Der Priester und der Missbrauchsskandal
Valerie
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“Ein Standbein im Himmel” nannte unser Spiritual in den 80er Jahren diese metaphysische Relativierung der Wirklichkeit, die auch Franziskus ausdrückt. 
Es mag ja gut sein, dass es Menschen gibt, für die Leid und Tod nicht das letzte Wort sind. Wenn die Brücke gelingt zu Menschen, die voll und ganz in dieser Wirklichkeit leben, können sie Hoffnung geben. 
Nur führt dieses “Standbein im Himmel” immer wieder auch zu solchen Auswüchsen: http://www.queer.de/detail.php?article_id=27020
Wenn Menschen sich zu sicher sind in ihrer Kenntnis der göttlichen Wirklichkeit, dann werden sie manchmal menschenverachtend. Und das ist unakzeptabel. 
Meine Erfahrung ist, dass dieses “Standbein im Himmel” typisch ist für Menschen, die Sexualität nicht als Teil ihrer Identität gestalten. Sobald aber Sexualität angstfrei gelebt wird, verlagert sich das Standbein sehr oft in diese Welt. Dann wird aus einem “Ein Haus voll Glorie schauet” ein “Ich steh vor Dir mit leeren Händen”. Die Demut des letzteren spricht mich mehr an und scheint mir mit weniger Risiken behaftet wie die vermeintliche Kenntnis jenseitiger Wirklichkeit.

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