was war #kritik? — und warum das nicht mehr geht: #kontingenz . eine hausaufgabe von #SmartCuration . #CMCzrh #dfdu

Es ist September 2017 geworden. An der ZhdK (Züricher Hochschule der Künste) wurde ein Kurs ausgeschrieben. #SmartCuration — Das schien mir “Irgendwas mit Communities” zu sein. Und weil ich als “sozialräumlicher Sozialarbeiter” sozialisiert worden bin, mich mit “n:n-Kommunikation” beschäftige, demnächst unser Buchbeitrag zu “#PaulWatzlawick re:loaded” erscheinen wird und “Die Form der Unruhe” uns — ja! UNS — seit über 20 Jahren beschäftigt… kurzum… Ich habe mich eingeschrieben. Eine Art #Benchmarking (so?)

Beim Auftakt konnte ich nicht dabei sein. Ich war an der Ars Electronica 2017. Aber wie dann das erste Webinar gestartet ist, sass ich in meinem Büro am Screen. Ich hätte an die ZhdK fahren können. Mich interessiert ja aber eben gerade der “smarte” Aspekt. Ich blieb also in meinem Hottingen. Das sah bei mir dann so aus:

Dabei twittere ich aus mindestens zwei meiner Accounts (@sms2sms @DADAdetroit) mit dem Hashtag #SmartCuration. (Und manchmal setze ich noch ein #CMCzrh dazu. Immer dann, wenn der Tweet zu meiner eigenen Arbeit unter communautic.org zu passen scheint. )— Übrigens: Immer um 5 Minuten nach 12 Uhr #5n12 mache ich einen ˆping: communautic.org/ping — das sind Snaps (Snapchat), welche in den letzten 24 Stunden entstanden sind. Diese lade ich runter und lade sie bei Youtube wieder hoch, füge sie der Playliste hinzu und dann erscheint das Ding auf jener Backpage. (Eine Frontpage hätte eine andere URL ;-) Ja. Das ist ein Backlash auf die Zeit mit rebell.tv. Weil es grad eine spannende Phase ist. Politisch, meine ich. Medientheoretisch, meine ich. Also: Ganz praktisch, meine ich. Früher hätten wir ein solches Ding “Watchblog” genannt. Beobachtet werden die Hashtags: #NoBillag #ServicePublic #DearDemocracy #agree2agree. Es fokussiert auf die Soziale Frage auf der Höhe der Zeit. Aber das (er)kläre ich dort. Täglich ;-)

Für das zweite Webinar wurde uns eine “Hausaufgabe” gegeben. Ganz oben in diesem Eintrag, ist das Foto mit der Beschreibung. Wir sollen “eine traditionelle Kritik” suchen und beschreiben, wie die das macht:

Wie spricht diese ihr Publikum an? 
Woraus bezieht diese ihre Legitimation? 
Kannst du zeigen, warum diese Kritik an ihre Grenzen gerät?

Zuerst und spontan dachte ich, dass ich die Aufgabe nicht lösen kann. Weil ich mir in den letzten Jahren eine gänzlich andere Herangehensweise entwickelt habe. (Oder noch immer am entwickeln bin.)

WIR NENNEN ES:

“KONSTELLATORISCHE KOMMUNIKATION”

Ja. Das reagiert auf jenes Zauberwort: #Kontingenz… Aber davon später mehr.

Auf jeden Fall: Nachdem ich das geschrieben habe, was jetzt mit TEIL 1 überschrieben ist, fand ich einen Text auf einer Homepage eines Branchenmagazins. Sie nennen es “Das Online-Portal der Schweizer Kommunikationswirtschaft”. Das ist ein Printmagazin, welches eine Art Blog im Internet unterhält. Die haben einen Event von Journalisten beobachtet. Sie haben ihre Beobachtung auf die Beobachtung gerichtet, wie getwittert wurde an jenem #SMF17. Sie haben also Tweets ausgewählt. Hip gesagt: “kuratiert” und es: “Die auffälligsten Tweets” genannt. Das werde ich als Fallbeispiel nutzen:

Bevor ich aber in TEIL 2 darauf eingehe und beobachte, wie ich einen solchen Eintrag beobachte, bloss, um dann in TEIL 3 ein Fazit zu versuchen, will ich meine Annahmen klären. (Dieser Teil ist in radikaler kleinschreibung gehalten. So schreibe ich, wenn ich am denken bin.) Meine Annahmen gehen so:

TEIL 1 — die vorannahmen

zunächst: die etwas unterkomplexe vorstellung von #medienlǝsɥɔǝʍ schlägt folgenden gedankengang vor:

für das, was ich für wahr nehmen kann, soll folgendes unterschieden werden:

1. biologisches (biologisch-chemisch-physikalisch)
2. psychisches (mental)
3. soziales

das kann jedem kind so erklärt werden:

mein körper unterscheidet sich nicht von der welt. mein körper besteht hautpsächlich aus wasser, wurde mir gesagt. wenn ein ton auf meinen körper trifft, durchwandert dieser mich und kommt hinten leicht gedämpft wieder raus. wasser auf meiner haut, perlt ab. die grösste berührungsfläche mit dem was ich welt nenne, liegt in meinem körperinneren. wenn mutti stirbt, fressen die würmer ihren körper. mein körper ist, was diese welt ist. auch steine können handeln, wie sonst könnten sie sich unter der gleissenden sonne plötzlich spalten? ok: ein stein fällt immer nach unten. selten nach oben. aber das geht auch mir so.

das war das biologische (1). es geht um stoffwechsel. es geht um wandel. es geht um umwandlung. nichts geht verloren, wurde mir gesagt. können steine denken? es geht jetzt um das psychische (2).

klar! steine denken auch, will ich antworten. steine denken einfach wie steine denken: anders. ich denke ja auch anders wie du. du hast keinen zugang zu meinen gedanken. ich habe keinen zugang zum denken der steine. die sprache habe ich zwar von anderen gelernt. (ich denke in deutsch. und wenn ich in englisch denke, denkt es anders.) aber meine gedanken bestehen eh nicht nur aus sprache: wenn ich schmerzen habe, wenn ich mich verliebe, wenn ich leide: das ist schwer in sprache zu fassen und wird auch nicht alleine von sprache begrenzt. ich kann liebe, freude, vertrauen nur diffus in worte fassen, weiss aber präzisest, wenn mich liebe, freude, vertrauen verlassen hat. (so?)

zwischen diesem biologischen und psychischen, besteht ein dazwischen. lass es uns das SOZIALE nennen (3). und all das, was in diesem dazwischen dieses dazwischen auffüllt — und damit erst verhandelbar macht! — lass es uns “kommunikation” heissen. nicht nur sprache kommuniziert. nicht nur menschen. auch dinge. auch räume. auch farben. auch töne. auch temperaturen. auch gerüche und geschmäcker. auch verhältnisse, bezüge, beziehungen… himml…

mein körper — so wurde mir gesagt— habe sinnesorgane. die unterscheiden. eines vom anderen. warm von kalt von heiss von— autsch!

ohne unterscheidung wäre nicht bloss alles gleich, sondern umstandlos ganz und gar nicht. mein psyche entscheidet diese unterscheidungen. das macht sinn. was aber sinn macht, hat macht. (aber davon später mehr — wenn auch nicht hier!) für jetzt muss genügen: was kommunziert, kommunziert. ich kann mich mit anderen verständigen. würde ich aber verstanden, wäre es beleidigend. “ich ist das, wozu andere du sagen”, sagte einst auch vilém flusser. “ich bin mir selbst das grösste rätsel”, sagte einst mein väterchen zu mir. und dieses “ich” denkt und fühlt und handelt. “so steh’ ich hier und kann nicht anders.”

WIR MüSSEN REDEN. — weil wir uns nicht verstehen können. können!

weil wir einander nicht in den körper schlüpfen können. (oder höchstens nur ein bisschen ;-) wir müssen miteinander reden, weil wir einander nicht in die gedanken schlüpfen können. es geht nicht. nie. prinzipiell. und wenn wir auch nichts tun, nichts sagen, nichts sehen, nichts hören: wir handeln.

und das sollen meine ersten drei (von neun!) annahmen sein:

1. axiom: ich kann nicht nicht unterscheiden.
2. axiom: ich kann nicht nicht beobachten.
3. axiom: ich kann nicht nicht handeln.

so interpretiere ich, was ich meine, hätte mich #PaulWatzlawick lehren wollen. und das sollen also meine grundannahmen sein. damit will ich weiter machen, womit ich angefangen habe. ich will mich in einem nächsten durchgang auf DAS SOZIALE fokussieren. ich bin nämlich sozialarbeiter. sozialarbeit arbeitet am sozialen. und eben nicht am körper. und eben nicht an psychen. ok? also. es geht weiter. und zwar so:

alsdann: die etwas unterkomplexe vorstellung von #medienlǝsɥɔǝʍ schlägt folgenden gedankengang vor:

3.1 das soziale ist ein dazwischen: all das zwischen den biologischen und dem psychischen.
3.2 das dazwischen wird als
kommunikation verhandelbar. 
3.3 der kommunikation ist egal wer oder was kommunziert.
was kommunziert kommunziert. (was nicht kommunziert wird, beschäftigt. um ein wortspiel aus #dfdu bd2, s158, aufzunehmen ;-)

lass uns für einen augenblick so tun, als sei für die menschliche für wahrnehmung DIE SPRACHE den menschen das erste medium gewesen sei. ein etwas, was zwischen körpern und psychen dem hin- und her der verständigung diente.

(das ist historisch sicher falsch. aber ich habe ja gesagt: die idee vom #medienlǝsɥɔǝʍ ist bloss ein gedankengang. es ist ein spiel. es ist eine geschichte. sie legt schichten frei. sie ermöglicht einsichten, auf welche ganz anders geschaut werden könnten. es sind gedankliche folien, so wie dein körper, deine psyche, folien sind… egal… — kann ich jetzt weiter machen? d!a!n!k!e ;-)

der erste #medienlǝsɥɔǝʍ soll SPRACHE genannt werden. es ermöglichte menschen, nicht nur konkretes, sondern ganz abstraktes zu verhandeln. zum beispiel.

der zweite #medienlǝsɥɔǝʍ soll SCHRIFT genannt werden. es ermöglichte menschen, auf fest zu stellen, was bisher als ton, geräusch, als grunzen & schnalzen und rauschen stets bloss flüchtig blieb. zum beispiel.

der dritte #medienlǝsɥɔǝʍ soll BUCHDRUCK genannt werden. es ermöglichte menschen, sich aus der masse aller menschen als individuelles objekt zu empören, zu behaupten, den aufrechten gang zu wagen... zum beispiel.

der vierte #medienlǝsɥɔǝʍ soll COMPUTER genannt werden. es ermöglicht, dass mit all dem, was durch explizierung von impliziten, all diesem zu abstraktem gemachten, “gerechnet” (maren lehmann) werden — in ihren bezüglichkeiten — überprüft werden konnte. zum beispiel.

das muss genügen: es ging mir lediglich darum, zu zeigen, dass ich nach den grundannahmen — bei welchen ich insb bei #PaulWatzlawick ansetze — als zweiten schritt die vier folien der #medienlǝsɥɔǝʍ nutze — bei welchen ich mich insb. bei @imTunnel inspirieren lasse, wie er sich bei #NiklasLuhmann inspieren lässt. und nun also eine dritte serie von grundannahmen folgt, in welcher ich mich stärker der theoriearbeit von sozialer arbeit (insb. an der machttheorie nach silvia staub-bernasconi und ihmre doktorvater peter heintz) abgleiche.

es geht mir darum, dass ich mit diesem schritt einen nächsten punkt machen kann. ich kann jetzt nämlich #kritik verorten. es geht so:

sodann: die etwas unterkomplexe vorstellung von #medienlǝsɥɔǝʍ schlägt folgenden gedankengang vor:

was wir #kritik nennen, will ich dem #medienlǝsɥɔǝʍ BUCHDRUCK zuordnen. kritik ist zwar bloss ein arbeitschritt von mehreren, welche im kommunikativen prozess im universum der universität von menschen durchlaufen werden muss. (das ist jetzt zwar etwas versteckt. aber ganz wichtig: noch der #medienlǝsɥɔǝʍ BUCHDRUCK hat “menschliche kommunikation” im fokus gehabt… das wird dann extrem wichtig für den #medienlǝsɥɔǝʍ Computer. aber dort sind wir ja jetzt (noch) nicht ;-)

der workflow #kritik stellt für die wissenschaft und ihren akademischen diskurs, den präzisesten aller zwischen menschen möglichen kommunikationen dar. interessanter weise unterscheidet sich dieser “workflow” — diese arbeitsweise — zwischen natur- und geisteswissenschaft nicht. in keiner weise. (das wäre jetzt aber ein ganz anderes thema. lassen wir das jetzt. für hier.)

UND DAS IST DER WORKFLOW #KRITIK

  1. expliziere, welchen sachverhalt du klären willst. (weil viele menschen dann ähnliche “sachverhalte” beobachteten, bildeten sich später wissenschaftliche disziplinen heraus: physik, chemie, mathematik…)
  2. expliziere, welche instrumente du zulässt, die sachverhalte zu erklären. (hammer, lupen, messer, durchlauferhitzer, statistiken, …)
  3. expliziere, wie du zu deinen erklärungen gekommen bist. (“wenn ich wasser erhitze, verschwindet es plötzlich…”) vergl. Argument

der königsweg für dieses verfahren war die herstellung eines schriftdokumentes, welches — befreit von der individuellen handschrift, losgelöst von der person, massenhaft kopiert und in alle bibliotheken aller universitäten der ganzen welt eingereiht werden konnte.

wenn jetzt dieses so entstandene objekt objektiv unters objektiv genommen werden konnte — mit genügender distanz, mit präzisen, durchaus auch technischen mitteln, nach den regeln der eigenen disziplinen untersucht wurde und es wiederum zu einem solchen objekt gekommen ist: dann wurde dieses nächste dokument “kritik” genannt.

kritik war also ein verfahren der explizierung von impliziten, auf welches mit dem mittel der explizierung von implizitem auf explizierungen von impliziten reagiert wurde.
was wir AUFKLäRUNG oder MODERNE nennen, wurde sehr früh als NEUZEIT beschrieben. das neue an dieser zeit war eben präzis dieses präzise verfahren, welches abgekürzt KRITIK genannt wurde.

#kritik war also insbesondere ein alternativer vorschlag im umgang von dem was wir wirklichkeit, realität oder wahrheit nennen. vorher war es — in unseren gegenden — so, dass wenn zum beispiel ein blitz in ein haus schlug und alles niederbrannte, der priester in die bibel guckte und herausfand: “dieser bauer glaubt eben nicht an gott und wurde jetzt bestraft” (bibelstelle xy, vorgetragen in latein, was eh niemand verstand, oft auch der priester selbst nicht, er wusste die richtige antwort auswendig!), oder — wenn es ein braver christenmensch war, dann sagte der priester: “gott prüft deinen glauben” (bibelstelle vom hiob), oder was auch immer. irgendwelche mächtige haben halt irgendwas gesagt und weil sie mächtig (und gewaltbereit waren) war das dann so:

warum?
- “es steht geschrieben!” 
wo? 
- “in der heiligen schrift!”
ah! ja, dann! ok. danke

seit 500 jahren gab es nun aber etwas anderes, als “die heilige schrift”, welche mönche in den klöstern kopiert und stetig abgeschrieben hatten. vor 200 jahren kam dann der durchbruch dieses anderen. ein nächstes kommunikationsmedium konnte dominant werden. und so kam es zu einem nächsten #medienlǝsɥɔǝʍ, so wie es in diesen tagen auch wieder zu einem wechsel kommt. auch dieser wechsel kocht natürlich seit langem. seit menschen elektrifiziert kommunzieren. also seit weit über 100 jahre lang schon. (aber das ginge jetzt zu schnell. darum:)

schliesslich: die etwas unterkomplexe vorstellung von #medienlǝsɥɔǝʍ schlägt folgenden gedankengang vor:

trennen, teilen, unterscheiden: ohne das, gäbe es keine menschliche für wahr nehmung. diese aufs ideal getriebene grundbedingung des menschen, nennen sie — dummerweise auch die gescheitesten! — heute #digitalisierung: das was ist, ist in einer kette von nullen und einsen beschreibar. niemand beschreibt diese entwicklungsgeschichte schöner, als sadie plant. (aber das wäre eine andere geschichte.) und darum höre ich jetzt hier auf und fasse zusammen:

das war kritik. und darum geht das gar nicht mehr:

  1. objekte sind in der erscheinung als objekte nicht mehr von ihrer gemachtheit, ihrer gewolltheit, ihrer konstruiertheit zu unterscheiden.

die universitäre bibiliothek ist zum symbol für diese lodernde #unruhe geworden, welches alles was ist, in der form des granulates — in der form des pulvers, der atome, der … — in eine grandiose gleich-gültigkeit (0/1) getrieben hat und droht dort mit beängstigender beliebigkeit alle erreichten pfründe in schutt und asche legt.

2. jede beobachtung ist umstandlos in ihrer perspektivität, in ihrer gewolltheit, ihrer konstruiertheit, ihrer ohn/machtslosigkeit offen sichtbar.

was gesagt wird, ist (bisher!) von einem menschen (oder einem kollektiv von menschen) gesagt worden. es sind also menschliche aussagen, welche insbesondere viel über menschen aussagen.

3. der prozess — der workflow der kritik — welcher einst subversiv, befreiend, aufklärend wirkte, ist als machtgehabe, unterwerfung und unter↴haltung offen sichtlich geworden und, weil dem eigenen anspruch an universität gänzlich zu widerlaufend, gänzlich unhaltbar geworden.

so granularisiert sich, pulverisiert sich, atomisiert sich, löst sich dieser prozess von #kritik umstandslos auf, so schnell, wie erhitztes wasser im durchlauferhitzer des wissenschafters als gas verduftet. es ist zum davon laufen! und präzis das erleben die universitäten. die menschen laufen ihnen davon. es sei denn, sie können ihre nützlichkeit beweisen. die university von applied science siegt. die fachhochschulen zahlen dem überflüssigem personal der universitäten ein bedingungsvolles grundeinkommen aus. das ist ein gesellschaftliches worst case szenario und bedroht auch das, was im volksmund “demokratie” genannt wird. denn ohne wissenschaft, gibt es keine objektivität mehr, gibt es keine rationalität mehr, keine gegenstände, keine kritik. ein absoluter, ein totaler, ein gewaltiger worst case. und darum MUSS es nun anders weiter gehen.

aus dieser perspektive ist “internet” nicht teil von problem, sondern teil von lösung. eine netzwerkstruktur bearbeitet auf einem nächsten niveau die grundannahme von #agree2disagree.

alle bisherigen #medienlǝsɥɔǝʍ haben sich hyperaffirmativ durchgesetzt. das heisst: sie haben ein behauptetes ideal des vorgängermediums so sensationell affirmiert, dass es dessen zerfallsform überwinden konnte. Zum Beispiel:

die #medienlǝsɥɔǝʍ SPRACHE hat sich vom rumgefummle im fell des nächstes distanziert. (zum beispiel.) die #medienlǝsɥɔǝʍ SCHRIFT hat die zaubersprüche der magier der flüchtigkeit entzogen und sie der distanzierten beobachtung übergeben. (zum beispiel.) der #medienlǝsɥɔǝʍ BUCHDRUCK hat dem einzelnen ermöglicht, sich aus der masse der massenhaftigkeit zu empören. (zum beispiel.) der #medienlǝsɥɔǝʍ COMPUTER kritisiert das verbundene in der kritischen verbundenheit und weitet den möglichkeitsraum in eine nächsten raum der möglichkeiten… ZUM BEISPIEL:

TEIL 2 — das fallbeispiel

befangenheitserklärung:

ich twittere extrem viel. ich pflege viele accounts. ich baue meine twitterei stetig um. twitter ist für mich zunächst ein #zettelkasten: das habe ich in einem TwitterMoments mit verweisen auf Umberto Eco so erklärt. und was ein guter twitter tweet ist, erklärten wir im 2010 erschienen 2. band von “die form der unruhe”. das will ich hier kurz zeigen:

wie twitter 2006 aufgekommen ist, fand ich das gar nicht attraktiv. ich war mit meinem zettelkasten, mit eigenen blogs und homepages voll auf zufrieden. erst 2008 habe ich jenen account eröffnet, in welchem ich noch heute hauptsächlich arbeite. weil ich als sms nicht eröffnen konnte und sms damals noch sehr wichtig war, holte ich mir den namen: @sms2sms

es war eine zeit, wie journalisten, welche für massenmedien gearbeitet haben, nicht jene dominanz hatten. ich tauschte mich insb. mit accounts aus, welche selber programmierten und mindestens hmtl selbst programmierten. ich hatte ein anderes auge für texte und links und texte. und für mich gute homepages sahen in etwa so aus:

wie sich das alles änderte, das wäre hier zu aufwändig zu erzählen. ich will ja bloss bekennen: wenn journalismus zeigt, was “gute tweets” sind, dann… in unserem band 2 von #dfdu haben wir dazu ein ganzes kapitel mit dem titel: #AIBS ;-)

für meine “hausaufgaben” hier, habe ich nach einem schnellen tweet, NACH dem “ablegen”, des übernehmens eines tweets in meine timeline (TL) gemerkt: “wow! das ist ja das beispiel, was ich gesucht habe.” danach habe ich eine doku gemacht: internet-abfotografieren. das ist natürlich unsinn. wobei: #massenmedien werden definiert — von enzensberger über luhmann bis jakob tanner — als medien, welche “multiperspektive auszuschliessen” vermögen. massenmedien sind mit dem #medienlǝsɥɔǝʍ BUCHDRUCK eingeführt worden. wenn nun die hersteller von meassenmedien das internet nutzen, setzen sie (fast) ausnahmslos das gleiche, ihnen bekannte, mit anderen mittel fort. kurzum: journalistische “angebote” im internet, können (fast) problemlos fotografiert werden und könnten (fast) problemlos in ein buch gedruckt werden. präzis das “beweise” ich mit dieser doku:

mir verschlägt es ob diesen beobachtungen die sprache… ein beispiel:

drei tweets. mir fällt zunächst bloss auf, dass zwei personen von republik auf dem podium sind und mathias ackeret in der mitte. ich dachte zuerst: er moderiert. aber nein… seine PR-tätigkeit ist jetzt “journalismus ausserhalb der verlage.” beim suchen nach den namen sehe ich, dass parallel eine mitarbeiterin von ihm auf einem podium als vertretung von “verein qualität im journalismus” vorgestellt wird… werden wir rückblickend sagen, dass die kampa von “project republik” im herbst 2016 der durchbruch für einen mainstream-journalismus war, welcher die grenze von PR- & BR definitiv zu pulverisieren vermochte?

links-liberal oder neo-konservativ?

mein argument:

sie reagieren — explizit — auf eine herausforderung, welche für sie “aus der zukunft” her kommt und alles jetztige mit sich fort reisst... (was eine seit 100 jahren — jaja: albert einstein — schräge vorstellung ist ;-)
- wie reagieren sie? in dem sie sich auf das alt-bewährte — was vermutlich so gar nie da war! — berufen.
- das neo, an diesem konservativen ist, dass sie sich selbst als links, liberal, progressiv, fortschrittlich etc. etc. sehen.

ein neuer, linker main-stream: das ist die forderung dieser tage. aber es gibt mE keinen linken populismus… populismus (dem main-stream hier gleich gesetzt) ist immer rechts. warum soll ich stalin toller finden als hitler? ich finde beide ganz fürchterlich… nike werbung im archiv von rebell.tv: links — rechts — vorbei…

die beobachtungsdimensionen (status: brainstorming)

dimension 1: kontext

dimension 2: wo?

wo wurde beobachtet?

  • swiss media forums
  • die organisatoren haben sich ein sondermagazin von persönlich gekauft (56 seiten)
    - werbung darin von: migros, kba (? druckerei?), stadt luzern, amag (auto), iti (japan tobacco international), nzz, tagesanzeiger, wemf (werbemittelforschung), coop, maz, baslerzeitung, swisscom, medieninstitut, blick, raiffeisen, direkt mail informatics, habegger group, ey consulting, coca cola, persönlich, axpo, ubs, fhnw, bcg, sda, publicitas, südostschweiz, helvetia, unsere partner (printscreen, s54), freiburger nachrichten, swissprinters
  • essen wird gesponsort von azmedien, tamedia, srg ssr
  • moderation durch susanne wille (schweizer fernsehen)
  • grosse interviews mit supino (ta)
  • im KKL (teure, edle location)
  • teilnahme 990.-

dimension 3: was?

was wurde beobachtet

  • twitter

dimension 4: wie?

printscreen1 (2016)
- “persoenlich.com war am Swiss Media Forum in Luzern vor Ort und berichtete auf der Webseite sowie auf Twitter (#SMF16) und Facebook laufend vom Medienkongress. (eh/wid)”
- twitter als “berichterstattung” 
- bericht als journalistische ur-form

  • die skurrilsten tweets vom #smf16 (titel)
    - wertend
  • “während auf der bühne über zukunftsfragen diskutiert wurde, fanden die prägnantesten aussagen der referenten den weg auf twitter. davon hatten einige hohen unterhaltungspotenzial”
    - prägnante aussagen finden den weg…
    - unterhaltung als potenzial
  • printscreen2 (2017)
    - “Die besten Zitate von den Referaten und Podien können Sie auf den Twitter-Accounts von persoenlich.com und dem Swiss Media Forum nachlesen.” 
    - die besten (…) zitate (…) von referent… ;-)
    - wofür (cbe) twitter hält, kann über die nutzung von wörtern erahnt werden:
  • wie über den medienkongress getwittert wurde” (titel)
    - beschreibend
  • nicht nur die 40 referenten hatten etwas zu sagen. unter #smf17 wurde rege mitdiskutiert.
    - etwas zu sagen haben
    - mitdiskutieren
    - rege
    - fleissig getwittert (adjektiv in der bildunterschrift)
  • der letzte tweet ist von einer person, welche über dem eintrag als inserent auftritt (zhaw)
  • So richtig Stimmung kam dann bei der Elefantenrunde auf
    - warten auf stimmung
  • Auch neben der grossen Bühne wurde gestichelt:
    - twittern als sticheln
  • In einem Punkt war sich die Twittergemeinde einig:
    - gemeinde
    - twittergemeinde (bsp NZZ) was kann diese metapher? eine simulation von n:1 (?)

dimension 5:

bilder

  • menschen sitzen im dunklen saal
  • aufgereiht in engen reihen
  • sie schauen auf die bühne, welche hell und grell mit wichtigen, bekannten menschen besetzt sind.
  • sich lassen sich in-form-ieren
  • wie soldaten: in formation
  • über den köpfen der menschen auf dem podium wird das bild von ihnen wiederholt: von unten nach oben: zuschauer — bühne — bild von bühne und folien (vergl. milo rau, bühnenkonzeption. interpretation klaus theweleit: vor den augen der zuschauenden zeigen, wie falsch das gemachte bild ist (so?))

zwischenfazit

der text eigenet sich so was von gar nicht :-(

  • das branchen-pr-magazin persoenlich ist kundin des events
  • wird befragt auf den podien
  • hat mitarbeitende in einem verein zur qualität im journalismus
  • und wählt dann 16 tweets aus… mich verlässt die kraft, das zeux auszuzählen und zu sortieren. der folgende tweet wurde zwar nicht ausgewählt, passt aber trotzdem ganz gut: twitter…

wofür sich twitter eignen könnte? — sich über die getragenen socken der podiumsteilnehmenden zu unterhalten. (so?)

TEIL 3 — die explizierung des beobachteten, welche mir durch die explizierung der beobachtung sichbar wurde. (aber was ich nicht sehe, sehe ich nicht. danke für deine hinweise ;-)

abbruch des textes… (vielleicht auch, weil im 2. webinar die aufgaben gar nicht durchbesprochen wurden…) so suchte ich für mich einen nächsten einstieg:

(ist das eine antwort, auf die frage zum zweiten webinar #SmartCuration?)

LINKS:

ja. ich versuche mir in meinen eigenen worten zugänglich zu machen, was dirk baecker — spätestens seit “studien zur nächsten gesellschaft” — am entwickeln ist.

ja. das baut bei mir bei “die form der unruhe” auf.

ja. an dem zeux nage ich schon lange :-/

UND WAS IST #SMARTCURATION?

Einige Tweets nach dem 5. Webinar (Abschluss) mit Frederic Martel.

Stefan m. Seydel/sms ;-)

(*1965), M.A., Studium der Sozialen Arbeit in St. Gallen und Berlin. Unternehmer, Autor, Künstler.

Ausstellungen in der Royal Academy of Arts in London, Deutsches Historisches Museum Berlin, Cabaret Voltaire Zürich uam. Gewinner Migros Jubilée Award, Kategorie Wissensvermittlung. Nominiert mit rocketboom.com für den Webby Award 2006 (Best Use of Video or Moving Image). Jury-Mitglied “Next Idea” Ars Electronica 2010. Bis 2010 Macher von rebell.tv. Co-Autor von “Die Form der Unruhe“, Umgang mit Information auf der Höhe der Zeit, Band 1 und 2, Junius Verlag Hamburg. Mitglied im P.E.N.-Club Liechtenstein. Er war drei Jahre Mitglied der Schulleitung Gymnasium Kloster Disentis. Seit Sommer 2014 lebt und arbeitet er in Zürich: http://dfdu.org AG, Konstellatorische Kommunikation. (Entwicklung von Pilot und Impulsprojekten, gegründet 1997 mit Tina Piazzi)