#Projektion2060: Zwischen Hoffnung und Auftrag für die #DigitaleKirche

Stefan Hartelt
May 3 · 5 min read
Die vollstädige Broschüre ist hier zu finden

Machen wir uns nichts vor: Als die langfristige Projektion der Kirchenmitglieder in Deutschland veröffentlicht wurde waren es schon ernüchternde Zahlen. Die Schock-Reaktionen ließen auch nicht lange auf sich warten, auch die Tagesschau berichtete darüber als die Einschaltquoten für diese Nachricht mit 9,8 Millionen fast so hoch lagen wie die prognostizierten Mitgliedszahlen für die Evangelische Kirche in Deutschland im Jahr 2060 (10,5 Mio.). Als “Mitgliederschwund”, “Mitgliederverlust” wird diese Entwicklung dort bezeichnet. Und in Zeiten von sozialen Medien, bei denen jeder Influencer unter 1 Million Followern unbedeutend ist und in einer Gesellschaft in der sowieso Größe und Wachstum alles wichtige zu sein scheinen ist es nicht verwunderlich, dass man erst einmal schockiert ist von diesen Zahlen.

Gleichzeitig könnte man auch positiv überrascht sein, bei der Schwarzmalerei der letzten Jahre. Wenn auf Twitter von der #Apokalypse2060 die Rede ist, gibt es auch Reaktionen genau in diese positive Richtung.

Doch jetzt muss es um etwas anderes gehen: Was tun wir? Jede Prognose, Projektion, Vision lebt doch davon, folgen für die Gegenwart zu haben. Denn ich frage mich schon: Wenn demographische Faktoren “nur” -24% des Mitgliederrückgangs erklären, weitere -28% aber kirchenspezifische Faktoren ausmachen (wie Tauf-, Austrittsverhalten), was wird dann aus diesen vielen Millionen Menschen, die von der Kirche nicht mehr erreicht werden? Und was wird dann aus meiner Kirche, wer ist dann noch “übrig”?

Kirchen mit weniger Mitgliedern werden radikaler

#DigitaleKirche muss sichtbar werden, solange sie noch kann

Was darf online gesagt werden, oder: Welches Menschenbild bestimmt unseren Umgang miteinander?

Ich meine: Ja! Die Gesellschaft verändert sich und schafft neuen Raum für Kirche: Nicht nur als Mitgestalterin im digitalen Wandel sondern auch als Gegenüber für Individuen. Man muss Kirche nicht in den digitalen Raum bringen, sie ist schon da: Sehr viele Menschen haben es bereits erkannt und machen sich schon auf den Weg zur “digitalen Kirche” bzw. eher zur “Kirche digital” — Gehen wir mit!