Reflexion des Semesters

Im Rahmen der Lehrveranstaltung „Inter- und Intrakulturelle Kultur“ haben wir uns mit verschiedenen Themen zur Kommunikation über die Grenzen hinweg und deren Theorie beschäftigt. Geholfen haben uns dabei diverse Gastvortragende.

· Adrian Beljo, M.A — Croatien

· Dr. Alexander Stocker — Intranet

· Dr. Bernd Liebmann — China

Der Vortrag über Kroatien von Adrian Beljo war sehr interessant. Vor allem die Verbindungen zwischen Österreich und Kroatien. Menschen aus beiden Ländern machen Urlaub im jeweils anderen und Österreich ist der größte Investor mit mehr als sieben Milliarden Euro.

Dr. Alexander Stocker erklärte uns die Vor- und Nachteile des Intranets. Die wesentlichen Funktionen der Plattform sind Kommunikation, Information und Kooperation. Viele Unternehmen nutzen es, veröffentlichen Handbücher und Leidfäden oder informieren mit Newslettern und Unternehmensnachrichten. Trotzdem wird es häufig nicht von den MitarbeiterInnen genutzt. Gründe dafür sind etwa der erschwerte Zugang oder die fehlende Relevanz. Ein weiteres Problem ist eine schlechte Suchfunktion. Wir sind die treffsichere Auswahl von Google gewohnt. Bringt die Suchfunktion des Intranets nicht ähnliche Ergebnisse, sind viele Menschen enttäuscht und geben auf. Auch die fehlende Aktualität trägt nicht gerade zur Attraktivität bei.

Am besten gefallen hat mir der Beitrag von Bernd Liebmann über China. China ist ein interessantes Land mit einer sehr interessanten Kultur. Die Kluft zwischen arm und reich ist groß und kaum überwindbar. 100.000.000 Chinesen haben nur einen Euro pro Tag zur Verfügung. Beinahe alles funktioniert über das Smartphone, welches 800 Millionen Menschen dort besitzen.

Medien haben in China eine andere Rolle als in westlichen Ländern. Sie sind keine vierte Gewalt im Staat, sondern dienen der Erziehung und Bildung. In den vergangenen Jahren hat sich das Internet stark verbreitet und unterliegt staatlicher Kontrolle. Viele der uns Bekannten sozialen Plattformen wie Facebook Youtube und Twitter sind gesperrt. Es gibt jedoch ihre chinesischen Pedanten wie We Chat, QQ und Tecent. Auch die Werbung unterscheidet sich stark. Sie ist nicht Produktzentriert, sondern konzentriert sich eher auf sozialen Aspekt.

Im theoretischen Teil haben wir verschiedene Modelle von Hofstede, Gudykunst und Nonaka kennengelernt.

Geert Hofstede charakterisiert und vergleicht Kulturen anhand eines Modells aus sechs Dimensionen. Die Basis des Konzeptes der Kulturdimensionen bildet die grundlegende Idee, dass es universelle Kategorien, beziehungsweise Themen gibt, mit welchen sich alle Kulturen weltweit auseinandersetzen und Antworten entwickeln müssen.

(1) Machtdistanz, (2) Individualismus vs. Kollektivismus, (3) Maskulinität vs. Feminität, (4) Vermeidung und Unsicherheit, (5) Lang- vs. Kurzfristige Orientierung, (6) Nachgiebigkeit vs. Beherrschung. Hofstede versucht damit, wie viele andere, Kultur greifbar zu machen. Das Modell zeigt, wie unterschiedlich unsere Kulturen sind. Vergleicht man beispielsweise Österreich mit China, fällt vor allem der Leistungsdruck, also Nachgiebigkeit vs. Beherrschung auf. Kinder und Jugendliche in China werden von klein auf gedrillt. Freizeit kommt hier, zu kurz.

Der kalifornische Professor William B. Gudykunst entwickelte das Konzept des Anxiety/Uncertainty Management (AUM) im Hinblick auf interkulturelle Kommunikation. Diese Theorie besagt, dass jede soziale Interaktion Gefühle der Angst und der Unsicherheit hervorruft. Das Ziel ist es, eben diese Gefühle zu managen. Jeder kennt diese Unsicherheit, was man dem Gegenüber sagen soll. Drücke ich mich richtig aus, versteht er/sie mich? Gudykunst unterscheidet hierbei zwischen den beiden Gefühlen. Angst entsteht in mir und Unsicherheit ist ein steuerbarer Gedanke.

Fazit: Die theoretischen Modelle haben in Verbindung mit den praktisch orientierten Vorträgen einen guten Einblick in die interkulturelle Kommunikation gegeben. Was muss bei welcher Kultur beachtet werden und welche Rolle spielt das Intranet bei Firmen mit Standorten in verschiedenen Ländern. Jedes Land legt Wert auf andere Aspekte seiner Kultur und um Beziehungen aufzubauen, müssen diese beachtet werden.

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