Der erste Monat im Zirkus

36 Grad, Baden, Leute von überall auf der Welt, Bier, Flipcup, Musik… Bin ich noch in Asien? Nein! In mitten in der Zirkuswelt. Diese Tage wurde es richtig heiss in der Schweiz und wir geniessen das mit Abkühlung in verschiedensten Gewässer. Natürlich das alles nur am Wochenende. Unter der Woche arbeiten wir alle sehr diszipliniert. Vor allem die Artisten geben alles, damit die Show an der Première am 7. August steht.

In diesem Mannschaftswagen schlafe ich. 5 Leute haben darin je ein munziges aber heimeliges Kämmerchen

Ich arbeite nun seit 4 Wochen im Büro und bin vor allem damit beschäftigt, wichtige Leute und Freunde des Zirkus per Brief einzuladen und denen unsere diesjährige Show schmackhaft zu machen. Ich muss zugeben, ich brauchte Zeit um wieder in den Arbeitsrhythmus zu kommen. Ich wars mir definitiv nicht mehr gewohnt, dass morgens ein Wecker klingelt, oder dass man abends vielleicht mal vor Mitternacht ins Bett sollte. Doch nach der ersten Woche hat sich das langsam eingependelt. Am Anfang hatte ich es echt ein bisschen schwer, auch weil es die erste Woche immer geregnet hatte.

Hrrrr, Regen, mag ich nicht.

Diese 8 Stunden arbeiten — welche verglichen zu früher jetzt auch nicht soooo anstrengend waren — haben mich geschlaucht. Und dann kann man ja abends nicht nachhause fahren und für sich sein, nein, man ist hier immer eine Gemeinschaft und wenn sich jemand in sein Kämmerchen verkriecht fällt das natürlich auf. Das war mir in der ersten Woche mal noch egal. Ich brauchte Zeit, anzukommen. Das zweite Wochenende ging ich dann nachhause, der grosse Unterschied zu Asien — man kann mal kurz eine Auszeit nehmen und nachhause fahren. Auch wenn der Weg rund zweieinhalb Stunden lang ist, eine schöne Option. Ich bin hier nun schon vier Wochen, die allermeisten Mitarbeiter kommen diese Tage in Wohlen an. Mein Team ist schon fast komplett, bis jetzt haben wir eine sehr lustige Mädelstruppe im Kassenwagen und sind momentan grad alle etwas nervös, weil am kommenden Montag der Vorverkauf startet und somit unsere Hauptarbeit. Ich denke wir sind gut vorbereitet, aber natürlich wird es manchmal noch holprig, wenn jemand anruft und einen speziellen Wunsch hat. Doch ich bin zuversichtlich, wir werden das schon meistern.

Wir haben geübt für den Vorverkauf und Ticketverkauf. Das kommt schon gut.

Die Zeiten wo ich nicht im Büro bin, verbringe ich oft in der Probehalle und schaue den Artisten gerne beim Üben zu. Ich bin sehr gespannt was aus am Ende mit Kostüm, Licht und Livemusik draus wird. Die Trainings sehen auf jeden Fall schon spektakulär aus.

In der Probehalle ist immer was los.

Generell gehts mir super im Zirkus. Es ist zwar manchmal etwas schwer, weil ich nirgends so richtig zuhause bin. Meine Sachen sind in Wohlen, Zürich und St.Gallenkappel verteilt, nirgends bin ich in meinem wirklich eigenen Reich. Aber das pendelt sich bestimmt auch noch ein.

Ich freue mich riesig auf das was noch kommt. Ich hoffe, das nächste Update lässt nicht so lange auf sich warten.

Abends ist auch mal Zeit für gemütliches Zusammensein.
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