Tipps für Blogger: Nie wieder Kreativitäts- oder Themenmangel

“An manchen Tagen bin ich total inspiriert und die Worte fließen nur so aus mir heraus. An anderen Tagen finde ich einfach keine Themen und weiß nicht, wie ich überhaupt schreiben und Content erstellen soll.”

Diese Aussage habe ich in Dutzenden Coachings, Workshops und Beratungsgesprächen sinngemäß gehört. Egal ob Freelancer mit Blog fürs Personal Branding, Corporate Blogger in einem Redaktionsteam oder Blogger aus Leidenschaft ohne jede kommerzielle Intention: Die Suche nach Themen und Inspiration beschäftigt alle immer und immer wieder.

Natürlich kenne auch ich Phasen ohne Inspiration und kreativen Antrieb, doch im Lauf der Zeit habe ich gelernt, diese schnell und ohne großen Aufwand zu überwinden. Themen und Inspiration gibt es überall und wenn Du Dir entsprechende Gewohnheiten und Muster aufbaust, sind Inspirations- und Kreativitätsmangel kein Thema mehr für Dich.

Die Grundlage meines Inspirations-Workflows habe ich zu einem erheblichen Teil dem Coaching von Jochen Mai zu verdanken, der mir als Praktikant bei der Karrierebibel die Basis für meine Arbeit als Blogger und Berater mitgegeben hat. Im Folgenden teile ich einige Gewohnheiten und Methoden mit Dir, die sich für mich — und meine Coachees — bewährt haben.

“Ich finde keine (neuen) Themen mehr”…dann sorg für Nachschub

Dieses Gefühl kenne ich sehr gut — doch es ist bis zu einem gewissen Grad selbst gemacht. Denn Themen gibt es überall, Du musst sie jedoch aktiv wahrnehmen und für einen stetigen Zufluss an Inspirationschancen sorgen. Dazu einige Tipps:

  • Arbeite mit Listen — Facebook und Twitter — Kreisen — Google+ — und/oder einem Feedreader, um interessanten Menschen, Accounts und Seiten zu folgen.
  • Nimm Dir regelmäßig und geplant Zeit, um Deine Quellen durchzugehen und zu lesen. Inspiration und Themenfindung kann sich ergeben, ist größtenteils jedoch das Ergebnis strukturierter Suche und Arbeit.
  • Sammle interessante Artikel — nach dem ersten Querlesen — und schau sie Dir dann in Ruhe und detailliert an. Die Trennung von Materialfindung und detailliertem Lesen und Bearbeiten ist für mich — und viele andere — sehr viel effektiver als jede Quelle sofort detailliert lesen zu wollen.
  • Nimm Dir auch etwas andere Quellen wie Pinterest, Youtube, Vimeo, Instagram und Podcast vor. Beschränke Dich nicht auf Texte.
  • Nutze scheinbare Leerlaufzeiten wie beispielsweise die Pendelzeit zum Arbeitsplatz. Hier sind — für Autofahrer und ÖPNV Nutzer — Podcasts hervorragend geeignet. Wer rein auf den ÖPNV setzt, kann sich auch mit gespeicherten Artikeln — Pocket, Instapaper oder Evernote lassen grüßen — befassen.
  • Archiviere Texte erst, wenn Du daraus ein grobes Artikelthema gemacht, sie geteilt oder eingeplant oder entschieden hast, dass sie nicht interessant sind.
  • Hör bei Gesprächen, Radiosendungen und ähnlichem genau hin. Schaff Dir ein System, um die spontanen Einfälle zu notieren und sie abzuspeichern.
Der anstrengende Part: Stelle sicher, dass Du sowohl Deine gespeicherten Artikel und Quellen als auch die notierten Ideen regelmäßig — idealerweise täglich — durchgehst und Dich mit ihnen befasst.

Lass auf keinen Fall ein großes Backlog mit Artikeln und Inhalten wachsen, die der Bearbeitung harren. Je größer der Stapel wird, desto weniger wirst Du Dich mit ihm befassen.

Und noch ein Punkt: Es müssen nicht immer neue Themen sein. Es spricht nichts dagegen, Dir Deine alten Artikel anzuschauen, zu prüfen, was Du heute ergänzen kannst und daraus eine neue, umfangreichere oder einfach anders fokussierte Version zu machen.

Das heißt nicht, Deinen Lesern alten Content in neuen Schläuchen zu verkaufen, sondern ihnen aktualisierte, vertiefte und verbesserte Artikel und Inhalte zu bieten. Davon profitieren alle. Und natürlich kannst Du ältere Artikel auch multimedial mit Videos, Podcasts, Bildern, Storifies, Storehouse Stories und ähnlichem aufpeppen und erneuern.

Themen findest Du immer

Meine eingangs getroffene Aussage mag etwas übertrieben klingen, ist es jedoch nicht: Themen gibt es wirklich überall. Du musst lediglich in der Lage sein, sie zu sehen und festzuhalten, wenn sie Dir durch den Kopf gehen.

Inspiration und Kreativität musst Du Dir erarbeiten. Sie kommen zwar auch unerwartet, doch wenn Du kontinuierlich gute Qualität und Inhalte liefern willst, gehört der stetige Nachschub an neuen Inhalten und Inspirationschancen zu Deiner Arbeit — und sollte von Dir genau so ernst genommen werden, wie das Schreiben selbst.