Was #CommunityWork von #Sozialarbeit lernen könn(t)e: Making of von einem Listicle

Setting im 2. Webinar 21.09.2017 #SmartCuration | was war kritik? und warum das nicht mehr geht: https://goo.gl/L6iSJi

[Textsorte: Blitz, Bekenntnis, Memo]

Was #CommunityWork von #Sozialarbeit lernen könn(t)e? Das Making of für ein Listicle ;-)

Ein Listicle ist hier das Ziel… Nein: Nicht: “Der Weg ist das Ziel”. Dafür sind die Ziele von Sozialer Arbeit viel zu genau... — Hier lege ich einfach offen zugänglich ab, was sich mit und nach Gesprächen ablagert hat.

Du hast einen Bachelor und/oder Master in Soziale Arbeit? Du willst mitarbeiten?

Vereinbare einen Termin für einen gemeinsamen Podcast mit dem Initianten Stefan M. Seydel/sms ;-)
Du arbeitest im Bereich von “Irgendwas mit Communities”, hast aber keinen Abschluss in Sozialer Arbeit, würdest aber doch gerne mitarbeiten? sms hat eine zweite Gesprächslinie am laufen: #JobDescription beobachtet, wie aus Tätigkeiten Skills werden, und daraus Jobs zu Berufen, und diese zu Professionen und Disziplinen… Ein Langzeitprojekt. Immerhin: sms arbeitete am Konzept zur Entwicklung des Berufsbilder #Mediamatik mit, wurde anerkannter Prüfungsexperte für diesen Beruf und war an der entsprechenden Entwicklungsunternehmung der SBW, Romanshorn auch finanziell beteiligt. Heute würden wir so was “Angel Investment” nennen ;-)

communautic.org ist ein Projekt von #dfdu AG

Für persönliche Treffen eignet sich insbesondere auch der monatliche Termin bei uns im Büro, Asylstrasse 9, 8032 Zürich, von 16–18h. Gerne mache ich dann einen Podcast mit dir. 1st friday #Sozialarbeit-stammtisch zurich

DAS LISTICLE

Was #CommunityWork von #Sozialarbeit lernen könn(t)e?

0 | Die Revolution frisst ihre Kinder?— Gott sei Dank. Es sind Monster. (So?)

Soziale Arbeit und Journalismus als zwei der “schrecklichen Kinder der Aufklärung”? Eine Hin- und Herleitung über parallelen und unterschiede dieser zwei jungen Jobs, Berufe, Professionen, Disziplinen. (Video)

1 | #PaulWatzlawick der re:load

Paul Watzlawick konnte noch vor 50 Jahren von “Menschlicher Kommunikation” ausgehen. Das schaffen wir heute nicht mehr. Unmöglich. Wir kommunzieren computer-vermittelt. Immer mehr. Immer häufiger. Immer dominanter.

Niklas Luhmann hat daran anschliessend — in einem Buch eines Zusammenarbeitspartners von Paul Watzlawick — vor über 20 Jahren einen ganz anderen Vorschlag eingebracht: Er wies darauf hin , dass eben nicht “Menschen” kommunzieren, sondern “Kommunikation”.

Was kommuniziert, kommuniziert. (Punkt.)

Logo: Das war schon vor dem bbbösen Weh!Weh!Weh! so. Das ist ja der Punkt. Immerhin haben Paul und Niklas noch stur auf einer Schreibmaschine herumgehämmert, wie sie ihre Beobachtungen beobachteten haben… Jetzt ist jedem Kind selbstverständlichst, was uns noch vor 20 Jahren als abgefahrenste, hirnverbrannteste, durchgeknallteste Theorie erscheinen konnte. (so?)

Nein. Nicht so. Die Geschichte der Sozialen Arbeit wäre da ein gutes Beispiel. Aber es müssten dann Namen von Frauen aufgezählt werden.: Ilse Arlt, Jane Addams, Mary Parker Follet , Silvia Staub-Bernasconi, Marianne Meinhold, Hiltrud von Spiegel, …— Ok. Ich würde dann noch die Liste von #SadiePlant dazu nehmen... Jedenfalls: Fast nur von Frauen. Das geht natürlich gar nicht, wenn es um die Entwicklung und den Aufbau von Vertrauen geht. Das geht gar nicht. (so!)

2 | Von der Kompliziertheit zur Komplexität

Vor Paul Watzlawick wurde (dominant) angenommen, dass Menschen “miteinander reden”, damit sie sich verstehen. (Friedemann Schulz von Thun steht mit seinen “Vier Ohren” für die Fortsetzung dieser Tradition, obwohl er in der Erzählung, wie er auf seine Ideen gekommen ist, sich explizit auf Paul Watzalwick bezieht. Der Untertitel seines Bestsellers lautet: “Störungen und Klärungen”.)

Nach Paul Watzlawick gehen wir davon aus, dass Menschen miteinander reden, weil sie sich nicht verstehen. Weil sie sich nicht verstehen können. Weil sie sich nicht verstehen können. (Der Untertitel zu seinem Buch war: “Formen, Störungen, Paradoxien”. Der Titel “Lösungen” (1975) nutzte er in einem anderen — ganz wunderbaren — Buch. Dort entwickelte er ein nächstes Axiom: Wir nennen es “das 6. Axiom”. Lösungen und Lösungsversuche werden dort gerade von ihrer problematischen Seite her gezeigt. Schulz von Thun schien das nicht zu irriteren. Wenn in den nächsten Wochen der Sammelband “Paul Watzlawick reloaded” erscheint, gibts vielleicht eine Möglichkeit für eine nächste Begegnung mit Friedemann Schulz von Thun: Immerhin: Das Werte- und Entwicklungsquadrat würden wir ohne ihn nicht mehr kennen ;-)

Der Paradigmenwechsel, die Wendezeit, das Zeichen des Schmetterlings (und wie sie alle genannt wurden) können wir heute als ein Wechsel von Kompliziertheit zu Komplexität verstehen.

Kompliziert ist, wenn Ursache und Wirkung kausal ist.
Komplex ist, wenn dies nicht mehr möglich ist. Um es negativ zu sagen. Um es an einem Beispiel zu sagen: Wenn du mit einem Citroën 2CV zum Automechaniker kommst, guckt dieser unter die Motorhaube und flickt das Teil. Er kann mit blossem Auge prüfen, was wie aufeinander zu reagieren hat. Und er kann es mit seinen Werkzeugen flicken, die Maschine wieder trivial machen, so, dass wenn du den Schlüssel drehst, das Auto wieder fährt. Er wird seine Hände mit Kernseife waschen gehen.

Wenn du mit einem — es muss kein Tesla sein — zum Automechaniker kommst mit deinem Auto, schliesst dieser sein Notebook an und lässt abfragen was denn das Problem sei. Und auf dem Screen tauchen Fehlermeldungen auf. Dabei wird gleich auch mit angezeigt, ob das defekte Teil im Lager des “Mediamatikers” liegt, oder ob es bestellt werden soll. Die Mechanik wird durch Computer und Software gesteuert. Wenn du dort mit öligen Händen agierst, wird es schlimm. Ob das Auto wieder fährt? Du musst es testen.

Kompliziert ist es, wenn ein immer gleicher Input in eine Black-Box, einen immer gleichen Output generiert.

Komplex ist es, wenn ein immer gleicher Input in eine Black-Box, einen immer anderen Output generiert.

Für Soziale Arbeit war das schon immer so. Ein Mensch ist eine “komplexe Maschine”. Ein Mensch kommt nie allein, auch wenn er ganz alleine vor dir steht. Soziale Arbeit hatte es schon immer mit “komplexen Systemen” zu schaffen.

Soziale Arbeit ist Arbeit am Sozialen.
- Und nicht an Körpern. 
- Und nicht an Psychen.

Und was ist “das Soziale”?
- All das was nicht Körper und nicht Psyche ist.

Soziale Arbeit beobachtet Austausch:
- Kommunikation
- Koreflektion
- Koproduktion
- Interaktion

Komunikation meint, etwas miteinander machen.
Kommunikation ist ein geben und nehmen.
Ein Hin- und Her.

Und wir meinen, Paul Watzlawick hätte uns das in seinen Axiomen ganz leicht verständlich und nachvollziehbar gezeigt:

1 | Du kannst nicht nicht unterscheiden.
2 | Du kannst nicht nicht beobachten.
3 | Du kannst nicht nicht unterscheiden.

3 | Was wir von Silvia Staub-Bernasconi lernen können

Austausch — Kriterien — Macht

4 | Warum #Sozialarbeit biologisierende und psychologisierende Argumente nicht akzpetieren kann

Verschiedene Systemtheorien — auch offen konkurrenzierende, wie jene von Silvia Staub-Bernasconi und Niklas Luhmann — akzeptieren die Unterscheidung von drei (autopoietischen) Systemen: Biologisch/Physisch — Psychisch — Sozial. Die Dreiteilung ist auch jedem Kind, egal vor welchem kulturellen Hintergrund leicht durch eigene Erfahrung nachvollziehbar:

Warum ein menschlicher Körper etwas besseres, etwas wertvolleres, etwas anderes sein soll als eine Kuh, ein Baum, das Meer etc. ist höchst merkwürdig.

Das es ausserordentlich schwierig ist, einen Gedanken von einem Kopf eines Menschen in einen anderen Kopf zu copy/pasten — und damit Kommunikation als einen Vorgang von Übertragung aufzufassen—dazu braucht es schon richtig viel “kriminelle Energie”.

Kurzum: Sozialarbeit, welche sich als Arbeit am Sozialen versteht, KANN NUR Argumentationsketten akzeptieren, welche soziale, also kommunikativ, also aus Aspekten von Austauschprozessen entwickelt werden. Jedes “Ausweichen” auf biologische oder psychologische Argumente, würde sofort als “Ausweichen” erkannt und problematisiert werden ;-)

Bereits das Nicht-Unterscheiden von Bio-Psycho-Sozio würde als Teil von Problem gesehen. Dabei geht es aber nicht darum, dass Sozialarbeit diese Dreiteilung als “Wahrheit” sehen würde. Vielmehr geht es darum, dass diese Entwicklung dieser Dreiteilung ebenfalls als Soziale Übereinkunft gesehen wird und diese durch Aushandlungen im Sozialen — durch Prozesse der Macht! — neu re:FORMiert werden muss.

Wenn auf einen Umbau der sozialen Konstruktion argumentenfrei reagiert würde, wäre dies ein sicheres Zeichen, nicht mehr im Sinne von Neuzeit, Aufklärung und Moderne zu agieren. Kämen solche Herangehensweise aus dem Kontext der Universität… Ufff… ;-)

5 | …

(WORK IN PROGRESS)

Aktuell offene Anfragen für Podcasts:

Damit verbunden sind die Accounts:

Doku der bisherigen Gespräche & Begegnungen

(chronologisch absteigend: die ersten/ältesten Podcasts kommen zuerst.)

COMING SOON — angefragte Gespräche

Unterlagen und Dokumente:

“irgendwas mit communities”
ist das neue 
“irgendwas mit medien”
Laboratory for CommunautiC #L4cc

#Medienkompetenz als Mittel der Hierarchiebildung?

#medienlǝsɥɔǝʍ

Stefan m. Seydel/sms ;-)

(*1965), M.A., Studium der Sozialen Arbeit in St. Gallen und Berlin. Unternehmer, Autor, Künstler.

Ausstellungen und Performances in der Royal Academy of Arts in London (Frieze/Swiss Cultural Fund UK), im Deutsches Historisches Museum Berlin (Kuration Bazon Brock), in der Crypta Cabaret Voltaire Zürich (Kuration Philipp Meier) uam. Gewinner Migros Jubilée Award, Kategorie Wissensvermittlung. Diverse Ehrungen mit rocketboom.com durch Webby Award (2006–2009). Jury-Mitglied “Next Idea” Prix Ars Electronica 2010. Bis 2010 Macher von rebell.tv. Co-Autor von “Die Form der Unruhe“, Umgang mit Information auf der Höhe der Zeit, Band 1 und 2, Junius Verlag Hamburg. Mitglied im P.E.N.-Club Liechtenstein. Er war drei Jahre Mitglied der Schulleitung Gymnasium Kloster Disentis. Seit Sommer 2014 lebt und arbeitet er in Zürich: #dfdu.org AG, Konstellatorische Kommunikation. (Entwicklung von Pilot und Impulsprojekten, gegründet 1997 mit Tina Piazzi)