Die tötende Maschine ist auf dem Vormarsch

Es gibt sie bereits, die tödlichen, autonomen Waffen — auch liebevoll “Killerroboter” genannt. Diese entscheiden im Gegensatz zu hochautomatisierten Waffen selbst, was ein legitimes Ziel darstellt. Den Unterschied zwischen Autonomisierung und Automatisierung habe ich in einem anderen Artikel detailliert dargelegt. Vernünftig denkende Menschen (und auch viele Wissenschaftler/innen im Bereich der künstlichen Intelligenz) sind sich einig, dass Killerroboter niemals “freigelassen” werden dürfen. Trotzdem ringen Diplomaten über ein Verbot und kommen nicht auf einen verbindlichen Vertrag — ein “Verhaltenskodex” wäre viel zu lasch.

Das Problem: Es ist aktuell nicht sicher, ob tödliche autonome Waffen so “gut” sind, dass sie zum Beispiel erkennen können, ob sich jemand ergibt oder verletzt am Boden liegt. Entscheidungen über Leben und Tod, die Menschen auch noch in der entscheidenden Situation treffen können, müssen bei “Killerrobotern” autonomen Systemen überlassen werden bei denen unklar ist, ob diese dazu fähig sind, solche Situationen adäquat zu verstehen geschweige denn zu gestalten.

Ein echter Schritt in die Zukunft wäre ja, wenn man auf diesem Wege langfristig von dem Töten von Menschenleben auf den Kampf zwischen autonomen Maschinen kommen könnte: Was wäre, wenn nur noch Roboter gegeneinander antreten würden? Dann würden die Staaten mit den besseren Entwicklern und Ingenieuren gewinnen. Und auch bei diesem Gedankenexperiment kommen wir zum Schluss, dass Krieg, egal ob zwischen Menschen oder Maschinen oder zwischen Mensch und Maschine einfach letztendlich keinen Sinn macht. Es kann nur Verlierer geben.

Oder wie die Deutschpop-Band PUR es einst formulierte: “ Kein Krieg ist heilig, kein Krieg ist gerecht, im Teufelskreis der Waffen wird gestorben und gerächt. Kein Krieg ist edel, kein Krieg lebt von Mut, er ist unvorstellbar grausam und auch für die sogenannten Sieger zu viel verlornes Blut.”