Gender angeht: Ich wurde als Sozialarbeiter insbesondere von (alt68er Frauen) in Beruf, Profession und Disziplin sozialisiert. Ich gehörte zu den letzten Dienstverweigerern, welche ins Gefängnis wanderten und den ersten Weicheiern, welche 60% gearbeitet haben, um dem Baby die Windeln zu wechseln und die Wohnung zu putzen. Kurzum: Es gibt Vorwürfe gegen mich als alten, weissen, dickbäuchigen, cis-Mann, welche bloss in schnellen Tweets richtig gut reinhauen. — Ich weiss: all das beweist nichts. Aber es ist ein Hinweis. (So?)

Kurzum: Nein, da gibts nix zu meckern mit dem Eintragen von Biografien von Frauen in Wikipedia. Im Gegenteil: Je unbekannter die Personen sind, um so besser. Denn damit skandalisiert dieser skandalöse #womenedit von @srf und @ringier eine in der deutschsprachigen Wikipedia-Comunity verkrustete und gänzlich verirrte Praxis der Anwendung von #Relevanzkritierien.

Und damit würden dieses Events zu einem subversiven Projekt des Schweizer Radio und Fernsehens und dem Unterhaltungskonzern und Boulevard-Produzenten Ringier. Sensationell.

Die Relevanzkriterien neu zu diskutieren: Das ist weit herum unbestritten, höchst notwendig und fast gänzlich unmöglich. Und darum ist jede Aktion willkommen, welche an diesem Problem nagt. Vor allem wegen dem Druck, welcher durch @Wikidata (seit 2012) aufgebaut wird. Aber das wäre jetzt ein anderes Thema.

Auch der nächste Punkt ist nicht mein Punkt. Auch wenn es für mich interessanter wird:

Das lese ich umstandlos als Hass aufs Internetz. Weil es so tut, als wären diese Professionellen in der Lage, einen Tweet eindeutig und unzweifelbar zu interpretieren.

Der Satz: “Ich könnte dich umbringen.” Ist in einem bestimmten Kontext die schönste Liebeserklärung. Und: Boris wollte Florian Klenk verbrennen. Zum Beispiel. Seit Präsident Trump an der Macht ist, konnte “Professioneller Informationsjournalismus” den Aboverkauf erhöhen. Journalismus ist kein guter Ratgeber in der Beobachtung von Medienwandel und Medienwechsel. Distanz zur eigenen Rolle: Das kann Journalismus nicht. #NoBillag könnte für die Schweiz als dramatisches Beispiel expliziert werden. (Das Thema habe ich abgenuckelt.)

Hass im Internet als Hass aufs Internetz — aber professionell

philipp meier meinte, ich solle doch diesen Tweet ausformulieren:

  1. Heroisch — #Körpergeschichte
    (…)
  2. Publizieren —Medienwandel vs. #Medienwechsel
    (…)
  3. Relevanz — #Kritik als Verfahren
    (…)
  4. Nachschlagewerk — Die Dokumentation des (freien) Wissens
    (…)

(Das werde ich vielleicht mal noch tun. Ein Griff in den Zettelkasten und: Päng! — Aber das wird noch immer nicht mein strategischer Punkt sein.)

Schluss jetzt. Muss später — morgen? übermorgen? — weiter sammeln.

Jetzt zuerst:

wikidienstag.ch ist das nächste ((( rebell.tv )))

Ohne Feinde, keinen Businessplan. DAS ist der (strategische) Punkt :-P

Für #WomenEdit und die Rettung der Wikipedia vor alten, weissen, dickbäuchigen, cis-Männer gibt es unmöglich unglaubwürdigere Promotoren als @SRF und @Ringier. Und die Arbeitgeberin von dem Vorstandsmitglied @wikimediaCH profiliert sich grad als Internet-Säuberin vor Hass, Wut und Hetze im Internet. Polemisch könnte gesagt werden: Alte, weisse Männer schicken ihre jungen, erfolgreichen Frauen aus, dieses blöde Weh!Weh!Weh! nun endlich zu killen. Wikipedia — 10 Jahre nach dem Höhepunkt muss weg. Möglichst rasch. Und wer ist geeigneter, diesen Job auszuführen? — Eben.

Kurzum: Die Kombination ist skandalös. Und für mich als Mitglied des Vereins Wikimedia Schweiz und Wikipedianer mit Benutzerprofil seit dem 2. April 2005 (wie wir heute in #wikidienstag nachgeguckt haben) ein Ärger. Aber eben: ein Willkommener. Ein Nützlicher. Ein strategisch Wertvoller ;-)

Ich habe noch einen zweiten Wunsch- und Lieblingsfeind: Meine Freunde — ich meine das echt so! nicht im Facebook-sinne-Freund — von der Gruppe42. Sie sehen es glaubs auch so: Oder ähnlich. Oder — keine Ahnung.

Ich habs erklärt. Im Vortrag runterscrollen. Es sind 5 Punkte:

1Die Gruppe 42 sucht nicht Streit mit ihren professionellen Fachkollegen im Feld ihrer Disziplinen, sondern mit der Wikipedia-Community: Aus Gründen!

2Die Gruppe 42 nutzt “Paradoxe Kommunikation” um wissenschaftlich und massenmediale unirritiert genutzte Quatschbegriffe zu pulverisieren. Einer heisst: “Verschwörungstheorie”.

3Ein anderer Quatschbegriff heisst “Anonymes Publizieren”. Wer anonymes Publizieren nicht verteidigt, ist (seit 500 Jahren) gegen die Freiheit. Ende der Durchsage.

4Die Gruppe 42 hat das Potenzial, die ganz grossen gesellschaftlichen Herausforderungen aufmerksamkeitsökonomisch relevant zu formulieren. Eines von vielen möglichen Beispielen ist: “Die Privatisierung des Rechtsstaates.

5Ohne die Integration von Wikidata in die Kritik von Wikipedia, wird das nix. Wikidata läuft seit 2012 und die Energie in diesem Projekt — in welchem übrigens sehr viele Frauen mitarbeiten — ist riesig.

Schluss jetzt. Liebe Grüsse vom “Zürcher Medienkunstphilosophen” ;-)

Geht ins Kino: #ZwingliFilm (alle Links in der Videobeschreibung ;-)

#wikiD ist das nächste ((( rebell.tv )))

Social Media: Twitter, Instagram, Soundcloud, Wikipedia via @sms2sms

Stefan m. Seydel/sms ;-)

(*1965), M.A., Studium der Sozialen Arbeit in St. Gallen und Berlin. Unternehmer, Autor, Künstler.

Ausstellungen und Performances in der Royal Academy of Arts in London (Frieze/Swiss Cultural Fund UK), im Deutsches Historisches Museum Berlin (Kuration Bazon Brock), in der Crypta Cabaret Voltaire Zürich (Kuration Philipp Meier) uam. Gewinner Migros Jubilée Award, Kategorie Wissensvermittlung. Diverse Ehrungen mit rocketboom.com durch Webby Award (2006–2009). Jury-Mitglied “Next Idea” Prix Ars Electronica 2010. Bis 2010 Macher von rebell.tv. Co-Autor von “Die Form der Unruhe“, Umgang mit Information auf der Höhe der Zeit, Band 1 und 2, Junius Verlag Hamburg. Mitglied im P.E.N.-Club Liechtenstein. Er war drei Jahre Mitglied der Schulleitung Gymnasium Kloster Disentis. Seit Sommer 2014 lebt und arbeitet er in Zürich: #dfdu.org AG, Konstellatorische Kommunikation. (Entwicklung von Pilot und Impulsprojekten, gegründet 1997 mit Tina Piazzi)