Joël Luc Cachelin hat im Stämpfli Verlag vier Bücher zum Thema der digitalen Zukunft herausgegeben. Auf das «Schattenzeitalter» folgten die «Offliner», das «Update» unseres gesellschaftlichen Betriebssystems sowie zuletzt der «Internetgott». In diesem Blogpost reagiert er auf drei Thesen, die wir ihm vorgelegt haben.

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These 1
«Je mehr das Internet unseren Alltag prägt, desto mehr Widerstand regt sich» (Joël Luc Cachelin, «Offliner»). Wenn die Digitalisierung allmächtig wird, werden also gewisse Menschengruppen sich davon distanzieren oder sogar physischen Widerstand leisten.

COVID-19 dürfte zu einem Digitalisierungsbooster avancieren. Die Digitalisierung folgt einerseits dem Technologie-Push von Unternehmen, die neue Technologien und Angebote in den Markt drücken. Genauso folgt sie einem Pull der Kundinnen, Nutzerinnen und Bürgerinnen. In den letzten Wochen haben viele von uns erkannt, wie praktisch das Internet sein kann — um einzukaufen, Dinge zu erledigen oder einen Film zu schauen. Widerstand regt sich, wenn über unsere Köpfe hinweg entschieden wird, wenn wir keine Wahl mehr haben, wie digital wir leben wollen. Vor allem aber, wenn unsere Daten ohne unsere Einwilligung verkauft und weiterverarbeitet werden. Das könnte dann der Fall sein, wenn COVID-19 zur Verbreitung von allzu intelligenten Kameras, Drohnen, Apps und Lautsprechern führt. …


Sandra Müller, Leiterin Marketing

Ich habe mich gefragt, was das Zeitalter der Digitalisierung und die damit verbundenen Veränderungen für meine Kolleg/innen aus dem Bereich Sprachdienstleistungen bedeutet. Wisst ihr was? Die Digitalisierung hat hier praktisch (noch) keinen Einfluss. Der Mensch ist bei Arbeiten wie Korrekturlesen, Kommasetzung und Stilkorrektur besser als eine Maschine!

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Sandra Müller, Stämpfli, und Danielle Cesarov-Zaugg, ITSA

Bei unserem Übersetzungspartner ITSA Inter-Translations SA hingegen sieht das anders aus. Texte lassen sich online übersetzen. Stellen maschinelle Übersetzungen eine Gefahr für die Zukunft der Übersetzer dar?


Nina Ramershoven, Leiterin Digitaldruck

Vielfältige Herausforderungen meistern müssen insbesondere Unternehmen oder Institutionen, die viele Aussenstellen (Filialen, Mitglieder, Händler usw.) koordinieren, auf individuelle Bedürfnisse eingehen und gleichzeitig die Unternehmensziele verfolgen und die zentrale Markenführung wahren müssen. Sie treffen unzählige strategische Entscheidungen, welche die Positionierung ihres Unternehmens stärken und die Marktpräsenz erhöhen.

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Damit Sie sich diesen komplexen Themen mit der erforderlichen Dynamik und Aufmerksamkeit widmen können, sollten Ihre operativen Prozesse effizient und verlässlich funktionieren.

Dabei stellen sich folgenden Fragen:

  • Wie können die Prozesse zur Herstellung Ihrer Kommunikationsmittel effizienter gestaltet werden?
  • Wie können Sie Ihre dezentralen Stellen besser in Ihre Marketingprozesse miteinbeziehen?
  • Wie können Sie Ihre Mitarbeitenden von der Pflege aufwendiger Systeme befreien und das zentrale Marketing generell von redundanten unnötigen Tätigkeiten entlasten? …

Sämi Jaberg, Chief Digital Officer

Mitte der 90er-Jahre waren die Berner Musikläden randvoll von viereckigen, farbigen und schrillen Plastikhüllen: die CD — kaum geöffnet, schon zerkratzt. Das Ausstellungsmodell, hatte zur eigenen Sicherheit keinen Inhalt. Oft reichten zwanzig Franken für den Kauf einer Disc nicht aus. Das digitale Zeitalter war schon damals alt — trotzdem waren die Plattenkoffer von Snowman, DJ Mind-X oder Tatana immer noch randvoll mit analogen Scheiben. In der Schweiz wurden in dieser Zeit täglich über vier Millionen Kaufzeitungen gedruckt, und an der Börse waren Firmen wie General Electric, Shell oder Glaxo die wertvollsten Unternehmen der Welt.

Die Meldung über Deep Blue, ein kleiderschrankgrosses digitales Gerät, das den amtierenden Schachweltmeister Garri Kasparow in einer Partie gnadenlos verlieren liess, machte auf die digitale Entwicklung aufmerksam. Es war die Zeit, in der sich die Skifahrer bei der Winterolympiade in Albertville (F) gegenseitig beim Slalom überholten. Die Zeit, in der Millionen von Tamagotchi-Küken ausnahmslos Zuneigung und Beachtung geschenkt bekamen und irgendwann trotzdem im ewigen Nirwana verschwanden. Der Begriff Digitalisierung war bei Weitem noch kein Schlagwort, aber das digitale Zeitalter oder die sogenannte digitale Revolution schon lange über der Türschwelle. Die Daten, sei es in Form von Bild oder Ton, wurden von einer analogen in eine digitale Speicherform umgewandelt. …


Interview mit dem Initiator Rolf Loepfe, Leiter Kommunikationsagentur

Die von Stämpfli Kommunikation für Reka-Ferien konzipierte und realisierte Challenge brachte Abwechslung und Bewegung ins Wohnzimmer: Die Challenge, die sich insbesondere an Familien und an alle richtete, die momentan viel Zeit in den eigenen vier Wänden verbringen und sich auf die nächsten Ferien freuen, startete vor Ostern und endete am 30. April. Die zehn Gewinner/innen werden mittels Voting auf der Landingpage reka-ferien-challenge bestimmt.

Rolf Loepfe ist seit Anfang Jahr Leiter der Agentur Stämpfli Kommunikation und hat die Kampagne mit seinem Team entwickelt und umgesetzt.

Worin lag die Motivation, während der Krise eine Kampagne zu starten?
Die Folgen der ausserordentlichen Lage waren und sind für viele Unternehmen nicht absehbar. Auch den Tourismus trifft es hart. Zu unseren Kunden gehören etliche Vertreter dieser Branche — auch Reka-Ferien. In der ersten Woche nach dem Lockdown waren viele Firmen (auch wir) damit beschäftigt, sich neu zu organisieren. Dazu gehörten u.a. der Umzug ins Homeoffice, die Verlagerung von physischen Meetings zu Videokonferenzen. In der zweiten und dritten Woche beschäftigten sich aber bereits viele damit, proaktiv Ideen zu entwickeln für die Zeit während und nach der Krise. Das haben auch wir in Bezug auf unsere Kunden getan. …


Sandra Müller, Leiterin Marketing

Die beiden Departemente Architektur, Holz und Bau AHB und Technik und Informatik TI der Berner Fachhochschule BFH publizieren gemeinsam das Magazin «spirit biel/bienne». Das Kommunikationsunternehmen Stämpfli AG hat die technischen Disziplinen der BFH im Bereich der digitalen Kommunikation weitergebracht. «Die neue Online-Version von «spirit» ist modern und entspricht den aktuellen Ansprüchen an ein Webmagazin», sagt Nicole Bärtschiger, Kommunikationsspezialistin an der BFH-AHB. Im Interview spricht sie über Herausforderungen und die Wichtigkeit des Projekts.

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Neues Webmagazin

Als einzige Bildungs- und Forschungsinstitution in der Schweiz kombiniert die BFH-AHB Architektur, Holz- und Bauingenieurwesen unter einem Dach zu ganzheitlichen Lösungen. Die Studierenden stehen im Zentrum. …


Sandra Campana, Fachspezialistin Marketingkommunikation

Mein digitaler Alltag als Digital Native hat sich in den letzten sechs Wochen seit dem Lockdown noch stärker ausgeprägt. Fragen wie «Kann ich all meine Arbeiten von zu Hause aus erledigen?», «Was ist mit meinen Weiterbildungsplänen?», «Werde ich jetzt dicker?», «Sehe ich ‹nur› noch meine Nachbarn von Angesicht zu Angesicht?» stellten sich mir, und dank kreativen und intelligenten Menschen fanden sich während der ersten Tage und Wochen im Lockdown laufend Antworten darauf. Gezwungenermassen mussten wir uns alle neu organisieren und digitalen Mut und Fertigkeiten beweisen. Gerne berichte ich von meinen Erlebnissen und Erkenntnissen aus der Anfangszeit, einer sehr speziellen Zeit im Jahr 2020.

Die Gartenerde
Obwohl der Lockdown absehbar war, hat er mich mehr oder weniger kalt erwischt. Ich erinnere mich noch, wie ich am Montag, 23. März, im Auto die Medienkonferenz hörte, als ich zum Baumarkt fuhr. Dort traf ich auf vorkriegsähnliche Szenen. Ich hatte irgendwie damit gerechnet und stürzte mich deshalb selbst wie eine Hyäne ins Getümmel. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie der Kauf von Gartenerde digital zu organisieren wäre. Immerhin würde der Garten meine einzige Beschäftigung sein in den darauffolgenden Ferien, die ich gezwungenermassen zu Hause würde verbringen müssen.

In den ersten Tagen der «Quarantäne» wurde mir bewusst, wie die kleinen alltäglichen Dinge auf einmal nicht mehr selbstverständlich waren. …


Monica Masciadri, Beraterin Kommunikation

In Zeiten von Corona wird sichtbar, welche Unternehmen und Institutionen mit ihren Ansprechgruppen erfolgreich digital kommunizieren, komplexe Projekte auf die Beine stellen und voranbringen. Wer digitale Hilfsmittel zu nutzen weiss, ist klar im Vorteil, um weiterhin effektiv und effizient seine Arbeit zu tun. Wenn wir uns über Digitalisierung unterhalten, sollten wir aber nicht nur von digitalen Werkzeugen und Kommunikationsinstrumenten reden, denn Digitalisierung geht darüber hinaus, alte Prozesse in neuer Form abzubilden. Digitalisierung ist eine Geisteshaltung, ein Transformationsprozess, in dem sich die Strukturen gesamthaft umschichten.

Medien steuern die Richtung und die Geschwindigkeit des digitalen Wandels auf eine ganz besondere Weise. Die klassischen Medien, gedruckt, haptisch erlebbar und intellektuell fassbar, raschelnd, platzeinnehmend und im vollen Zugabteil für zornige Blicke sorgend, sind von den «neuen» globalen Medien verdrängt worden. Sie sind smart, in Einzelteile, sprich einzelne Beiträge zerlegt, sodass wir sie wohlproportioniert lesen, hören oder anschauen können. Auch wenn sich die Erkenntnisse der Studie, die behauptet, Menschen hätten inzwischen eine geringere Aufmerksamkeitsspanne (8 Sekunden) als ein Goldfisch (9 Sekunden), als Mär herausgestellt hat, ist unbestritten, dass die digitalen Medien für uns in erster Linie Zerstreuung bedeuten. …


Andrea Kilchör, Polygrafin und Farbberaterin

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Johannes Itten

Tagtäglich nehmen wir viele verschiedene Farben wahr, ohne uns über ihre Wirkung Gedanken zu machen. Viele Untersuchungen sind sich darüber einig, dass Farben auf unser Wohlbefinden und unsere Stimmung wirken. Sie beeinflussen auch unser Urteil über das Erscheinungsbild anderer Menschen und umgekehrt — das Urteil anderer Menschen über unser Äusseres.

Johannes Itten, Maler und Kunstpädagoge, verdeutlichte mit seiner Farbtheorie, dass jeder Mensch ein individuelles Farbempfinden hat. Er untersuchte im Einzelnen die Zusammenhänge von Farbharmonie und Farbtyp und begründete so die bis heute angewandte Farbtypenlehre in der Mode- und der Kosmetikbranche. …


Peter Stämpfli, Verwaltungsratspräsident

Farben sind fast so aussagekräftig wie Namen. In der Politik verschmelzen Farben und Namen bei der Bezeichnung der Parteien: die Roten, die Grünen, die Schwarzen, die Gelben, die Braunen. In Deutschland spricht man von Ampel- oder Jamaika-Koalition, je nach den vertretenen Parteien. Wer hier Farbe bekennt, nimmt Stellung zu einer Partei oder einer politischen Stossrichtung.

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Peter Stämpfli

Der Begriff «Farbe bekennen» hat allerdings einen anderen Ursprung. Er stammt aus dem 18. Jahrhundert und wird in verschiedenen Kartenspielen verwendet, in denen in gewissen Spielzügen eine bestimmte Kartenfarbe gespielt werden muss (Quelle: Wikipedia). …

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Stämpfli AG

Kommunikation Mensch zu Mensch

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