Schmaler Grad zwischen Versprechen und Taten — Macher oder Träumer?

Zu oft erwischt man sich mit Vorsätzen, Versprechen oder Zielen die man nicht einhält oder erreicht. Obgleich jemand anderes oder man selbst davon betroffen ist. In jedem Fall ist man zumindest auf der einen Seite der Grund für ein negatives Erlebnis. Es gibt Menschen, die es schaffen –oder so wirken– nur dinge zu versprechen, die sie auch einhalten können.

Macher oder Träumer?
In der Jugendsprache ist der Spruch: “Bist du ein Macher oder Träumer?” bekannt. Macher sind hierbei diejenigen, die nicht darüber sprechen.
–Diese Typen lassen ihre Taten sprechen. Träumer hingegen sind schon so etwas wie Versager. Träumer sind in der Theorie groß, aber in der Praxis nieten. –Diese Typen haben ein großer Maul und nichts dahinter. Vergessen wird oftmals, dass der schmale Grad darüber Entscheidet, wie die Person in der nächsten Sache tendieren wird. Ein Erfolg ist einem Erfolg näher als einem Misserfolg. Ein Misserfolg wäre dann aber umso gravierender, da man durch ein Nicht-Erfolg die Tendenz zum nächsten Erfolg verliert und zusätzlich einen Misserfolg zur Tendenz zu einem weiteren Misserfolg erfährt. Dann ist es wichtig, einmal mehr aufzustehen, wie man fällt.

Versprechen. Anreiz für Taten?
Ich selbst habe öfters Ziele oder Vorsätze laut ausgesprochen, um mich an das Ziel zu binden. Ich habe mir erhofft, dass Leute mich drauf ansprechen und ich mich rechtfertigen muss und dann taten sprechen lassen würde. Oder der Gedanke an die potenzielle Rechtfertigung soll mich doch bitte kurz an mein Ziel bringen. Leichter gesagt als getan. Manchmal macht es vielleicht sogar Sinn, da man es vielleicht schafft Leidensgenossen zu finden. Dies birgt aber die Gefahr, dass man im kollektiv auch fallen kann. Manchmal ist es Sinnvoller, die Dinge für sich zu behalten und den Anreiz zu haben: “den zeig ich’s”.

Habe ein hohes Ziel und erreiche großes!
Folgenden Satz habe ich zum ersten mal von meinem Vater gehört: “Setze deine Ziele so hoch wie möglich, denn auch wenn du diese nicht erreichst, wirst du auf dem Weg dahin viel erreicht haben.” Einfach gesagt, der Student hat das Ziel einen Bachelor-Abschluss zu erreichen. Das gesetzte End-Ziel dass er sich setzt, ist aber die Professur in seinem Fachgebiet. Er erreicht den Master und hat am Ende sein ursprüngliches Ziel erreicht. Ähnlich ist es im Bauwesen. Es werden meist Werte als Ziel errechnet, die höher angesetzt sind, als die Normalwerte. Dies führt zu einem Puffer der die Sicherheit des Bauwerks darbietet. Eine weitere Analogie könnte man zum Zeitmanagement ziehen.

Richtiges Ziel, falscher Ansatz?
Ob nun das Ziel richtig oder nicht ist sei dahingestellt. Es gibt jedenfalls ein Ziel. Vor allem, wenn man das Ziel für sich behält, scheitert man oft an den fehlenden Erfolgserlebnissen. Hier helfen kleine Zielsetzungen die nach der BWL-Lehre aufgestellt werden können, um diese dann abzuhaken. Man soll auch mit einfachen Zielen anfangen und mithilfe der Erfolgerlebnisse die anderen Ziele in angriff nehmen. Wie man Ziele definiert und wann diese zu detailiert oder zu grob sind –ist meistens eine Einstellungsssache. Ob man die Ziele niederschreibt, eintippt, anderen Erzählt oder in Erinnerung hält ist jedem selbst überlassen. Wichtig ist nur, dass man weiß wie man selbst am besten “funktioniert”.

Karaktersache oder Übung?
Es stellt sich oft die Frage, ob man so ist wie man ist, oder ob man Dinge erlernen kann. Ich denke Wissen kann man Lernen. Wissen mündet in Erfahrungen und diese wiederum in Eigenschaften einer Person. Es ist ein langfristiges, dynamisches sich stets weiterentwickelndes Thema. Es gibt durchaus Naturtalente, die schon durch frühe Umstände Ziele erreichen können. Es gibt Talente, denen Macher oder Träumer sein, in die Wiege gelegt werden. Dennoch kann jeder mehr Macher sein wie Träumer. Ob nun das Ausmaß einem selbst ausreicht ist eine andere Frage.

Fazit:
Es ist bis jetzt eigentlich noch nichts gesagt. Ja oder nein — wenn ja, wie? Ja und nein und wenn, dann anders. Konkret gesagt ist der erste Schritt hier, –das erste kleine Ziel- die eigene Beschäftigung mit dem Thema. Und das am besten kontinuierlich. In möglichst regelmäßigen Abständen sollte man sich die Zeit nehmen, sich vom operativen verhalten (Dinge machen zu wollen) abzukoppeln und einen strategischen Blickpunkt (wie man Dinge machen will) zu nutzen. Ob man dies einmal in der Woche oder im Monat braucht ist Typsache. Man braucht es aber. Manche werden das als anstrengend, langweilig, ermüdend, oder unnötig empfinden. Die eigene Entwicklung ist durchaus ein langwieriger Prozess. Man erkennt meist die Fortschritte nicht immer selbst und muss trotzdem über Durststrecken hinaus dran bleiben. Irgendwann kann man aber auch zum Entschluss kommen, dass man nunmal in bestimmten Bereichen so ist, wie man ist. Es kommt also nicht darauf an, sich am Ziel festzunageln, sondern sollte flexibel sein und Dinge akzeptieren können. Ich habe mich nach zehn Jahren schlechtfühlens mich letzendlich BEWUSST dafür entschieden, dass ich nunmal auf den letzten Drücker lernen muss. Zu meinem überraschen funktioniert diese Methode auch sehr gut. So ist Ziel-Weg-Ergebniss auch oft schwer übertragbar in andere Sachverhalte oder andere Umstände gleicher Sachverhalte. Man sollte sich nicht verrückt machen, sondern versuchen zu verstehen. Sich selbst aktiv und sensibel beobachten. Manchmal ist die Erkenntnis, dass man etwas eigentlich nicht machen möchte nur unterbewusst. Menschen die diese Sensibilität verlieren, verlieren sich irgendwann selbst im Burn-Out. Das Rebooten und Hinterfragen aller Punkte ist Sinnvoll. Denn die Bestätigung wäre genauso hilfreich und nochmals befestigend wie die nicht-Bestätigung, die einen Prozess mit sich Selbst zufolge haben wird. Mut zur Selbsterkenntnis ist hierbei wohl auch ein Stichwort.

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