Solange die KI macht was ich sage…

Die von BOSCH sind also jetzt auch soweit: Es gibt einen weiteren Sprachassistenten. Nach Jahrzehnten Entwicklung versteht er alles, zumindest auf Hochdeutsch. Die Sprachsteuerung soll auch “normal” gesprochene Sätze problemlos verstehen, sich auf Situationen im Fahrzeug einstellen können (wechselnde Fahrer, mitfahrende Kinder, etc.) und so das Bedienerlebnis intuitiv und flexibel machen. Zudem ist, im Gegensatz zu allen anderen bekannten Assistenten, keine ständige Internetverbindung erforderlich, sondern ‘Casey’, wie Bosch seine intelligente Sprachsteuerung liebevoll getauft hat, arbeitet auch offline. Wenn es sich allerdings nur um eine simple Steuerung handeln würde, bräuchte sie keine künstliche Intelligenz — als solche wird das System bezeichnet, weil es lernende Allgorithmen enthält, die sich auf die jeweiligen Fahrer/innen einstellen sollen und eben Erfahrungen sammeln um individuelle Vorschläge machen zu können.

Solange diese KI also macht, was ich sage, ist dies mal wieder ein Anwendungsfall, der kaum Risiken birgt und aus dem Blickwinkel der Maschinenethik nicht viele Fragen offen bleiben: Oder kann es passieren, dass Mißverständnisse zu verkehrskritischen Situationen führen können? Und wie verhindere ich es, dass ‘Casey’ etwas “lernt”, was ich ihr gar nicht zur Gewohnheit werden lassen möchte? Möglicherweise zerstören dann nicht nur die vergessenen Quittungen in der Jackentasche so manche Ehe, sondern auch Kommentare oder Hinweise von ‘Casey’… Da können wir ja mal gespannt sein, welche Erfahrungen die ersten Besitzer damit machen werden — und welche Schlagzeilen da wohl noch so folgen…