My Head is Jungle, Jungle…

Da ich keinen Flug von Langkawi (Malaysia) aus buchen konnte, bin ich spontan nach Penang gefahren. Penang ist eine weitere Insel Richtung Süden, immer noch Malaysia. Dort lande ich in mitten der Altstadt Georgetown. Wunderbar! Gefällt mir sehr.

Ich bin super zentral und die Stadt ist gross aber überschaubar. Wenn man durch die Gassen schlendert kommt man dem wunderbaren Künstlerviertel vorbei oder auch Little-India, das einem wirklich glauben lässt, man ist mitten in Indien.

Am ersten Abend lerne ich drei Jungs kennen mit denen ich mich für den nächsten Tag verabrede. Irgendeinen Ausflug ist unser Plan. Am nächsten Morgen treffen wir uns dann und studieren die Daytrip-Flyer. Wir entscheiden uns, erstmal zum Botanischen Garten zu fahren und dann je nach dem zum Nationalpark. Der botanische Garten ist alles andere als beeindruckend. Es ist mehr ein mittelgrosser Park, akkurat aufgeräumt, Bäume mit Namensschilder und ein paar Affen. Das war dann wohl nix. Relativ schnell sind wir dann beim Nationalpark. Beim Eingang wird uns erklärt, dass wir ein Taxi-Boat haben können zum Monkey-Beach, oder wir können die abenteuerliche Wanderung durch den Jungle machen. Ich glaube ich muss nicht gross erläutern, wer für die Wanderung war (alle Jungs) und wer dagegen (ich natürlich). Ich bin wirklich so gar nicht auf Wandern eingestellt und überzeuge die Jungs immerhin, erstmal was essen zu gehen und dann diskutieren wir das nochmal. In dem Punkt hab ich gewonnen. Wir essen, aber ich hab keine Chance auch nur einen davon von der Wanderung abzubringen. Als uns dann auch noch ein ca. 60-jähriges Pärchen begegnet, das soeben von der Wanderung zurück kommt, habe ich so gut wie gar keine Argumente mehr. Nun gut… Ausserhalb der Comfort-Zone soll ja der Spass sein.
Zwei Österreicher, eine Schweizerin und ein Ami gehen in den Jungle… klingt wie ein schlechter Witz. Bevor wir loslaufen dürfen, müssen wir uns in eine Liste eintragen. Name, Herkunft, Notfall-Telefonnummer und um welche Uhrzeit wir losgelaufen sind. Uuh… Klingt so, als ob man vielleicht doch verloren gehen könnte. Hihi, ich stelle mir vor, wie jemand meine Notfall-Nummer wählt und meinen Eltern in gebrochenem Englisch erklärt, dass ihre Tochter bei einer 2,5 stündigen Wanderung durch den Jungle verloren ging… Haha das glaubt ja auch kein Mensch. Steph? Wandern? Im Jungle? Niemals…

Die Route beginnt gemächlich aber wird dann immer unebener. Der „Weg“ ist wortwörtlich über Stock und Stein, auf und ab… Überall raschelt es und man hat die Gewissheit, dass das wohl keine Eichhörnchen oder Igel sind wie zuhause. Vögel singen und Affen turnen über unseren Köpfen in den Baumkronen… wirklich wie im Dschungel! Weil ich die vorderste der Reihe bin (damit ich auch ja nicht verloren gehe), bin es auch ich, die eine Riesen Eidechse entdeckt. Ein Komodo-Waran oder so. Wirklich GROSS. Dass dann auch die Jungs ein bisschen weiche Knie bekommen, hilft mir nicht grade ☺
Aber nun gut, es hat keine Lust auf uns und macht uns den Weg frei. Schon geil! Ein riesiges Viech mitten im Wald… Vom Schock erholt bedanke ich mich bei den Jungs, dass sie mich überredet haben! VOLL TOLL! Und weil ich immer voll auf Draht bin auf alle Tiere und Raschelgeräusche zu achten, merke ich gar nicht, dass es anstrengend ist. Ich bin so fokussiert nicht gefressen zu werden, da wird alles andere unwichtig.

Voller Euphorie entscheiden wir uns dann an einem Wegweiser, nicht den direkten Weg zu nehmen, sondern erstmal einen kleinen Umweg zu machen. So kommen wir dann nach intensiven 2,5 Stunden durchgeschwitzt und erschöpft am Monkey-Beach an… Der Beach ist nichts besonderes, aber ich hab auf dem Weg schon gemerkt, dass man hier nicht wegen dem Ziel wandert, sondern wegen der Wanderung. Der Jungle war ein absolutes Highlight. Zurück gehts dann übers Wasser mit dem Taxi-Boat (ca. 15 Minuten).

Die restlichen Tage geniesse ich vorwiegend in der wunderschönen, künstlerischen Georgetown. Gefällt mir sehr hier. Vor allem essenstechnisch ist es hier ein Paradies, weil hier «Fusionsküche» gross geschrieben wird. Alle leckeren Dinge von überall her, werden in einen Topf geschmissen. Himmlisch.

Von Penang aus habe ich einen besonders günstigen Flug nach Kuala Lumpur (ca. 25€) gebucht. Doch kaum am Flughafen angekommen, merke ich warum das so günstig war… Das war nur der Anfang. Ich fliege mit AirAsia und habe bei der Buchung nicht genügend gründlich gelesen. Ich muss für jeden Handgriff separat bezahlen. So komme ich am Ende auf fast 85€. Ich ärgere mich sehr — aber nur für 2 Minuten, danach entschliesse ich mich das als „Erfahrung“ abzustempeln. Nun gut. In Kuala Lumpur angekommen nehme ich wieder mal ein Taxi und fahre nach Bukit Bintang, wo mein Hostel ist. Wir fahren mehr als eine Stunde und haben nicht mal grossartig Stau. Die Stadt ist einfach riesig. Jedes Mal wenn ich ein paar Wolkenkratzer sehe denke ich „das hier muss das Zentrum sein“.. ne, der Taxichauffeur fahrt weiter… Unbeschreiblich riesig diese Stadt.

Erschöpft und fix und fertig komme ich im Hostel an. Und 5 Minuten später beginnt es zu regnen. Obwohl «regnen» hier nicht ausreicht. Es schüttet. Es kübelt. Es scheint so, als ob es gar keine Regentropfen sind, sondern einfach nur Wasser aus Eimern. Mehr Wasser in der Luft als Luft. Ach, ich kann es nicht beschreiben. Es war krass. Weil ich Hunger habe, bleibt mir nichts anderes übrig, als trotzdem rauszugehen. Und es mit Humor zu nehmen. Und es war auch witzig… Ich hatte einen Schirm, aber ob mit oder ohne Schirm man wird sowieso nass. Von oben, von unten, seitlich, man könnte auch direkt in einen Pool springen… mit oder ohne Schirm. Auch super an dem Abend war die SkyBar die wir besuchten. Eigentlich sollte man da eine super Aussicht haben, aber weils so regnet, sieht man fast nichts. War aber trotzdem ein Highlight.

Am nächsten Tag buche ich meinen Flug nach Bali. Wieder AirAsia, aber diesmal passe ich besser auf. Und siehe da, diesmal kostet der Flug von Anfang an 80€. Am Nachmittag laufe ich dann alleine bisschen durch die Stadt. Obwohl das hier in KL gar nicht so einfach ist. Wo fange ich an? Und wo komme ich hin? Und irgendwie ist das hier alles nicht sehr Fussgänger-freundlich. Phu. Das war mega anstrengend und als ich am späten Nachmittag zurück bin, bin ich nicht grad begeistert von dieser City. Zu gross, zu laut und vor allem nicht grade toll alleine als Mädchen. Nurmalso. Das hab ich schon vorher in Malaysia zu spüren bekommen… Als Frau ist es hier nicht ganz so leicht wie in Thailand. Nun ja, ich bin froh wenn es bald nach Bali geht.
Dazu muss ich sagen, ich habe mir ja vor meinem Trip geschworen, nicht NOCH mal nach Bali zu gehen, weil ich da schon zwei mal war. Aber nun gehe ich trotzdem, und freue mich wie ein kleines Kind (ich liiiiiebe Bali).
In Bali, Kuta angkommen bin ich meeega happy. Das war fast wie Nachhause kommen. Ich kenne mich super aus und kann so die Hälfte des Taxis sparen. Ich muss nicht erstmal die Lage abchecken, sondern stürze mich direkt mittenrein. ❤

Ich habe 4 Tage ein Hostel mitten im Party-Zentrum gebucht. Und weil ich nach diesen 4 Tagen noch nicht weiss, wohin ich soll — und ich eigentlich auch nicht so schnell wieder weg will, hab ich nochmals 4 Nächte gebucht, aber ein bisschen ausserhalb und diesmal EIN RICHTIGES HOTELZIMMER! Ich bin fast ausgerastet, so toll war das. Nach knapp 6 Wochen endlich mal wieder mein eigenes Reich. Ein echtes, grosses Bett, mein eigenes Badezimmer… Wahnsinn! Hier geniesse ich mal so richtig und mache quasi Ferien von den Ferien. Oh yes!

One clap, two clap, three clap, forty?

By clapping more or less, you can signal to us which stories really stand out.