Instant Advisory? Da war doch was..

Ich kannte einen Sales Manager, der sehr, sehr gern von Zuhause aus arbeitete. Er war einer der Top-Vertriebsleute einer renommierten kalifornischen Firma und hatte dementsprechend einen nahezu 16-stündigen Arbeitstag. Und es ist klar, dass er an sehr, sehr vielen Meetings im Skype, Lync und sogar Google Hangout am Tag teilnehmen musste.

Er legte immer Wert darauf, stets seriös und absolut “top notch” zu wirken. Bei Videokonferenzen erschien er immer am Bildschirm im weissen Hemd und mit Krawatte (!). Wenn er sprach, lehnte er sich ganz lässig und so Lincoln-like nach vorn, Richtung Kamera, und beugte sich dabei über seinen riesigen Tisch aus Massivholz.

Bis er eines Tages im Laufe einer Konferenz, mitten in Besprechung von superwichtigen megastrategischen Entscheidungen die Tasse mit dem heissen Kaffee vom Tisch stieß, woraufhin sein fröhliches Wesen ab Bauch abwärts eine gehörige Portion des heissen Getränks abbekam. Woraufhin er aufsprang. Woraufhin alle Videokonferenzteilnehmer sahen, wie er durch das Zimmer springt. In seinem weisen Hemd, seiner Krawatte und durchsichtigen Tanga-Strings.

Nun, die wirklich wichtigen Probleme mit der “Instant Advisory” liegen sicherlich viel tiefer. Da wäre z.B. die niedrige Akzeptanz und das gesunde Misstrauen dem Bildschirm gegenüber (als Gegensatz eines echten Gesprächs mit all seinen Vor- und Nachteilen).

Aber ich persönlich denke bei “Instant Advisory” als erstes an den Sales-Manager, der sehr, sehr gern von Zuhause aus arbeitete.


Originally published at www.startuppery.com.

One clap, two clap, three clap, forty?

By clapping more or less, you can signal to us which stories really stand out.