Warum gerade Social Start Ups und Social Entrepreneurs langfristig denken sollten

Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst auf LinkedIn. Das Bild stammt vom geschätzten Viktor Hanacek von picjumbo.com


So, we said no to $40M and raised a $6.8 million Series B from existing investors, instead.

Was Sachin Kamdar in seinem Medium-Artikel schreibt, wird so manches Start Up im Sozialen Bereich und auch so manchen Social Entrepreneur aus meinem Netzwerk irritieren. Er hatte die Chance auf große Summen an Venture Capital und hat die Angebote zugunsten einer viel kleinere Summe ausgeschlagen.

Der lange aber lesenswerte Artikel erklärt seine Denkweise und warum er sich schlussendlich gegen die großen Finanzierungssummen entschieden hat. Im Kern lässt sich aus meiner Sicht in drei Punkten zusammenfassen:

  • Kamdar hat ganz realistisch seinen Bedarf analysiert und erkannt, dass die großen Summen einfach zu groß wären und nicht sinnvoll eingesetzt werden können.
  • Er denkt langfristig und will sein Unternehmen dauerhaft stabil führen.
  • Er hat die Geduld, sein Unternehmen und dessen Produkt gezielt und strategisch auszubauen und wachsen zu lassen.

So mancher Social Entrepreneur mag sich jetzt denken: „Klar, bei einer sechs Millionen Finanzierung ist das leicht.“ Doch genau hier würde ich widersprechen. Ja, sechs Millionen sind eine Menge Geld, doch im Vergleich zu den laufenden Kosten des Unternehmens und mit der Option auf 40 Millionen und wirkt die Summe ganz anders.

Warum gründen Sie ein Unternehmen?

Meiner Erfahrung nach lässt sich der Unterschied zwischen erfolgreichen und nicht erfolgreichen Social Entrepreneuern — und mit denen habe ich am meisten Erfahrung in der Start Up und Gründungswelt und sie sind mir am wichtigsten — durch die Antwort auf eine Frage ermitteln:

Warum gründen Sie ein Unternehmen?

Gut, schnell Geld verdienen wir im Social Entrepreneurship eher selten die Antwort sein. Ich selbst habe zahlreiche Antworten gehört, die ich inzwischen in drei Kategorien einsortiere:

Gründen ist gerade in, machen alle, daher mach ich mit. Und damit das nicht zu auffällig ist, nehme ich mir eine soziale Idee als Grundsatz. Ich will die Welt zu einem besseren Ort machen, Menschen helfen und etwas bewirken. Geld interessiert mich nicht. Ich will die Welt verändern und ein klein wenig besser machen. Dazu gründe ich ein Unternehmen, weil ich nur so langfristig und nachhaltig wirken kann. Die ersten beiden Antworten führen meiner Erfahrung nach immer zum Scheitern des Social Start Ups oder Unternehmens. Wer einfach nur gründet um der Erfahrung willen zieht das sehr selten durch. Und wer nur idealistisch die Mission sieht, vergisst viel zu oft die unternehmerische Seite und das ein Unternehmen oder eine Non-Profit — egal wie nobel die Motive auch sein mögen — genug Geld verdienen muss, um sich zu finanzieren.

Es sind Social Entrepreneure mit der dritten Antwort, die mich interessieren und die ich unterstütze. Denn sie denken langfristig. Sie haben eine Mission und Aufgabe, doch sie sind realistisch genug, um die unternehmerischen Herausforderungen im Blick zu haben. Das ist zwar keine Garantie für den Erfolg, aber eine gute Voraussetzung.

Meine Bitte an alle Social Entrepreneuere: Beantworten Sie die Frage oben ehrlich und lernt von Sachin Kamdar von Parsely. Wenn Sie langfristig denken und scheinbare Abkürzungen vermeiden, kann Ihr Unternehmen auch langfrsitig gesund sein und die Welt wirklich verändern.

Ich wünsche Ihnen dabei viel Erfolg!