Raus aus dem Kopf, ran an die Wand — Was Christo mir in der Wüste gezeigt hat

Ich stelle in unserem Projektealltag immer wieder fest, wie wichtig es ist, neue Ideen möglichst schnell und konkret aufs Papier oder an die Wand zu bekommen. Vieles wird dann erst klar: Reden hier alle vom Gleichen? Wo sind da noch Fallstricke? (Wie) kann der Ansatz überhaupt funktionieren?

Mit einem Besuch im Museum der Fondation Maeght in Südfrankreich vor zwei Wochen habe ich diesbezüglich meinen neuen Meister gefunden: Christo. Die aktuelle Ausstellung zeigte verschiedene Werke des Objektkünstlers und seiner verstorbenen Frau Jeanne-Claude.

Besonders beeindruckend fand ich einen Raum, der dem Projekt „The Mastaba“, der größten Skulptur der Welt, gewidmet war. Etwa 20 großformatige Kollagen aus Fotografien, verschiedenen Maltechniken, unterschiedlichen Perspektiven, technischen Zeichnungen und Landkarten vermittelten, wie die Umsetzung vonstattengehen soll und welche imposante Wirkung 410.000 gestapelte Fässer in einer Wüste haben können.

The Mastaba (Project for United Arab Emirates), Photo: Wolfgang Volz, © 2009 Christo

Die geschätzten Kosten belaufen sich auf 340 Millionen Dollar und es ist das erste Projekt, das nicht allein durch den Verkauf der collagierten „Vorstudien“ finanziert wird. Umso demütiger fühle ich mich deswegen daran erinnert: Große Ideen beginnen mit ihrer Visualisierung.

Show your support

Clapping shows how much you appreciated Steffen’s story.